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Jeschurun · 1886-09-02 · Heft 35 (2.9.1886) · p. 553

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 35 (2.9.1886)
Article
Die Zedern des Libanon
Date
1886-09-02
Page
553 (sequence 1)
Language
German
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M 85. gef(f?11ran, Die ZtdkNl -es Piuiou. DaS ,,AnSland" bringt in Nr. 33 über dieselben einen Aufsatz von Dr. Leo AnderIind, aus welchem wir das Folgende entnehmen: In der Mitte Syriens laufen bic zwei Hauptgcbirgszüge des Landes, der Libanon' und Antilibanon, nur durch das 2—3 Stunden breite Thal der Bekaa (Evlesyrien) voneinander getrennt, in der Richtung׳ von. Nordost nach Südwest ungefähr!00 Inn. fast-parallel nebeneinander. Beide Gebirgszüge bestehen in der Hauptsache aus Krcidekalk: an mehreren Stellen ist derselbe von Gesteinen eruptiven Ursprungs (Melaphyrcn) durchbrochen. Wie aber der höchste Gipfel des Libanon, der׳ Tismarnn (3212 m.), den höchsten Gipset des Antilibanon, den großen Hermon (2660 m.), nicht unbeträchtlich überragt, so ist der ganze Gebirgszug dcS Libanon ntassiger und fast durchgängig höher aufgebant als der des Antilibanon. Indes nicht blos durch seine majestätischen Formen übertrifft der Libanon den Antilibanon, sondern auch dadurch, daß er, abschon er im allgemeinen den Eindruck der Kahlheit macht, doch noch mehr Waldwnchs ausznweisen hat als der Antilibanon. An den Westhängen des unteren Libanon, bei Beirut, finden sich besonders Pinien (?. pinea), theilweise sogar in geschlosscnen Beständen, bei Tripolis die SeestrandSkieser (P.halepcnsis), an den Osthängen des unteren Libanon da und dort, vornehmlich zwitschert Der cl Achmar und Aineta und in nordöstlicher Richtung davon, als Nieder- Wald oder Schncidelwald behandeltes Laubholz (vorzüglich zwei Eichcnarten, dann Tcrebinthe [Pi.stacia Tbrobintlius, arabisch Söutm] rc.). Ja an drei Stellen kommt auch noch die Zeder (Cedrus Libani, arabisch Ahrö) vor, nämlich: 1. Bei Baruk, etwa 30 Km. südöstlich von Beirut; hier stehen die Zedern, wie ich hörte, nicht geschlossen, sondern vereinzelt. 2. 6 Km. ostsüdöstlich voll Bscherre. 3. Etwa 30 Km. nördlich von dem letztgenannten Orte. Freilich sind dies in! Vergleiche zu den in den Zeiten David's. und Salamo's vorhanden gewesenen ausgedehnten Zcdernwäldern nur sehr unbedeutende Partien. Ich besuchte am 23. Oktober!664 den oben an zweiter Stelle erwähnten kleinen Zedcrnwald bei Bscherrc und berichte zunächst die Ergebnisse des Vesnndes, um denselben sodann noch einige Vorschläge folgen zu lassen. Das Zedernwäldchcn bestockt einen Theil eines hügeligen, nur nach Westen, in der Richtung nach Bscherre offenen Gebirgskessels. Die völlig kahlen Ränder des letzteren erheben sich etwa!000—1140 m. über den Grund dcS Kessels; der dem Wäldchen zunächst liegende Theil des Nandgebtrges ist der 3063 m. 553 hohe Dahr el Kodieb. Das Zedernwäldchen selbst steht!925 m. über dem Meere. Man hat erstercS neuerdings in der Hauptsache mit einer hohen, unirberstelgbaren Mauer umgeben und an derselben zwei Thorr angebracht. Der Boden, welchen das Wäldchen bedeckt, besteht aus sieben, 5 größeren und 2 kleineren, Hügeln, eine kleine Anzahl Zedern innerhalb der Mauer steht jedoch nicht auf einem Hügel des KcssclgrnndeS, sondern am Fuße dcS hier steil abfallenden Dahr e! Kodieb. Außerhalb der Mauer besinden sich nur acht Zedern. Der aus Kreidekalk bestehende Boden ist auf der steilen Nordseite der großen, nordwestlichen Bodenerhebung mit Gesteinsbrocken bedeckt. 3m übrigen kommen Steine an der Vodenobersläche nicht so häufig vor. Auf den Hügelrücken überlagert, wenigstens da, wo die Bäume geschlossen stehen, eine Mineralerde und Humusschichte das Grundgestein. Dies gilt mehr oder weniger auch von den meisten Hügelhängen; selbst an dem steilen Hange des Nordwcsthügelö findet sich einiger Humus zwischen den Steinen. Auf diesem Hügel steht, beiläufig bemerkt, im Schatten der Zedern eine kleine maronitische (römischkatholische) Kapelle. Im Habitus ähnelt die Libanonzeder einigermaßen der Tanne, die Aeste stehen fast horizontal und die Kronen sind, bei hohem Alter der Zedern, nicht selten tellerförmig. Die Borke dagegen gleicht derjenigen der Kiefer und Lärche. Die Nadeln und Zweige haben große Aehnlichkeit mit denen der Lärche, sind jedoch Wintergrün. Die Zeder ist nur wenig dichter benadelt als die Lärche, scheint mir daher auch ebenso lichtbedürftig 31t feilt als diese. Wo die Zedern gruppenweise und geschlossen stehen, machen sie zwar nach außen sehr lange, starke und auSgebrettete Aeste; im Innern der Gruppe aber finden sich keine oder nur abgestorbene Aeste. Im Schlüsse erwachsen, stellen die Zedern meist schöne, gerade, aber wenig schlanke Stämme dar; schlank sind diese deshalb nicht, weil sie sehr stark, nicht aber sehr hoch werden. Ueber 25 m. hoch dürste keine sein; die meiften erreichen nur eine Höhe von 14 bis 22 m.; eine Anzahl Bäume bleibt noch unter dieser Höhe. Die Starke der ältesten Bänine, deren Alter manche auf 3000 Jahre schätzen, ist sehr beträchtlich. Ich habe noch keine stärkeren Bäume gesehen. Schon war ich geneigt, die alte, nahe beim Boßmarkte in Damaskus stehende Platane, welche nach meiner Messung,!,10 m. über dem Boden, etwa 1! m. im Umfange hat, für den stärksten Baum Syrien'S und Palästina'S zu halten. Da wurde ich im Zedcrnwalde eines andern belehrt. Die stärksten Zedern finden sich in der Nähr der Kapelle. Die Königin unter ihnen steht wenige Schritte nörd-!ich von der Kapelle an dem steilen Hange. Meine Messung ergab in Brusthöhe einen Umfang von 14,56 m.

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