Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 44 (4.11.1886)
- Article
- Der Abrahamssegen
- Date
- 1886-11-04
- Page
- 689 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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O xf\A,A<V zur ZNLMMg jüdischen Geistes und jüdischen in Haus, Gemeinde und Schule. M 44. begründe} neu SllMsvll Nllphs!ek Hll'sch, JMIWr 11. Israrfilififint Hfligionggcfffffifiafl jk dreanüfuct a.Ä Neue Folge. —— Vierter Jahrgang. Hcraiiszcgeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaac Mrsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 Jib. 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Ieschurnn zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 J6 oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich; für 14 J6 ober 18 Ir. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^Z f. d. ^gespaltene Petitzcile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artillcriesir. 2V. Inhalts-VerZerchrriß von Nr. 44. Der Abrahamssegen. — Indische Briefe aus und über Rußland (VI). — Der internationale Antisemiten - Kongreß in Bukarest. — פךקי אבות (Fortsetzung.) — Gistsaat (Fortsctznng). — Eine Berhaiidlung des ungarischen Landtages vor fünfzig Jahren. — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (2), Breslau, Trier, Memel, Wien, Krakau, Rotterdam, Bordeaux, Dublin, Kiew, Krajowa, NeworleanS, Boston. — Inserate. er AbrahllinsskM Wenn wir des Trostes und der Erhebung dedürfen ob der Verkennung und Verachtung von Seiten unserer Mitbürger, ob der Verkennung und Miß׳, achtung des JudenthnmS von Seiten unserer eigenen Brüder, so möchte dieser Trost und diese Erhebung nirgends besser zu schöpfen sein, als aus den Abschnitten der heiligen Schrift, welche unsern Geist in diesen Wochen beschäftigen. Die erhabenen Gestalten der hehren Männer, die Ahnen des jüdischen Stammes, treten uns entgegen in der Glorie der Verheißungen, welche Gott über sie und ihre Nachkommen ausgesprochen. Die erste dieser gnadenvotlen Verheißungen ist die an Abraham gerichtete: '״ ואעשך לגר גדול ופרIch werde Dich zu einem großen Volke machen — Ich werde Dich segnen — Ich will Deinen Namen groß werden lasten: werde Du ein Segen!" Giebt cs ein trostreicheres, erhebenderes Bewußtsein, als diese Worte Gottes in unserer Brust stets lebendig erhalten? Sind doch wir die Enkel des ManncS, an welchen sie ergangen, sind doch wir und unsere Enkel die Erben dieser scgcnsvollen Verheißung Gottes! Und wenn in dem Zeitraum von mehr denn scchsunddreißig Jahr- Hunderten, welche seit dem Augenblicke verflossen sind, da Gott Liesen das Heil der ganzen Menschheit bedingenden Segen — ״und durch Dich werden alle Familien des Erdbodens gesegnet werden" — an uns und unsere Nachkommen unauflöslich geknüpft, noch keine einzige Spur der Erfüllung dieser göttlichen Verheißnng dem sterblichen Auge sichtbar geworden wäre, so wäre sie dennoch der nimmer versiegende Born des Trostes und der Erhebung für alle Verkennung und Verachtung, Lenen die Nachkonunen Abrahams jemals anSgesctzt werden könnten, so gewährte sie dennoch Trost und Erhebung für die uiederdrückende Wahrnehmung, daß so viele der AbrahamScnke! dieses Segens nicht würdig erscheinen. Ein Menschcnkreis, welchen Gott zum Träger des MenschenheilS sich erkoren, der kann nicht durchaus verworfen sein, der kann niemals so entarten, um in allen seinen Gliedern der ihn adelnden Bestimmung uneingedenk und unwürdig zu