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Jeschurun · 1886-09-02 · Heft 35 (2.9.1886) · p. 555

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 35 (2.9.1886)
Article
Die Zedern des Libanon
Date
1886-09-02
Page
555 (sequence 3)
Language
German
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Unterbau schattenertragender Holzarten, etwa des wilden JvhanniSbrotbanmeS (arabisch Karuhb), der Wallnuß (arabisch DschauS), tzuor6u8 Ilex :c. 2c. unter die Zedern, also die Anlage dichter Unterbestände, durchaus für erforderlich, soll anders der Wald die wichtige Aufgabe, eine möglichst große Menge meteorischen Wassers festzuhalten und nur ganz allmählich wieder abftießen zu taffen, voll und ganz erfüllen. Bei dem hohen Gcbrauchswerthe des ZedcrnholzcS, welches nicht bloS alle anderen Holzarten durch seinen feinen, von ätherischem Oele hcrruhrenden Dnst übertrifft,, sondern auch, wie das Holz der namentlich auf dem zilizischen TauruS (Kleinasim) wachsenden Gadranizedcr, sich nicht wirst und wie dieses wurmfrei ist, lohnte es sich wohl, in den den Gegenden des oberen LibanonS klimatisch ungefähr gleich stehenden süd- und mitteldeutschen Mittelgebirgen größere Anbauversnche mit dieser Holzart zu machen. Daß die Zeder in den mäßig warmen Gegenden Europas gut gedeiht, beweisen die ans Samen von! Libanon erzogenen Zedern in England, im botanischen Garten in Paris (für welchen T ourncfort im Anfänge deS 18. Jahrhundert den Samen vom Libanon mitbrachte) und die 37 m. hohe Libanonzeder bei Genf. Da ein schätzenswcrther Landsmann von uns, Ingenieur Ernst auö Sachsen, der die Straße von Tripolis über Homs, Hamma, hierher nach Aleppo baut, nur eine Tagereise vom Zcdernwalde zu Tripolis in Syrien wohnt, so kann mau bei gehöriger Bezahlung durch dessen Vermittelung unzweifelhaft echten Samen, bczw. Zapfen, vom Zcdernwalde bei Bschcrre beziehen. Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. L. Leipzig, 25. August. Wie wäre es möglich, daß in der Gegenwart, dem glorreichen Zeitalter des Antisemitismus, eine Versammlung auf deutschem Boden stattfande, ohne daß der Juden dabei gedacht wurde? So ist cö denn auch sehr natürlich, daß auf dem hier tagenden Kongreß der deutsche« Schneidermeister die Juden herhalten mußten, um als Schädiger des ehrsamen Gewerbes an den Pranger gestellt zu werden. Cs wurde darüber bitter Klage geführt, daß die Inden die Schncidcrakademie besuchten und durch die von diesen Anstalten ausgestellten Zeugnisse das Vertrauen deS Publikums sich erwerben. Ja, cs sei gar zu schrecklich, daß selbst Schneidermeister Juden das Zuschneiden lehren u. s. w. Ich bin nun allerdings kein Sachverständiger und weiß nicht, ob die Akademien für DekleidungSkunst so miserable elende Institute sind, daß deren Zeugnisse nicht volles Vertrauen verdienen. Ich habe wenigstens stets gehört, daß z. B. die DrcSdencr Schncidcrschule ein wirklich musterhaft geleitetes Institut ist, welches die Znschneidekunst nach streng wissenschaftlicher Methode lehrt und sehr gediegene Fachleute anSbildct. — Der unverständigen Klage über die Inden trat übrigens ein Münchener Kollege mit dem sehr richtigen Einwande entgegen: cS sei doch bekannt, daß es auch sehr ehrenwerthe Juden und unanständige Christen gebe. 6. Erefeld, im August. Hier tagte die Bersammlung deS Deutschen MetzgergcwcrbcS und berieth unter Andern auch über die, das Gewerbe nahe bcrührende Agitation der Thierschntzvereine. Referent über dieses Thema war Herr Burg aus Berlin, welcher diese Agitation einer sehr schneidigen Kritik unterwarf und entwickelte, wie namentlich die gegen die jüdische Schlachtmethode sich wendende Bewegung ebenso unberechtigt und aus durchaus falscher Voraussetzung begründet sei, wie sie das Interesse des Metzgergewerbes schädige. Er beanspruchte für die Genossen des Deutschen Metzgergewerdes dieselbe Humanität gegen die Thiere, wie solche die Thierschntzvereine für sich in General- Pacht genommen zu haben pratendiren. Allscitigcr Beifall wurde den Worten des Redners zu Theil und einstimmig beschlossen, gegen die bekannte Petition der Thierschutzvereiue bei dem Herrn Reichskanzler Ver- ^ivehrung einzulegen. Memel, 27. August. Am 28. Aw begeht der durch den unvergeßlichen, großen Rabbi Israel Salauter לע gegründete Verein ״חברה גמרה״ sein 25jähriges Jubiläum durch die zum dritten Mate während seines Bestehens vollzogene Vollendung des Studiums des gesammten 1״ס?. ' Möge dieser dem wirklichen ״Lernen" gewidmete Verein im Geiste seines Stifters fortfahren, die Kenntniß des Gesetzes zu fördern und zu verbreiten. * Posen, 30. August. Die ״Pos. Ztg." bringt eine ausführliche Mitthcilnng über die mehrfach erwähnte Verordnung der russischen Negierung, betreffend die Pässe jüdischer Reisenden. Dieselbe lautet: 1״) Alle ausländischen Unter!Hanen mosaischen Glaubens, welche Bankiers und Inhaber allgemeiner bekannter größerer Handelsfirmen sind, können das Visa von den Generalkonsulaten oder Gesandtschaften ohne besondere vorherige Erlaubniß des kaiserlich russischen Ministeriums des Innern erhalten. 2) Sonstige ausländische Unterthancn mosaischen Glaubens, besonders Kommissionäre, Geschäftsreisende, Bevollmächtigte handeltreibender Firmen, können das Visa zur Reise nach Rußland nicht anders erhalten, als nachdem sie sich eine spezielle Erlaubniß dazu Seitens deS kaiserlich russischen MinisteriumS deS Innern erwirkt haben. 3) Alle dlestnigen

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