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Jeschurun · 1886-12-23 · Heft 51 (23.12.1886) · p. 804

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 51 (23.12.1886)
Article
Nomadenthum und Judenherrschaft
Date
1886-12-23
Page
804 (sequence 2)
Language
German
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804 schützen, welche in jeder Lage sich als treue und hin׳ gebende Staatsgenoffen bewahren, gegen diese Menschen, die Inden, erheben sich Männer, welche vermöge ihrer Stellung Einfluß ans das Volk haben, und sprechen: Die Juden sind die Feinde des Landes, die Feinde ihrer Mitbürger. Ihre Freundlichkeit ist Arglist, um uns. in Sicherheit zu wiegen, daß wir die satanische Tücke ihres Herzens nicht gewahren. Sie sinnen seit Jahrhunderten nichts Anderes, als uns Alle zu unterdrücken, nns arm und elend zu machen. Sie saugen gleich Vamphren unser Blut und entziehen unser!׳,! Gebein das Lebensmark. Auf den! Raub nnscrs Guts, ans den Trümmern unserer Burgen wollen sie ihr Reich, das Jndenreich errichten, in welchem wir Alle an Ketten geschmiedet zu einem ewigen Sklavendienst verurthcilt sind. Diese Inden- Herrschaft wird sich erstrecken von Norden nach .Süden, von Osten nach Westen. Die Inden allein werden die Herren sein, alte andern Menscheu aber unter ihrer Peitsche sich krümmende Knechte. Diese furchtbare Judcnherrschast ist im nahen Anzuge. Jede Thräne, jede Sorge, jedes Mißgeschick des Einzelnen und der Gesainmtheit ist das diese Herrschaft vorbereitende Werk der Inden. Die Ketten sind schon geschmiedet. DaS Sklavenjoch umspannt schon euren Nacken. Ihr seid schon dem entsetzlichen Untergänge verfallen. Vermögt ihr euch nicht in dieser letzten Stunde noch auszurasfen, um wenigstens dm Versuch zu . eurer Rettung zu wagen, so ist euer schreckliches LooS für ewig entschieden. Darum auf zun! letzten Vcrzweislungskamps! Es gilt euer Leben, es gilt eure Freiheit! Ist daß nicht die Aufforderung zur Vernichtung der Inden? Heißt das nicht die Leidenschaft entfesseln und die Juden der Wuth ihrer fanatisirteu Mitbürger überantworten? Und wenn — wie eS Thatsache ist — an dieser Anschuldigung lein Körnlein Wahrheit ist, und wenn — wie eS nicht minder Thatsache ift' es wären sonst diese Redner allesammt TollhäuSlcr — die also sprechen, sich ihrer boshaften Verteinndnng und ihres frevelhaften Strebmö voll bewußt sind: steht dann nicht dieses Treiben unübertroffen da unter allen Ausgeburten schändlicher Bosheit, die jemals an das Tageslicht getreten? Und wenn man ferner sich vergegenwärtigt, daß die Inden einen winzigen Bruch- Lhcil der gesammten LandeSbtvölkenmg bilden und sie ohne Wehr und Schutz einer zu ihrer Vernichtung entschlossmcn Menge preisgegeben sind, falls jene ausreizenden Hetzreden den erhofften Erfolg ihrer Urheber haben sollten, kennzeichnen sich diese dann nicht als Anstiftungen zu Raub und Mord? Ist cs daun nicht ihr Werk, wenn unter den Streichen von Sensen und Dreschflegeln Juden ihr Leben aushanchen, wenn der bestialischen Wnlh die Ehre jüdischer Frauen zum Opfer sällt, wenn jüdische Säuglinge mit zerschmetterten! Schädel in den Brand jüdischer Hütten geschlendert werden, wenn des Kindes im Mnttcrleibe nicht geschont wird, wenn Schaarcn jüdischer Flüchtlinge arm und elend mit Weib und Kind von Land zu Land pilgern und nirgend eine Unterkunft fiiibcn bis der furchtbarste Tod ihnen als!nitleidigcr freundlicher Erloser erscheint, der sie von der Qual eines elenden Daseins befreit?? Vor das Tribunal des allgercchten GottcS wurde der Mörder und Räuber und die Schlachtopfcr alle Wahrmunds und deren Genossen laden können und die Anklage erheben, daß sie cs gewesen, die das Heiligthum in der Menschcnbrust zerstört und Haß, Neid, Beutegier und Mordluft an dessen Stelle gesetzt, daß sie cs gewesen, die den Menschen zur Bestialität mtflanunt, sie, die dm Arm des Mordgesctlm gestählt, sie, die unzählige unschuldige Menschen dem Tode, dem Elende, der Verzweiflung überantwortet. Wahrmnnd cntblödet sich nicht, in die Wett die Lüge hlnausznrufen: ״Die in Europa wohnenden Juden haben nicht einen Augenblick aufgehört, an! Umsturz der arischchristlichen Ordnung zu arbeiten, und konnten auch nie aufhören, dahin zu arbeiten, weder als Nomaden, welche die Lebensformen Festansässigcr zerstören, ihre Güter ausrauben und ihre Freiheit in Sklaverei vcrwandeln!nüsscn, noch als Punicr, welche durch unbeschränkt waltende Geldwirthschaft die freie Arbeit zum Frohndicnste des Kapitals zwingen müssen, noch als pharisäische Separatisten, welchen durch ihr Gesetz die Knechtung oder Vernichtung aller Nichtjuden anbefohlen ist. Diese Umsturzversuche und die in ihnen, angewmdctcn Mittel der Answnchernng und Knechtung sind cs, welche zu den zahlreichen Verfolgungen und Austreibungen der Inder! geführt haben, insbesondere auch zu der furchtbaren Katastrophe in Spanien, wo die Inden sieben bis acht Jahrhunderte lang, gedeckt durch die gleichzeitige Araberherrschast, ihr Wesen ausbreiten konnten. Unter uns sind etwa von! vierzehnten Jahrhundert an die Juden durch einschränkende Gesetze weniger schädlich gemacht worden, so daß sie einerseits den ihnen gelassenen Spielraum zwar zur Demo!!- strirung der Macht des Geldes an den Lüderlichen, ökonomisch Unvorsichtigen und allzu Vertranensseligen, wie zur Unterstützung verderblicher Elemente im Innern der christlichen Gesellschaft (indem sie z. B. als Falschmünzcr, Kipper und Wipper die Schlechtesten der ktcinercn und größeren ReichS'.inmittelbaren ihre christlichen Unterthanen bestehlen halfen) auSnutzen und

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