Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1886)
- Article
- Der jüdische Religionsunterricht
- Date
- 1886-12-09
- Page
- 769 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Plmiuwec, oen 9 $cjcm6cc l886. M 49. kV A<Y /\aa W 1׳־V K/' 'S + t 1־4^♦־״^ -t M girknrag jAlstzm Geistes m!d jüdischey Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. von Samson Raphael Hirsch, Lakkiuer il. IWitifdle״ KekigisnbsrWast z״ Fmnkfnrl a. L Nene Folge. Vierter Jahrgang. HcrauSgegebm unter Mitlvirkuiig dcS Begründers und bewährter Genossen von Asaac Lirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSpreis bei allen Poslanstalten nnd Bnchhandlnngen 2 ״fc 50 J, fi'tv das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschnrun zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct nnd franko unter Strcisband den Jahrgang für 12 J6. ober 7 Gnlden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für!4 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostverein«. —- Anzeigen werden mit 25..$ s. d. Zgespaltene Petitzcile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 21). In Halts -Verzeichuif; von Nr. 41). Der jüdische Religionsunterricht (Fortsetzung). — Die Toleranz des JudenthnmS — פרקי אבות (Fortsetzung;. — Nomadenthum und Indenherrschast (Fortsetzung). — Gistsaai (Fortsetzung). — Deutschland und Rußland. — Korrespondenzen und?Nachrichten: Hannover, Berlin!2), Hamburg. Königsberg (2), Würz bürg, Wien, Lemberg, Triest, Schweden, Gr odno, Kiew (2), Bukarest, Aus Rumänien, Ncwyork, Philadelphia. — Inserate. Der jiWje 11di0i0u0nnlcrndjt. (Fortsetzung.) Man möchte vielleicht geneigt sein, des Mannes zu spotten, der sich -in Erwägungen darüber ergehen zu müssen glaubt, wie ein Lehrer der jüdischen Religion beschaffen sein soll. Man könnte cinwerfcn, daß cs eine wahre Zeitvergeudung wäre, über Sclbstvcrständleches weitschweifige Erörterungen zu pflegen. Und in der That hat eS den Anschein, als ob ein nicht geringer Grad beschränkter Einsicht nnd wichtigthuender Einfalt dazu gehört, eine derartige Unkcrsnchung anzustellen, La es doch ganz selbstverständlich ist, daß derjenige, welcher als Lehrer einer Wissenschaft oder Fertigkeit fnuktioniren will, das ersorderliche Wissen, die nothwendige Geschicklichkeit und die Gabe der Mitthcilnng besitzen muß. Der Religionsunterricht hat aber in unseren Tagen eine ganz besondere Stellung angewiesen erhallen, so daß was ans jedem anderen Gebiete als sclbstverständlich gilt, hier als kontrovers betrachtet wird. Haben wir cs doch erleben müssen, als neulich eine Anzahl von Rabbinern in Berlin über die Mittel zur Hebung des jüdischen Religionsunterrichtes berathen wollte, daß man sich scheute, das Selbstverständliche ansznsprcchcn. Es befand sich näinlich unter diesen Männern Einer, welcher wohl die gleiche Meinung wie wir hegte, daß man nicht überall geeigneten Händen die religiöse Unterweisung unserer Jugend anvertraut habe, und daß hierin mit die Ursache für die Unfruchtbarkeit des Religionsunterrichtes zu suchen sei. Er glaubte hierauf die Ansmcrksamkeit seiner .Kollegen zu lenken nnd sie zu einer Erklärung veranlassen zu sollen, daß der Lehrer der jüdischen Religion durch sein Beispiel im Leben deren Heiligkeit z» bdhäti.Zen habe. Die Herren Rabbiner waren aber von dieser schlichten Einfalt ihres Kollegen so unangenehm berührt, daß sie nichts Eiligeres zu thnn hatten, als mit einigen abweisenden Redensarten einer Erörterung aus dem Wege zu gehen. So selbstverständlich es ist, daß z. B. der Lehrer der deutschen Sprache,ein korrektes Deutsch sprechen muß, um nicht