Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 47 (25.11.1886)
- Article
- Nomadenthum und Judenherrschaft
- Date
- 1886-11-25
- Page
- 737 (sequence 1)
- Language
- German
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hpit MnrchefthwlM 5647« Hannover, oen 354 November 1886. M 47. """H! in Haus, Gemeinde und Schule. von Samson Raphael Hirsch, Äasis'iner >s. Jemesiii^ki! KksillioilSjiesl'Miist zi! dPmnfSftaf a. Neue Folge. - Vierter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mirldcstenS 2 Dogen stark. — AbonnemcntSpreiS bei allen Possanstalten und Buchhandlungen 2J6.f)0.4 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschurun zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für \2 Jt oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreichfür 1-4 *,16 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostverein«. — Anzeigen werden mit 25 s. d. ilgespalteue Petitzcile oder deren Raum berechnet. — Expe'diti on: Hannover, Arlilleriestr. 29. Jrrhakts-Berzeichttlst von Nr. 47. Nomadenthnm und Judenhrrrschafi (Fortsetzung.) — WaS soll ans unseren unglücklichen Brüdern werdend — Jüdische Briefe ans und über Nuszland (IX). — Giftsaat (Fortsetzung). — Korrespondenzen und Nachrichten: Danzig. Schwerin, Köln, Witten, Wien, Prestburg, Pest, Graz. Schweiz, Paris, Amsterdam, Manchester, Warschau, Podolien. Lublin, Jekaterinoslaw, Wilna, Grcdno, ssalisch, Nnmelicn, Nimiänien, Bukarest (2). Bulgarien, Srnyrna, Marokko, Amerika. — Inserate. ü uud JOmherrsHG (Fortsetzung.) Wie das von Wahrmund behauptete Nomadenthnm der Inden ciue so ungeheuerliche Lüge ist, wie fo(d>c nur immer von der üppigsten Phantasie der Bosheit ersonnen werden kann, so ist Alles, was er auf diese!!: Lug und Trug anfbaut, nichts Anderes, als eine fortlaufende Kette vou Unwahrheit und Absurdität. Wir würden uns schämen, von diesem Machwerk irgend welche Notiz zu nehmen, wenn nicht leider die Erfahrung der Gegenwart lehrte, Laß nichts so abgeschmackt sein kann, um nicht gläubige Hörer zu finden, oder als Vorwand für die ausgesuchteste Bosheit zu. gelten, um den Juden den Garaus zu machen. Leben wir doch in einer Zeit, in welcher das wahnwitzige Märchen von dem jüdischen Durst nach Christenblut gewisse Gemüther erhitzen und ernst drohende Todesgefahr über jüdische Häupter heraufbeschwören konnte, in einer Zeit, in welcher es einem Buben wie Justns-Brimann möglich war, für sein schändliches Machmerk Hunderttausende von Lesern ׳zu finden, und ein Rohling die Welt in Athen: zu setzen vermochte. Ja, wir haben gewahren müssen, wie wirk- (ich gelehrte Männer ihren Geist und ihr Wissen in den Dienst der antisemitischen Luge zu stelle!! sich nicht scheuen. Man denke nur an Eduard von Hart mann u. A. Wo also die ungereimteste Lüge unter der Larve wissenschaftlich bis zur Evidenz erhärteter Thatsachen zuversichtlich auf tritt und der Schritt von der Verfolgung der Juden und des Jndenthums in Schrift und Wort zu deren mit roher Faust oder durch legislatorische Akte vollzogener Verwirklichung nur ein geringer ist, der leider oft genug gethau wird, so glauben wir, wenn auch zu keinem andern Zwecke als der Erkenntnis der Zeitströnlung, auch von diesem allerneusten Produkte der antisemitischen Doktrin Notiz nehmen zu sollen. Wir dürfen uns über die in der Gegenwart mächtig her- »orlretenderi uns feindlich gesinnten Bestrebungen nicht täuschen. WahrmlindS Buch setzt sich aber den Pamphleten unserer verblendetsten und wüthigsten Verfolger nicht nur in voller Ebenbürtigkeit an die Seite, sondern sucht