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Jeschurun · 1886-12-02 · Heft 48 (2.12.1886) · p. 753

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 48 (2.12.1886)
Article
Der jüdische Religionsunterricht
Date
1886-12-02
Page
753 (sequence 1)
Language
German
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in Haus, Gemeinde und Schule. Kegrüiicket von Samson Raphael Hirsch, öiatkn!!er ä. IsmMslkk» ArsigknsgkseWast 5n#cnuifttrl II. A Neue Folge. Vierter Jahrgang. HerairSgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Ihme Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemmtSpreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2^5.50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschnrun zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 J6. oder 7 Gulden österr. Währ, nach Dentschland und Oesterreich-, für 14- J6 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 J! f. d. :!gespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Expe diti on: Hannover, Artillerieftr. 2<^. Inhalts-Berzeichnc'ß vor! Nr. 48. Der jüdische NesigionSunterricht. — Nomadenthum und Judenhercschast (Fortsetzung). — Aus dem Geheimarchiv der Reform (IV). — Spanien und die Inden. — Aus dem alten Berlin. — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (3), Witten, Aus Mecklenburg, Köln, Bialla, Wien, Rotterdam, Amsterdam, Paris, London, Warschau, Kiew (3), Bagdad, Philadelphia. — Inserate. Der jjiWe!dip!i0n!1fcmdjt. Wenn die Zahl der Gotteshäuser einer Stadt als Maßstab für den wahrhaft frommen gottgefälligen Wandel der Einwohner gelten könnte, dann müßte man der Gegenwart eine hohe Stufe auf der Skala der Frömmigkeit cinräumen. Und wenn man gar die Anzahl der Neligionöschulen, die Unmasse der Artikel, welche über Religionsunterricht handeln, die Legion der Reden, welche darüber gehalten, das geräuschvolle und wichtige Gebühren der verschiedenen Konferenzen nnd Kongresse als Maßstab für die Pflege jüdischer Neligionskenntniß und ernsten jüdischen Lebens in unfern Gemeinden betrachten könnte, dann stände unsere Zeit so hoch und erhaben im Glanze religiösen Wissens und zebcns da, daß sic die Vergangenheit in dm tiefsten Schatten drängte. Als ob es gar kein angelegentlicheres Werk gebe, wird in allen Gauen Deutschlands von der Umgestallnng, dem Ausbau nnd der Hebung des Religions- Unterrichts gesprochen nnd geschrieben. Gutachten, Pläne, Abhandlungen, Vorträge, Versammlungen hänfen sich eu ma88e. Die Protokolle der Rabbiner-, Schulleiter- und Lehrertage sind zu einem riesenhaften Material angeschwollen. lieber ‘bie Aufstellung von Thesen sind heiße Kämpfe geführt worden. Die Abfassung eines Normalplans für NeligionSschulen setzt die Welt in Allarm. Wer außerhalb des Treibens steht, muß den heiligen Ernst und Eifer anstannen, welcher die Geister erfüllt, und zu der Ucberzcugung gelangen, daß keine Zeit gefunden werden kann, in welcher ein lebendigeres religiöses Bewußtsein, ein kräftigeres religiöses Leben in Israel geherrscht hat als in den unsrigen. Und doch.ist es eine traurige Wahrheit, die von keiner Seite geleugnet wird, daß die jüdische Geschichte wenige Perioden aufznweisen hat, in welchen Gleichgültigkeii und Unwissenheit erschreckendere Dimensionen angenommen, in welchen‘ Gesinnung und Handlung sich mehr dem Judenthum entfremdet und Abfall und Trenbrnch in größerem Umfange Platz gegriffen. Trotz aller prächtigen Tempeln, trotz aller Religionsschulen,

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