Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 42-43 (28.10.1886)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1886-10-28
- Page
- 673 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 42 11. LS. 678 Zeschurmi. ■פרקי איות. Uebersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. (Fortsetzung.) *)15. R. Elasar der Mndac sagt: Wer die Heiligthümer entweiht, wer die Festzciten mißachtet, wer -aS Angesicht seines Nächsten öffentlich beschämt, wer den Bund Abrahams, unseres Vaters, stört, und wer der Halacha widersprechende , Auffassungen in der תורת anfthut, wenn er gleich תורה-Wissen und gute Thaten besitzt, hat keinen Anthcit an der künftigen Welt. Sauhedrin 99, a. wird diese Mischna also zitirt: המחלל את הקדשים והמבזה את המועדות והמפר בריתו של א״א והמגלה פנים בתורת ונו׳ והמלבין פגי חברו ברבים. Tcmpelheiligthümcr, Festzeiten, Beschneidung, sind Gottesstiflungen, durch welche das Bewußtsein von der heiligen Bestimmung des Einzeluen und der Gesammthect, sowie Gesinnungen und Vorsätze, für deren pflichttreue Lösung für die Gegenwart und alle Folgcgeschlechter scstgehalten, ncubelcbt und vor jeder mißbräuchlichen Entstellung geschützt werden sollen. In ihrer geschichtlichen Zeitfolge sind sie rückschrcitend genannt. Dem Bau des 8’משכן waren die sich alle an יציאת מצרים anschließenden מועדים vorangegangen, בריתו של אברהם אבינו war aber der erste Anfang unseres nationalen Daseins. Boden und Quelle dieser Erkenntnisse ist die תורה. Vor Abrahams Erwählung ruhte aber das Bewußtsein von der sittlichen Bestimmung des Menschen auf dem Bewußtsein von der allgemeinen höheren Menschenwürde als Gottes Ebenbild. Es meint rum unsere Mischna, es sei vielleicht möglich, daß Jemand ohne מועדות ,קדשים und מילה, ja bei geradezu seindlichcm Verhalten gegen dieselben und mißbräuchlicher Behandlung der תורה, sowie völliger Verkennung der unverlierbaren höheren göttlicheu Menschenwürde, doch zu einem gewissen Grade von riTuVBiffcn und zu einer Ausübung guter Handluugen gelange. Allein gleichwohl hätte ein solcher הלק עולם הבא verscherzt. Denn die großen jüdischen Institutionen, Tempclheiligthünlcr. Festzeiten, Miloh, dus geosfenbarte Gottcswort, die Lehre von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen, sind einem Jeden von unS nicht nur als Mittel für seine eigene sittliche und geistige Vollendung übergeben, sondern sie sind uns der für die geistige und sittliche Vollendung׳ unserer jiidischeu Gesammthcit und der Gcsammtheit der Menschheit uns auvertraute große Gottcsschatz, den wir als •) רבי אלעזר המו •*עי אומר• המוזיל* אה־הקדשים והמבזה את־המועדוח ומלבין פגי הביו כרמם ומפר בייוט של־ אברהם אמני והמגבה פגים בהווה עליא בה^כה׳ אף־על־ם׳ שיש כיח הירח ומעשים טובים׳ אין ל*ו חרק?1עולים הבא. Sendboten, Werkzeuge und Priester des auf Erden heranzubringenden GottesrcicheS mit unserem Herzblut vertheidigen und mit dem Einsatz unseres ganzen denkenden, wollenden und vollbringenden Seins zu einer größeren Anerkennung und Huldigung zu bringen haben. Wer eine dieser GotteSinstitntiouen seinerseits verkümmert, der hat, so weit an ihm liegt, die Zukunft deS GotteSreichS ans Erden untergraben und damit, was auch sonst seine geistige und sittliche Begabung sein möge, seinen Antheil an der künftigen Ewigkeit verscherzt. Sanhedrin 99, a. werden alle diese fünf Versündigungen, als unter dem Ausspruch כי רבר ד' יבזה begriffen, als eine Höhnung des Gottcswortcö aufgefaßt. Die fünf Gegenstände, gegen welche die Versündigungen gerichtet sind, sind ebensowohl Ausflüsse des Gottes- Wortes, als sie selbst im Dienste der Verewigung und Verwirklichung des Gotteswortes stehen. מלבין פני הברו ברבים ist die größte Versündigung gegen die durch die Gottcbcnbildlichkcit jedem Menschen innewohnende Hoheit und Würde. Nach Sanhedrin 99b. giebt es auch noch eine andere Ausfassttttg von מנלה פנים בתורת außer der von uns hier angenommenen. Es wäre dann פנים nicht die Erklärnngsweife der תורת, als welche dieser Ansdruck wiederholt vorkommt, wie in dem Satze: מ״ט פנים לתורת, sondern es stände פגים in der eigcntlichcn Bedeutung: Angesicht, und wäre dann נלוי פנים Gegensatz von הסתרת פנים, von Gcsichtsverhüllimg, dem Ausdruck der Bescheidenheit, somit: Keckheit, Frechheit. (Uebersetzt doch der 2 תרנום. B. M.!4, 8 und 4. B. M. 15, 30 ביר רמה durch בריש גלי, mit entblößtem Haupt.) מגלה פנים בתורת hieße daun: sich ftech und keck gegen die תורתי benehmen, als welches dort מבזה ת" ה das Beleidigen und geringschätziges Behandeln von Thoralehreru, ja schon מבזת הברו בפני ת״ה begriffen wird, wenn Jemand die Gegenwart eines ת״ת so wenig achtet, daß er seinen Nächsten in seiner Gegenwart beleidigend hcrabwürdigt. Schwierig wäre nach dieser Auffassung das שלא בחלבה. Es scheint auch dort, daß dann diese Beifügung größtentheilS fehlt. *)10. N. Jischmael sagt: Sei leicht einem Haupt gegenüber, bedächtig gegenüber der Jugend und nimm jeden Menschen mit Freuden ans. ראש: wer als leitendes Haupt an die Spitze eines Vereins, einer Angelegenheit rc. gestellt ist. קל: leicht beweglich, leicht zu leiten. נוה: ruhig, bedächtig. תשחרת: wie מרחם משהד (Ps. 110.) הילדות והשהרת (Koheleth 11.): die Morgenzcit des Lebens, die Jugend, Einem mit der Leitung eines Vereins, einer Versammlung, einer Gesommtheit rc., denen du angehörst, be- •> רבי ישמעאל1 אומר• הוד, קלי ליראש ונוח :1השחרת והוה מקבל1 את־כל1־ הארם בשמחה•