Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 36 (9.9.1886)
- Article
- Der Gottesruf
- Date
- 1886-09-09
- Page
- 561 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2933154-2933190-2966891--22859-2966936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
55. U^ül^nslhrili 11r Fördermlg WiHeu Geistes und jndisihm Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. ^Begründet 0011 ©(UllfOH Nllphc!el Hirsch, JM&inrr 11. Isracfiliffien Jlefigio118üffoff1f1njl All jrraulfart ll. Jl. Neue Folge. Vierter Jahrgang. Hcrausgegeben uittcr Mitwirkiing des Begründers und bewährter Genossen von Afnac LirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag windestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 J6.50^5 s״r daS Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschnrun zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 oder 7 Gulden ofteiT. Währ, nach Deutschland und Oesterreich; für U oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 s. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 29 Inhalts-Verzeichnis; von Nr. 36. Der Gottesruf. —;פרקי* אי;ןיך (Fortsetzung). — Bekenntnisse der Reform. — WaS soll aus unseren unglücklichen Brüdern werden? — Wandelungen (Fortsetzung). — Aus dem Treiben der ״Mission" (VH). — Korrespondenzen und Nachrichten : Hannover, Hamburg, Stettin, Wollstein, Wurzburg (2), Prag, Pettau, Kolomea, London, Konstaminopel, Petersburg, Rußland, Ans dem Gouvernement Kiew, Aus China. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung.).— Inserate. Der GEesruf. Des Ellul Schofarton hallt wiederum durch Israels Reihen. Es ist die Stimme des Vaters, der sein ihm fremd gewordenes Kind zur trauten Heimstätte rufen möchte, die Ladung des Königs, der seine Getreuen um sich schaaren will, — es ist der Ruf des Richters, Rechenschaft heischend, der Ruf des Hirten, vor Gefahren warnend — es ist der Ruf Gottes an sein Geschöpf. Sollten wir der Stimme, unseres liebenden Vaters, der Ladung unseres Königs uns entziehen? Sollten wir nicht folgen der Mahnung und Warnung des gerechten Richters, des getreuen Hirten, sollten nicht vernehmen den Ruf unseres Gottes? Unsere Alten haben diesen Ellul-Schofarton in ^die Worte der innigsten Liebe und Hingebung umdeutet אני לדודי ודודי לי .,Ich bin meines Freundes und mein Freund ist mein", und der Hall des Schofars erweckte in ihrem Herzen sehnsüchtiges Verlangen nach dem Vater der Menschheit, der in liebendem Erbarmen seinem zu ihm zurückkehrenden. Kinde die Vaterarme öffnet. Wie sehr auch immer der Mensch sich seinem Gotte cutfremdet hat, Gott harret sein in unendlicher Gnade; wie tief auch immer der Mensch in Jrrlhnm und Fehl gesunken ist, Gott sucht ihn auf. Der weckende Ruf ״ איבתWo bist du?", mit welchem Er, der 'n אלופי׳, der Alllicbcnde-Allgercchte. den ersten fehlenden Menschen zu sich lud, tönt durch alle Zeiten an jeglichen Menschen, er ist der Inhalt des Schofarschalls im Ellul. Als der erste Ellul das am Sinai in den ausscyließlichcu Dienst Gottes getretene Israel grüßte, fand er dieses Volk in weiter Ferne von seinem Herrn und König; ״Gar rasch war cs aus dem Wege gewichen, den Gott ihm befohlen". Es hatte Gott die eben geschworene Treue gebrochen. In einem Augenblicke der Sorge und Verzagtheit, da es den Führer vermißte, der eS aus Aegypten geleitet, war es dem heidnischen Wahne verfallen, als ob cs des Menschen angelegentlichste Sorge wäre, sich einen Mittler zu schaffen zwischen sich und Gott, und Veranstaltungen zu er-