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Jeschurun · 1886-12-30 · Heft 52 (30.12.1886) · p. 826

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 52 (30.12.1886)
Article
Giftsaat
Date
1886-12-30
Page
826 (sequence 3)
Language
German
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826 Abraham Friedlich und seine Güttin hatten nicht lange zu leiden. Ein früher Tod erschien ihnen wie ein freundlicher Erlöser.. Als Joseph das Zuchthaus verließ, mar der frische, kräftige, junge Mann zun: müden Greise geworden. Die Heimath hatte ihm nichts zu bieten. Seme Geschwister waren längst nach Amerika ansgewandert. Er folgte ihnen. Die giftige Saat, welche der große Agitator ansgestreut, war herrlich anfgegangen. Sie steht in voller Blüthe. Der Kllirrrin. (Aus dein Ausland.) Unter dem Haurün begreift man heutzutage die sieben Provinzen, welche das alte Land Basan bildeten: Itnräa, GaulanitiS, AnranitiS, Pcräa, Trachonitiß, Vatanäa und GileatiS. Das Haurim-Gebiet erstreckt sich vom 2L° bis 33." n. Br. und vom 39." 40' bis 30." 60' ö. L. v. Gr. Seine Grenzen sind nach Norden der Dschebcl-cs-Achech oder der große Hermon, nach Westen der ganze Lauf des Jordan von seiner Quelle bis zum Wadi-eS-Zerka (Jabbock), im Süden die Valka und die Wüste, und im Osten die Teluh und die Wüste. Seit der muslimischen Besetzung haben diese Provinzen ihren Namen verändert und einige Modifikationen in ihren Grenzen erfahren. Itnräa ist in zwei Bezirke eingctheilt worden: Ei Kanütra im Süden, am Fuße dcS Großen Hermon, am östlichen Abhange des Houlö, und im Norden das Dschedür an! Ostabhang dcS Dschebcl-cS-Schech. DaS alte GaulanitiS heißt heutzutage Golan oder Dscholan, im Westen vom Ostufer des Jordauflufscs und des Sees Liberias begrenzt. Die AnranitiS, gegenwärtig der eigentliche Haurün, wird nordwärts von dem Gebirge dcS Dschcbcl-cl- Kayarah begrenzt und erstreckt sich nach Süden über BoSra hinaus, -um sich in die Wüste zu verlieren. Die Trachonilis, heutzutage Ei-Ledscha genannt, ist eine große, felsige, basaltische Hochebene, östlich von der Haurün-Ebeuc; das alte Batanäa oder BatanitiS heißt heutzutage Dschebel-el-Hauran und liegt südlich von der Ledscha, und aus den östlichen Abhang dieses Gebirges verlegt man das Land HuS mit den Besitzungen des alttestameutlichen frommen Manueö Hiob; am Fuße dieses Gebirges findet sich noch die Trümmer der Stadt des Melchisedek, welche noch heute Sälen! heißt, und wahrscheinlich reichte er in der Nähe dieses Ortes dem Abraham Brot und Wein und segnete ihn. Die GileatiS oder das Land Gilcad, heutzutage Dschebel-Adschlun, zwischen dem Jordan westlich und der Wüste östlich gelegen, ist von! Balka durch den Fluß Jabbock geschieden. Wir haben als Grenzen des Haurän auf der Ost- und der Südseite die Wüste angegeben, obwohl man sagen kann, daß auf dieser Seite der Haurün keine beftinuntcn Grenzen hat, denn diese hängen mehr von der Politik als von der Geographie ab. Der Ansdruck ״Wüste", den wir zur Bezeichnung seiner östlichen Grenze gebraucht haben, ist ein niehr ökonoinischcr als geographischer Ausdruck. Die Syrische Wüste ist keine unfruchtbare, sandige, dürre von PflauzenwuchS cntblöste und zun! Anbau unfähige Ebene, wie man sie sich vielleicht vorstellen mag; sie ist, genau ausgedrückt, nur das Gelände, welches der Nomade durchzieht, weil eö seinen zahlreichen Heerdcn reichliche Weiden liefert. Man sicht noch heute ttt jenen ungeheuren Einöden der Wüste Spuren von Städten, deren zicn!lich wohlerhaltene Trümmer von ihrer alten Pracht erzählen. Diese östliche Grenze hängt also nur von den! starken oder schwache!! Zustand der türkischen Negierung ab, welche entweder die uoiuadischcu Stämme in die Ferne zurückdrängt oder sich vor ihnen zurückzieht und sie die angebauten Gegenden überziehen und vergewaltigen läßt. Diese Grenzen gewinnen in der Wüste au Ausdehnung oder ziehen sich zurück, je nach Maßgabe der Alternativen des Friedens oder der Anarchie, der Furcht oder der Kühnheit von Seiten der stets unbotmäßig und uuuuterworscncn Noinaden. An dem Tage, wo eine besorgtere und stärkere Macht an die Stelle der gegenwärtigen jänuncrlichcn Verwaltung getreten sein wird, wird auch die Wüste vor der Kultur und Zivilisation zurückweichen und endlich ganz verschwinden. DaS ganze Gebiet wird von Muselmännern: Nomaden oder Beduinen, Drusen, MctwaliS und Tschcrkcsscn, sowie von griechischen und sch'lSmatischcn! Christen bewohnt. Diese Einwohner!heilen sich in ganze und halbe Nomaden, in Ackerbauer und Hirten, in Abhängige und Unabhängige. Die unterworfene Bevölkerung, welche sich mit Vciibbau abgicbt, sieht sich beständig dm Erpressungen der türkischen Gouvcr-!!eure und den Naubzügcn der Nomaden auSgcsctzt; sie lebt daher, trotz der Fruchtbarkeit dcS VodcnS, in einem klüglich elenden Zustande. Die Statthalter erheben, außer der jährlichen Steuer,!!och den Zehnten von dm Ernten; wenn es vorkommt, daß ein Dorf nicht die geforderte Sun!ine erlegen kann, so wird cS augenblicklich von einer Abtheilung Neiterei besetzt, welche sich auf Kosten des Dorfes ciiiquarticrt nnd ißt und trinkt und gewaltsam die Hand auf alles legt, bis die verlangte Summe bcigebracht ist; daun erst zieht sie sich zurück. ES geschieht häufig genug, daß das ganze Dorf, wenn eS die geforderte Summe nicht erschwingen kann, sich mit Sack und Pack flüchtet, und die Be-

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