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Jeschurun · 1886-10-13 · Heft 41-42 (13.10.1886) · p. 653

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 41-42 (13.10.1886)
Article
Ist das Schächten auf dem Wege der Bundesgesetzgebung zu untersagen?
Date
1886-10-13
Page
653 (sequence 3)
Language
German
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653 könnte, für die ihm ein kompetentes Urtheil vielleicht weniger abgesprochen werden dürste. Bern, im Mai 1886. (Aus dem ״Schweizer-Archiv für Thicrhciknnde" XXVIII. Band. 5. Heft 1886.) Aus dm Gchkiiuarchiv der Reform. Diskrete Mittheilungen, veröffentlicht von Zosnath Paneach. Als Vorbenrerknng zu den folgenden Mittheilungen nur ein paar Worte. Der Herausgeber macht sich keines Vertrauensbrnchs durch diese Beröffcntlichung schuldig. Er ist auf durchaus legalen und loyalen Wegen Besitzer dieser höchst interessanten Papiere geworden. Da solche im Grunde Eigcnthum des großen Publikums ohnehin insofern sind, als die Thaten und Gedanken bedeutender Männer den wahrhastigen Nationalschatz eines Volkes bilden, so glaubt der glückliche Besitzer dieser kostbaren Dokumente, durch deren Veröffentlichung sie eigentlich nur dem wirklichen Eigenthümer zuznstcllen, was ihm bis jetzt entzogen gewesen. Wer da weiß, daß es auch dem redlichsten Manne ost tleberwinduug kostet, sich von einem Besitzthnm zu trennen, über welches er meist 66 jure das ausschließliche Verfügungs- und Benutzungsrecht hat, das aber trotzdem ans moralischen: Grunde noch mehreren Nutzungsberechtigten gebührt, der wird dem Herausgeber dieser Schriftstücke gewiß nicht die Ancrkennnng vorenthalten wollen, daß er durch ein schweres Opfer sich um die Mit- und Nachwelt wohl verdient gemacht hat. I. (AuS einen: etwas vergilbtem Dokument. Datum fehlt.) Verehrter, thenrcr Amtsbruder und Kampfesgenösse! Sie und die anderen würdigen Freunde und Mitkämpen erweisen mir allzttviel Ehre, indem Sic mich aufsordern, durch den Entwurf eines KriegsplanS gleichsam die -Leitung und Führung des großen Feldzuges zn übernehmen. Ich kann und darf mich einer solchen Aufforderung nicht entziehen. Sie und die Freunde, ja noch mehr die Geschichte, hat ein Anrecht auf meine Leistung. Mißverstehen Sie mich nicht! ES ist keine Ucberhcbung meines eigenen Jchs. Das selbe Recht, welches Andere auf mich haben, das habe ich auch auf sie, und ich mache es voll uüd ganz geltend. Viribus unitis sei unsere Devise. Wollen!sie mich zum Chef des Gencralstabes — nun, sprödes Zieren ziemt nicht dem Mann. Sie, die mich dazu auserkoren, sie. allein tragen die Schuld, falls sie einen besseren Taktiker hätten haben können und einen Stümpex sich erwählen.-Klarer Ueberblick der Situation. Wir haben den Feind von allen Seiten. Er nimmt' allerdings keine drohende Stellung ein. Im Gegentheil. Den Finsterlingen und Stabilen geht eS wie den Kanaanitischcn Stämmen. Vor dem kraftvollen Austreten der kleinen Schaar begeisterter AufklärungSfreunde weichen sie in Hellen Haufen zurück. Ja, Freunde, eS ist ein erhebendes Gefühl. Wir schreiten von Sieg zu Sieg. Aber es ist nur ein armseliger Kampf, armselig, weil der Gegner sich überall feige zurückzieht. So zieht sich der Krieg in die Länge. Es muß zn einer Entscheidungsschlacht kommen. Der Gegner muß mit einem Striche zum Nimmcrwicderaufkommcn zu Boden gestreckt werden. Zu dieser Erkenntniß sind wir Alle gelangt. Nun vernehmen Sic meinen Plan in kurzen Zügen. Die Bestrebungen für die Emanzipation, welche in allen deutschen Staaten die' Juden in Athen: hält, müssen uns dienstbar gemacht werden. Offenes Bekenntnis; vor Fürst und Landes- Vertretung: Starre Finsterlinge, Bildung und Wissenschaft abholde Juden, in der That für Emanzipation nicht reif, deshalb auch nicht für düse solche verlangend. Diejenigen aber, welche mit uns dem Lichte der Ausklärung sich znwendcn und dadurch den Mitbürgern nahe treten, mit einem Worte die reformirten Israeliten, sic hätten durch That und Gesinnung ihre Reise doknnleut׳'rl, gegen sie sei es ein Gebot der Gerechtigkeit und Staatsklugheit, die Emanzipation anszusprechen. U. s. w. U. s. w. Lassen Sie mich hierüber Ihre und der werthen Freunde Ansicht baldigst vernehmen. Ich bin in voller Arbeit, diesen nach meiner Ansicht höchst fruchtbaren Gedanken für diesen Zweck ins Einzelne anSzuführcn-. WaS Luther und Melanchton für die deutsche Christenheit geleistet, das der deutschen Judenhcit zu werden, ist der Leitstern unseres Wirkens. Eine einheitliche reformirt-jüdische Kirche unter einem Landeskonsistorium schwebt mir als Ideal vor. Wahrlich, keine leere Schwärmerei! Brüderlichen Gruß. Schreiben Sie bald. Leben Sie wohl. Ibrahim. Korrchoudcuzcil mtb Nachrichten. Deutschland. * Berlin, 6. Oktober. Die von dem ״B.-C." gebrachte, auch von uns reproduzirke Nachricht von dem Geschenke des Kaisers an den Sultan von Marokko ist dahin zu berichtigen, daß dasselbe, ein Talmud-

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