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Jeschurun · 1886-11-04 · Heft 44 (4.11.1886) · p. 691

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 44 (4.11.1886)
Article
Der Abrahamssegen
Date
1886-11-04
Page
691 (sequence 3)
Language
German
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691 und unbedingt deine Nachkommen vermehren, wie die Sterne deö Himmels und wie der Sand, welcher am Ufer deö Meereist, und dein Same wird das Thor seiner Feinde erben — und cS werden sich durch deinen Samen alle Völker der Erde segnen, als Folge dessen, daß du Meiner Stimme; gehorcht hast." dann sollten wir nicht der unaufhörlichen Erziehung und Prüsung bedürfen, um für unsere Aufgabe würdig und fähig zu werden, dann sollte die Menschheit so rasch das von Abraham verwirklichte Ideal hehrer Mcnschcngroße erreichen?'? Wir wissen cs — Gott hat cS verheißen — die Lehre und das Gesetz, welche die Enkel Abrahams als daS weltbcherrschende und weltbcglückcnde Prinzip ״allen Familien dcS Erdbodens״ zu verkünden haben, wird trotz des Widerstandes und der Feindschaft, die man diesem Prinzip und seinem Träger, den! Sarnen Abrahams, cntgcgcnbringt. doch endlich die Anerkennung aller Völker finden. Bis dahin sind sie alle des Segens iheilhastig, den Abrahams Söhne ihnen bringen, aber sie verkennen diese scgcnsoolle Mission Israels — dann aber werden sie willig anerkennen, daß Israel zum Segen gesandt war und überall Segen auSgestrcut hat, wohin cS die Hand GottcS geführt. Mische Miefe aus und iilier Rchluud. Bon Pknikl. (Aus dem Hebräischen übersetzt.) VI. Aus diesem hinterlistigen Gcbahrcn erwächst aber großes Unheil. Weil sie sich nicht offen und ehrlich und für Jedermann kenntlich zu dem Abfall bekennen, den zu propagircn sie unablässig bemüht sind, so weiß man sich nicht vor ihnen zu schützen. Man räumt ihnen vielmehr arglos die einflußreichsten Skellungcn ein. Sie stehen als die Leiter, Führer, Wohlthütcr und Vertreter der russischen Jndcnschaft da. ES mangelt eben an dem nöthigen Scharfblick, um sic in ihrem eigentlichen Wesen und nach ihren eigentlichen Zielen zu erkennen. So mrbrcitct sich in unausgesetzter, von Nicmandem gestörter Thätigkeit das unter gleißender Hütte verborgene Gift des Treubruchs vermittelst der von den verkappten Reformern, den Maßkilim, gcpstcgten Literatur. Langsam, stetig, unbemerkt und nnaushaltsam drängt dieses Gift in immer weitere Kreise unserS Volkes und zerstört daS Mark desselben. DaS arme Volk! Es merkt nicht, wie in seinen Augen durch dieses langsam wirkende, zehrende und verheerende Gift nach und nach zunächst die Achtung vor unseren Weisen, deren reine Hände das göttliche Gesetz in seiner mündlichcn Tradition uns bewahrt, immer mehr schwindet; — wie sodann der Zweifel und die Leugnung der Göttlichkeit und Unantastbarkeit dieser mündlichen Lehre, wie sie im Talmud nicdcrgeschrieben, immer weiter um sich greifen; — wie sodann endlich die Göttlichkeit des JudcnthnmS, der Thora und der Propheten, überhaupt geleugnet wird. So breitet sich allmälig das Gift der verderblichen Lehre der Reform unter uns aus. Es ist leider schon dahin gekommen, daß man in manchen jüdischen Kreisen einer gründlichen Verachtung nicht nur gegen das Judenthum, sondern auch gegen die Juden selbst begegnet. Man möchte sich hier am liebsten seines eigenen Wesens entkleiden, seinen Ursprnng verleugnen können. Die jüdische Ab--- stammung erscheint hier, unter Juden!, als ein Makel. Alles, was jüdisch ist, gilt als verächtlich, geringfügig und verkehrt, dagegen verherrlicht und überschätzt man hier in Ueberschwünglichkcit fohne Prüsung Alles und Jedes, was nichtjüdischcm Boden entstammt. Die widrigste und läppischste NachahmungSsucht ist in diesen sich ungeheuer gebildet und aufgeklärt dünkenden Kreisen zu finden. Es wird ganz systematisch auf dieses Ziel der gänzlichen Vernichtung des Judenthums hingearbeitct. Die großen Thatcn der Maßkitim-Neformcr werden unaufhörlich marktschreierisch verherrlicht, als ob sie die Einzigen und Ersten wären, welche sich deö matcriellcn und geistigen Wohles ihrer Nation annchmcn. Sie allein seien die wahrhaft großen und verdienstvollen Männer. Die früher und jetzt lebenden frommen und gottcsfürchtigen Rabbiner hätten sich niemals um ihr Volk bekümmert. Sie, die Reformer, allein seien die Grundfesten und Säulen des Judenthums! Als ob der Gaon Nabbeun Eliah niemals gelebt hätte, als ob dessen zahlreiche und ihres großen Meisters würdige Schülerschaar niemals cm ausgcbreiteteS Feld in gesegneter Thätigkeit bestellt hätte, als ob alle die hervorragenden Leuchten und Zierden unseres Volkes, die großen Männer des Geistes und der praktischen. Thätigkeit, niemals für dessen geistige und materielle Wohlfahrt gestrebt, gesorgt, geschaffen und sich aufgeopfert, als ob solche Männer überhaupt niemals in Israel anfgcstanden wären, also gebehrdet sich die maßkilisch-reformistische Literatur. Für sie cxistirt keine Vergangenheit und die Gegenwart beginnt erst mit ihren Größen. Die in lebendigster Wirklichkeit vorhandenen Schopfnngcn eines N. Chajim in Wolosin, der für die jüdische Wissenschaft und sein Volk so unendlich Großes geleistet, daß man von ihm in buchstäblicher Wahrheit sagt: ״Nabbeun Chajim ist nicht gestorben — sein

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