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Jeschurun · 1886-10-28 · Heft 42-43 (28.10.1886) · p. 679

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 42-43 (28.10.1886)
Article
Giftsaat
Date
1886-10-28
Page
679 (sequence 3)
Language
German
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679 verleiht. Darum ist und bleibt der Jude immer Jude. Er nimmt von der fremden Kultur nur dasjenige an, was feiner eigenthümlichen Natur behagt und macht dieser jene unterthan, er geht aber niemals in eine andere Kultur auf. Er ist darum der Herrscher und übt seine Herrschaft gan; nach Maßgabe der ihm seit Jahrtausenden angeborenen und anerzogenen Gewohnheit: kaltblütig, heimtückisch, rücksichtslos ausbeulend, grausam. Damit war der gewandte Mann auf das eigentliche Thema seines Vortrags gekommen. Er schilderte, wie die instinktive Abneigung, welche alle Völker gegen die Juden von jeher gehegt, der unwiderlegliche Beweis sei, daß deren eigentliche Natur den Inden abstoße. ES war deshalb von jeher in den kräftig ansblühenden Staaten Gewohnheitsrecht, sich den Inden fern zu halten, ihm aber jedenfalls keinen Einfluß auf die Gestaltung des Staatslebens zu gewähren. Das Brechen mit dieser Gewohnheit habe sich stets und überall mit der Vernichtung des Staates gerächt. So im Alterthum, als Egypten einen Inden zum Herrscher hatte, so in Persien, als der jüdische Einfluß übermächtig wurde und durch die Jntriguen der Inden die beabsichtigte Selbsthülfe des Volks vereitelt wurde, so in Spanien, als unter den Mauren die Inden die Maßgebenden im Staate wurden. Und so fei es auch ein Zeichen der Entartung und besiegle den Untergang der heutigen Kulturstaaten, daß sie den Juden die volle Gleichberechtigung eingeräumt, welche sie ihnen in weiser Beachtung der tausendjährigen Gewohnheit bislang verweigert hatten. In athemloscr Spannung hing das Auditorium an den Lippen des Redners, welcher, von seinem Gegenstände erfüllt, mit ,hinreißender Begeisterung sprach. Die Nothwendigkeit der Selbsterhaltnng zwinge zur Verdrängung der Juden aus der ihnen nicht gebührenden Gleichstellung. Eine furchtbare, dämonische Gewalt, das unerbittliche Muß beherrsche die internationalen Beziehungen. Vor seinem ehernen Gesetz habe sich Alles zu beugen. Wehe dem Volke, das sich ihm entgegenstemmt, dreimal wehe den entarteten Schwächlingen unter den Völkerfamilien, die nicht Alles zermalmen, was der ungehinderten Entfaltung ihres eigenthümlichen Wesens im Wege steht. In keinem Staatsbürger können zwei Seelen herrschen. Zwischen den Genien der Nationen giebt es keinen Vertrag. Einer muß -ein andern weichen. Verbrechen ist es. mit der Vernichtung zu zaudern, so man dazu die Kraft besitzt.* Der großmüthige Starke nährt mit der Duldung des schwächeren Antipoden eine Schlange am eigenen Busen, unter deren Umgarnnng er endlich diesem Schwachen zur Beute fällt. Es giebt keinen größeren Gegensatz als den Juden und die Arische Rasse. Des Ersteren Natur ist die zähere, ausdauernde. Unter seiner Umarmung hauchen die Glieder dcS Letzteren ihr Leben aus. Es giebt darum keinen größeren verhängnißvolleren Fehler, als die Judenemanzipation. Würden die Juden absorptionSfähig sein, dann hätten sie längst sich mit den Ariern verschmelzen müssen. Was man nur an Unbillen einer Menschenfamilie anfbürden könne, das sei redlich Seitens der arischen Völker gegen die Juden während Jahrtausende geschehen — aber ohne Erfolg. Nur ein Mittel gebe es: völlige Austreibung, wenn man zu einer Ausrottung nicht schreiten wolle. Aber weder das Eine noch das Andere und dafür völliges Preisgeben des eigensten Wesen durch die Judenemanzipation, das sei ein Selbstmord der Arier. Die Frage liegt also: wollen wir nntcrgehen, oder wollen wir den Feind unseres Wesens, der als Krebsschaden an unserm Marke zehrt, vernichten. Und weil die Frage also liegt, so ist sie keine Frage. Er bemerke ausdrücklich, daß er diese Frage nur theoretisch behandele. Er wolle gewiß nicht zu Mord und Todtschlag auf« fordern. Aber, wenn die Blätter der Geschichte solche in Bezug auf die Juden zu verzeichnen habe, so seien sie eben eine geschichtliche Nothwendigkeit. — Die Welsinger hatten eine solche Sprache noch niemals vernommen. Das war nicht der Hetzruf des Pöbels, der von Branntwein und Randsncht trunken, sich ans den Inden wirft, um zu sengen und zu brennen. Das war ja der Mann der Wissenschaft und Bildung, der edle Patriot, welcher als traurige Nothwendigkeit zum Vernichtungskampf auffordert. Wenn an dieser Rede sich die Aufforderung angeschlossen hätte, sich als Streiter für die heilige Sache der Erhaltung der eigenen Nationalität znm Kriege gegen die Juden freiwillig zu melden, so würden unter dem gewaltigen Einflüsse dieser mächtigen Beredsamkeit sich Hunderte zu den Einzeichnungslisten gedrängt haben. Ein Beifallssturm erhebt sich, als der Redner geendet. Alles drängte zu der Tribüne, um dem großen Manne die Hand zu schütteln, um der Ehre thcilhafrig zu werden, von ihm einer direkten Ansprache gewürdigt zu werden. Die anwesenden jüdischen Zuhörer aber schlichen beschämt und von einem wahrhaften Grauen gegen diesen (furchtbaren Mann erfüllt, von Allen gemieden, heim. (Fortsetzung folgt.)

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