Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1884)
- Article
- Was haben wir zu fürchten?
- Date
- 1884-11-27
- Page
- 753 (sequence 1)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. H'"»wvcr, dcn M 48. pr Förderung jüdischeu Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. ßeßriimli‘1 von SftUlfoii 3alpi;0d Hl7jch, iuififuna* 11. Jsrncfilififini /icfit\ 1011^cFr[ffifiaft 511 eFrauEfitrt rt. JR. Nene Folge. Zweiter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asanc Hirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens ׳I Bogen stark. — Abomiemeutsmeis bei allen 0 '1־fta 11 ft alten nnd B uchh andlnngen *2 JG. ">() snr ba?• Bierteljavr. Der Buch Handel verkehrt dnrch die Heliving'sche Lerlagsbnchhandlnng;n Hannover. — Die (ö'rvedilion versende: auch direet nnd franko nnter Ztreisband den Jahrgang snr oder 7 Gniden ösrerr. Währ, nach Dentichland nnd Oesterreich׳, iiir N . lL oder ldi >Jr. nach den Vändcrn des 'WeltvostvereinS. — Anzeigen rverden mit *2׳V״j s. d. Jgcsvatlene Pctit;eilc oder deren Jianm berechnet. — i.Tx־pcMtiou: Hannover, Artillericftr. 2N. Iuhnlts-Ver^t'ichnifr von 9!r. Was haben nur;1! furchtenV — Der Erlast des Herrn .stnltnSnnd UnterrichtSininistcrs vom 1-S. Juni ld>64 Jort-- sevnng-. — Was haben wir von der Montefiore-Jeier gelernt':׳ י — Zur Geschichte der Inden in Mectlenbnrg Jorlsevung. — Videant cun.>1110> M! — Nachtgcstirnc Fortsetzung!. — Zur i Viujc der Inden im Demnat!. iliiiroffo . — Indenpolitik nnd , das Banner des Lch'ma Israel! — Korrespondenten nnd 1 Nachrichten: Berlin 4 . Würz bürg 2,?nankfnrt a. Ä. '2 , 1 Ans Dachsen, Ans Ungarn. Gros;->ianitsa, Best, Ü'cieesier, Türkei.! — Nihilismus nnd Indenthmn!Fortsetzung -. — Inserate. , Wlis ijnlini wir;11 firr!htrr1?; < Fortsetzung.! Wir sprechen der heutigen antisemitischen Strömung! in der christlichen Well die Macht und allgemeine I Berbreitung ab, rvelchc die Apostel der Iudenhetze ihr , vindiziren möchten und behaupten, daß ehedem Haß und Borurtheil gegen uns gewaltiger nnd verbreiteter ן gewesen. Die christliche Welt der Gegenwart ist doch bereit* | zu sehr durchdrungen von den Prinzipien des Rechts, der; Menschcnachtung und INenschenliebc, als daß im Großen : nnd Ganzen die Gräuel des Mittelalters mit ihren : Juden Metzeleien, Judenaustreibnngcn und Jndeuplündcrungen in den zivilisirten Staaten sich erneuern könnten. Die dämonische Macht des religiösen Fanatismus ist gebrochen, und der Rassenhaß läßt sieh schwerlich noch bis zur Wnth eines blutigen Pernichtiiiigskampscs innerhalb der christlichen Welt ansstacheln. Das ist unsere innerste Ueberzengung. Aber selbst wenn wir uns täuschen solltet, wenn was der allgütigc Gott um unser!willen, יו noch mehr um unserer christlichen Mitbrüder willci׳. ä'.ig verbitten wolle - die Agitationen unserer Feinde d-׳ Finftcrniß des Mittelalters herausbeschwörcn könnten, jene* nächtliche Dunkel, welches von der Lohe brennender Indcnleibcr grauenvoll beleuchtet wird, jene lange, bange Nacht, in welcher auch der Hexen Hammer nnbarnl herzig auf die christliche Welt niederste! und der jnalleus lnrlichstmnlin nebst der eoustitutio crimiiialis Caro־ Jina die Quelle einer nnheimlichen Nechlsjchöpfnng war, jene traurigste Zeit, wo in einem drei Dezennien wütheuden Kriegsbrände die deutschen Stämme sich zerfleischten, — wenn die Furien der Barbarei und Mordlnst, des Fanatismus und Wahnwitzes, dem Orkus entsteigend, aus der Oberwelt ihr surchtbareö Werk wieder anhcben sollten, so blieben wir dennoch ״die hartnückigc Nation" und verlören dennoch nicht dcn Glauben an uns und an die vom Indcnthnin zu lösende göttliche Mission. Wir haben ja dieses Alles schon durchlebt nnd überwunden. Wir haben ja schon die verschiedensten