Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1884)
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg
- Date
- 1884-11-27
- Page
- 759 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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759 Namensvetter bc$ blntigcn Exekutors von Krackow und Güstrow — verpfändete im Jahre 1378 feine (VcrcAuiiit'cit (?) über die Juden \n Malchin mit allen .1Ibgnbeu und Straszeldern < ״pleghc, bröke, richte vnde rechticheht״) an die Rathmaumni zu Malchin für 1 50 Mark. (tfonjctMiitg folgt.׳ Wachigellirne. Historische Novelle aus der Feudalzcit Ungarns Von Samuel Berihotd Noöner. — (,JiüdiDrucf thtI'OU'h 11. lU’t'cr: }e(umtv:'V11׳tu uort'f UaUcn. ׳ Fonsctznng.^ Der erste, blasse Schimmer der Morgendämmerung drang durch die kleinen Scheiben in die klammer Mara's, als Johann in dieselbe hercingcwankt kam. Er war grauenhaft bleich und bis zur Erschöpfung müde. ״Vergeblich!" war das einzige Wort, welches er hauchte, dann siel er anf einen Stuhl nieder, streckte die Arme weit anf der Tischplatte aus und verbarg das Gesicht zwischen denselben. Die Zigeuner waren bald nach der Entfernung Mara's ans ihrem Nager, vom Thale auf-- gebrochen und in die unermeßlichen Wälder weiter ge׳- zogen, darum konnte sie Johann nicht entdecken, trotzdem er die ganze Nacht hindurch zwischen den Bergen herumgeirrt war. Mara ließ ihn eine Zeit lang ungestört feinem großen Schmerze überlassen, darin sagte sie: ״Johann, mein Sohn, ich weiß, wer Dir Deine Geliebte entführt hat." Wie elektrisirt schnellte er ans seiner verzweifelten Betäubung und von seinem Sitze aus. ״Wo, wer ist er?" ״Das kann ich Dir jetzt noch nicht sagen, mein Sohn, aber wenn das Mädchen nicht in einigen Tagen zurückkehrt, dann sollst Du cs wissen. Ich werde den Räuber Deiner Braut Deiner Rache anslicfcrn, aber bis dahin versprich mir, Dich geduldig fügen zu wollen und nichts zu unternehnicil. Die Uebereiluug macht blind und ein Blinder rhut am besten, wenn er sich nicht jvoii seinem Platze wegrührt, sonst ist er der Gefahr ausgesetzt, in einen Abgrund zu stürzen. Versprichst Du mir also. Dich für die nächste Zeit ruhig zu verhalten'?" ״Ich verspreche cs Dir, unter der Bedingung," cntgegnele Johann gedrückt, ״daß Dn meiner Geduld keine zu harte Probe aufcrlcgcn wirst." ״Längstens eine Woche," versetzte Mara. ״Jetzt aber möchte ich Dir einen Auftrag an den jungen Herrn Grafen übergeben. Will Du ihn ausführcn?" Johann nickte bejahend und richtete einen verwunderten Blick auf seine Mutter. * X x Im Hose der Burg herrsche reges Leben. Rosse wieherten, Hufe klangen hell gegen das Steinpflaster, Waffen klirrten und durch den wirren Lärm tönte gedämpft der eine oder andere Vers eines magyarischen Frciheits- und Schlachtliedes, gesungen von einem der schmucken Husaren, die sich im Burghöfe sammelten und ihre feurigen Rosse nur mühsam in Reih und Glied zu bringen vermochten. Es war ein herrlicher Anblick, das Häuflein auserwählter Krieger, in den schönen, durchwegs neu angefertigtcn Uniformen der ungarischen Husaren. An der Spitze dieses BandcriumS sollte der Landtagsherr Eugen von Orinay seinen Einzug in der königlichen freien Stadt Preßourg halten. Ein außerhalb der Reihen haltender Reiter trug das flatternde Banner, ans ׳.reichem das Wappen Derer von Ormay in kunstvoller Goldstickerei ausgcführt war. Jetzt kam der jugendliche Held an der Seite seines Vaters ans dem Innern der Burg, um die zu seiner Begleitung bestimmte Schaar ein letztes Mal einer genauen Musterung zu unterziehen, denn morgen in aller Frühe sollte cs von dannen gehn. Ein tiefer Schatten von Uninnth lag ans dem schönen Antlitz des Jünglings, er konnte in der Umgebung seines Eltern- Hauses des.Lebens nicht froh sein. Engen fühlte sich von allen Personen aus der Tafelrunde seines Vaters abgcsloßcn, kein einziger ans dem höherem Beamtenkreise der Burg schien ihm seines Verkehres würdig. Wie die Umgebung aller mächtigen Tyrannen, bestand auch jene des alten ■ Grasen aus Heuchlern und Schmeichlern, die keinen Willen und keine Ehre besaßen, aus Kreaturen, die den bösen Leidenschaften ihres Herrn in Allem Vorschub leisteten, um dabei selbst ihre Rech׳ nnug zu finden. Was ihm aber den Aufenthalt im Valcrhanse vollends zur unerträglichen Last machte, das waren die Differenzen, die zwischen ihm und seinem Vater obwalteten. Je enger die natürlichen Beziehungen zwischen zwei Personen sind, desto unüberbrückbarer wird die Kluft sein, welche sich durch ernste Differenzen zwischen ihnen gebildet hat. Engen befand sich stets im Widerspruch mit seinem Vater. Er verabscheute die sich aus der Burg in einer endlosen Kette ablösenden Ungerechtigkeiten und Missethaten, die von seinem Vater theilü aus freien Stücken. thrilS dem Einflüsse seiner Umgebung uachgcbeud, verübt wurden. Eugen konnte es nicht unterlassen, bei jedem sich wiederholenden Falle Protest einzulegcn, was aber immer ohne den gewünschten Erfolg blieb. Einen tiefen Eindruck machte auf ihn der vernommene Zwischenfall bei der Verurtheilnng der Brüder Rohrbach. Er hatte sich bis dahin um die ganze Angelegenheit wenig gekümmert. Mögen die Verbrecher, so dachte er, ihre wohlverdiente Strafe entgegennehmen. Als er aber von dem muthigen Auftreten der alten Frau und von