Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1886)
- Article
- Der internationale Antisemiten-Kongreß in Bukarest
- Date
- 1886-11-11
- Page
- 714 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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714 dem Gesetze den Kranken machen sollten, werden nicht gemacht. Ich werde den Herrn Minister des Innern bitten, bei der Gesundheitsbehörde die Liste der von den Bezirksärzten geheilten rumänischen Kranken zu verlangen. Die Sanitätsbehörde, die genau unterrichtet ist über die Todesfälle, weiß, daß nicht die Juden in der oberen Moldau abnehmen; so wäre cS auch nicht nöthig, daß diese gepflegt werden. Demungeachtet aber widmet sie den Juden ihre Fürsorge, indem sie für dm sanitären Dienst der Moldau jüdische Aerzte heranzieht, welche die Juden den christlichen Aerzten vorziehen. Unter diesen jüdischen Aerzten befinden sich sogar einige, die nicht naturalisirt sind, unter Anderem der Dr. Kremer, und dies im Widerspruche mit dem Artikel 29 des SanitätSgesetzes, das verlangt, daß sie alle Rumänen sein sollen. Ein anderes Beispiel beweist, daß die Juden allmächtig sind bei der Sanitätsbehörde, Dank dem ihnen von einem Herrn Felix gewährten Schutze. Mehrere hochgestellte Personen hatten einen christlichen Arzt in den Kreis Dorohoi konnnen lassen, in der Hoffnung, daß er zum Bezirksarzt ernannt werden würde; die Sanitätsbehörde dagegen hat einen jüdischen Arzt dazu ernannt. Sie werden begreifen, meine Herren, daß die jüdischen Aerzte ihre Glaubensgenossen besser pflegen als die Christen. Sie vernachlässigen ihre rumänischen Kranken, um sich mit den jüdischen Kranken zu beschäftigen, das wird durch die Statistik bewiesen. Der Haß gegen Alles, was christlich ist, wird den Juden durch ihre Religion geboten. Nach dem jüdischen Gesetze heißt , einen Christen ermorden, eine Gott wohlgesällige Handlung begehen. Der Herr Kultusminister wird Ihnen dies bestätigen. Der Herr Kultusminister Stourdza (lachend), das weiß ich nicht; ich habe das jüdische Gesetz nicht studirt. Herr Ed. Gherghel. — Ich aber weiß eS, ich habe den Beweis dafür in einem von einem Juden aus Jassh an einen seiner Glaubensgenossen in Bukarest gerichteten Brief gesunden. Hier ist der Brief: Die Brüder Schraga anö Jassy an Herrn H. Steinberg, Bukarest! ״Die Wahrheit ist, daß unser Gesetz uns befiehlt, den Christen zu tobten, wenn cö in unserer Macht steht, wie groß auch unsere Freundschaft für ihn fein mag." Sehen Sie. was in anderen Ländern geschieht. Die ״Dresdener Zeitung" berichtet, daß die Kommandauten der Armee in Sachsen den Befehl erhalten haben, keine Borräthe bei den Juden zu kaufen, weil eS erwiesen ist, daß die jüdischen Schlächter den für die Truppen gelieferten Fleischwaareu schädliche Stoffe beiluischen. Bei uns werden alle Eßwaaren von Inden verkauft. Die Juden verkaufen Fleisch, Tabaä; die Juden sind Schenklvirthe, Schuhmacher, Schneider, Zimmerlente rc. rc. . Sic haben gesehen, und ich habe Ihnen in Ziffern den Beweis geliefert, daß die Juden um 100 Prozent zunchmen, die Rumänen durchschnittlich um 20 Prozent abnehmcn. Dasselbe Lerhültniß besteht im Handel; die jüdischen Geschäfte haben um 100 Prozent zugenommen, und die rumänischen haben um 20 Prozent abgenonnnen. Gehen wir zu den Prozessen der Juden über. Die Friedensrichter in Buhusi, Piatra, Saveni, Mihaileni, Miletin. Botosani, Dorohoi und das oberste Kammergericht in Jassy haben im Jahre 1885 1769 Prozesse zwischen Juden und Rumänen entschicden, von denen die Juden 1137, die Rumänen 6.52 gewonnen haben. Diese große Abweichung wird damit erklärt, daß die Inden den Rumänen Geld leihen, und diese es hernach nicht zurückbezahlen wollen. Das ist aber unrichtig. Ich bitte die Regierung, die Frage ernst zu prüfen, und wenn es ihr gelungen sein wird, das Material zu sammeln, uns zu berufen, damit wir Maßregeln zur Rettung des Landes ergreifen." Korrespoudenzeu und Nachrichten. Deutschland. 0. Berlin, 5. November. Als Kuriosum theile ich Ihnen die folgende Notiz ans dem ״Bert. Tagebl." mit: Ein jüdischer Thierarzt hat sich seit mehreren Jahren zur Ruhe gesetzt und führt als Hausbesitzer in einer Stadt Mitteldeutschlands ein beschauliches Dasein. Jüngst vermiethcte er an einen Negierurigsaff'essor eine Wohnung. Andern TagS spricht letzterer schriftlich sein Bedauern aus: Er könne die Wohnung nicht beziehen, da er prinzipiell nicht bei einem Juden wohnen wolle. Unser Hausbesitzer antwortet sofort: ״Geehrter Herr! Ich muß Ihnen auf Ihren Brief ׳ mittheilen, daß Sic die gemiethete Wohnung zu bezahlen haben. Im Uebrigen muß ich Ihnen offen ge«, stehen, daß mir Ihr Verfahren in meiner Praxis noch nicht vorgckommen ist. £. £., approb. Thierarzt." C. Berlin. Im Monat September fanden 1075 Eheschließungen statt. Bei 927 Eheschließungen waren Mann und Frau gleicher Konfession, bezw. Religion, und zwar waren 867 evangelische, 25 katholische, 35 jüdische Paare. Evangelische Mischehen waren 63 mit 60 katholischen, 2 jüdische, 1 dissidentische Frau. Katholische Mischehen waren 75 mit evangelischen Frauen. Jüdische Mischen waren 10 mit 7 evangelischen, 3 katholischen Frauen.