Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1886-10-28 · Heft 42-43 (28.10.1886) · p. 675

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 42-43 (28.10.1886)
Article
Aus der christlich-sozialen Partei
Date
1886-10-28
Page
675 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2933154-2933196-2967472--23285-2967540
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

675 orthodoxen Juden, absichtlich in große Verlegenheiten. Andererseits berauschte er sie durch unerwartete Ehrenbczeugungen. S.ie schmeichelten dem Gewalthaber aus jede Weise, ließen sogar seine Büste in der Synagoge anfstellen und vor derselben Hymnen singen und Lobreden halten. Obwohl nun auch der SanhcLrin bcfriedigende Antworten gab, traute der Kaiser doch nicht den Juden, sondern oktroyirte ihnen eine Konsistorial- Verfassung und schränkte ihre Rechte wieder ein. Redner streifte dann das Aufkommen der Börse, der jüdischen Finanzgrößen u. s. w. und erinnerte an die Rothschilds, an Cremieux, Dccazcs, an die Alliance israclite u. s. w. Bei jedem Regierungswechsel in Frankreich waren die Juden betheiligt und wußten sich der Anfangs immer schwachen Negierung unentbehrlich zu machen und dadurch oben auf zukommen. Die verschiedenen Versuche, Rothschilds Macht zu brechen, unter Napoleon IN. durch den Kredit mobilier, und durch die Christianisirung des Kapitals (Bontonx) u. s. w. schlugen alle fehl und dienten nur zur Schädigung des Publikunts. Die Inden blieben, die Rothschilds voran immer obenauf. Rothschild ist nicht nur :nächtig, sondern geradezu allmächtig. An Stelle des von den auch die Presse beherrschenden Juden immer mehr als die Religion der Vergangenheit dargcstelltcn Christenthums, erhebt sich eine neue Religion: Der ״Glaube an Rothschuld", den ein Berliner Blatt ausdrücklich als den Trost der Niedergeschlagenen und als die Quelle neuen Muthes für Verzagte und Verkrachte nennt. In Frankreich wird dem Christenthume geradezu von den Juden der Krieg erklärt, und was vom Christenthum noch da ist, wird in Schutt und Scherben geschlagen. Die Juden haben nicht nur das Geld, sondern auch die Eisenbahnen, den Grundbesitz, die Presse in Händen. Die Negierung selbst, alle Behörden sind vcrjndet.. Ein Finanzminister, der nicht Jude ist, ist gar nicht mehr denkbar. Die Regierung der National-Vcrthcidigung bestand aus drei Juden und einen: .Halbjuden, die denn auch nicht versäumten, im Augenblick der größten Gefahr durch die Juden-Emanzipation in Algier neue Gefahren für Frankreich zu schaffen. Die Aristokratie vermischt sich allgemein mit den Juden. Bei den Orden die sie begehren, ist ihnen die Krcuzform peinlich. Sie wünschen eine ״laienhaftere" Gestalt. Das Revanchegeschrei gegen Deutschland geht von deutschen Juden aus; die meisten heißen Meier. (Heiterkeit.) Ein Jude Meier hat auch die Vendomesäule umgerissen. (Große Heiterkeit.) Der Buchhandel, das Theater u. s. w. sind in Händen der Juden. Zwei blutige Kriege wurden von der neuesten Republik für Judeninteressen geführt: In Tunis, wo 18 000 Soldaten fielen und dafür die von Gambetta und seinen Freunden an sich gebrachten Aktien der tunesischen Anleihe von 125 aus 500 stiegen, und in Tonking, wo der Krieg erfolglos war, aber unter Anderem auch 30000 Christen das Leben kostete. In Frankreich ist beinahe keine Kraft der Reaktion gegen die Judenherrschast mehr da. Die Kirche ist machtlos; sie ist, wie überall, wo die katholische Kirche allein existirt, mit dem sinkenden Volke gesunken: die Jugend ist dem Materialismus, der Sinnlichkeit verfallen. .... Auch bei nnS, so schließt Redner, ist nicht alles, wie es fein sollte. Auch W!r sehen btc Juden in manchen Stellen, wo wir sie nicht sehen möchten; aber zur Hoffnungslosigkeit haben wir noch keinen Grund. (Beifall und na! na!) Zchntausende reagiren bei uns gegen die Judenherrschast; namentlich in der Jugend lebt die Ueberzcugung, daß es anders werden muß. Dazu gehört aber Treue, Freudigkeit, Ausdauer im Kampf, bis sich eine Partei in den gesetzgebenden Körperschaften findet, die diese Frage einer Lösung cntgegenznsührcn bestrebt ist. (Beifall.) Wir dürfen auf Sieg hoffen, wenn wir kämpfen als Christlich-Soziale, kämpfen als Christen in dem Zeichen, das zn allen Zeiten das Symbol des Sieges gewesen ist, und in der Nachfolge dessen, der vom Himmel ans die Erde gekommen ist, wn das Reich des Egoismus zu zerstören und anfzurichten ein internationales, ein christlich-soziales Reich, das Weltreich der Liebe. (Stürmischer Langanhaltendcr Beifall.) Hofprcdiger Stöcker dankt den! Redner herzlich und betont, daß bei uns im Unterschied von Frankreich die Negierung noch nicht vcrjndet sei. (Beifall.) Je mcfjr ein gesunder Staatssozialismns vordringt, desto mehr wird auch der wirthschaftliche Einfluß der Juden gebrochen werden, desto mehr wird ihrem MammonSgeist ein Damm entgegengesetzt werden. In der lebhaften Diskussion erörtert Herr Robert, daß cS bei uns auch schon arg genug sei, was unter Anderem die Stellung des Juden Singer bei den Sozialdemokratcn beweise. Herr Perleberg behandelt den Einfluß der Inden auf die Kommnnal-Berwaltung mit den Beispielen: Straßmann und Löwe. — Hofprcdiger Stöcker bittet den Redner, von Tobten nicht uncrwicsene Behauptungen aufzustcllcn, was Redner dann auch unterläßt. AuS einer längeren Rede des Hofprcdiger Stöcker greifen wir noch heraus: Die Judeufrage erfordert eine ausdauernde und und immcrwährcndc Agitation. Sie dars nicht zu heftig angcfaßt werden. Im ersten Wahlkreise haben 'wir doch schon erreicht, daß man hier keinen Juden mehr aufstellt. Später werden wohl auch die Arbeiter das Unwesen der jüdischen Agitation erkennen; so lange die Juden aber die Presse in Händen haben und die Christen darauf abonniren, wird ev noch nicht besser. Wenn die Deutschen Ehrgefühl hätten,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.