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Jeschurun · 1886-09-02 · Heft 35 (2.9.1886) · p. 550

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 35 (2.9.1886)
Article
Die Rede des Rabbi Jecheskel Landa
Date
1886-09-02
Page
550 (sequence 3)
Language
German
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550 unvergänglichen Gnaden und Wohlthaten in jener glückseligen Welt! n. s. w. Bei der Erinnerung dieser Wohlthaten müssen wir nicht vergessen, meine Brüder, unserS Kaisers Josef, welcher, ebenso wie vormals unser Erzvater Josef, die Kornspeicher geöffnet hat und seine Milde auch über uns Juden derogcstalten verbreitete, daß zufolge seiner allerhöchsten Befehle uns sowohl wie seinen anderen, christlichen, Untcrthanen an Getreide, so viel die Bedürfnisse erforderten, allerhuldrcichst abgereicht wurde.-— Er wendet sich zur Aufzählung der Thaten der Kaiserin in Betreff der Hebung und Förderung des Schulwesens, der Kunst und Wissenschaft, schildert ihre Holdseligkeit und Freundlichkeit, ihre Herablassung, ihre Einfachheit und Genügsamkeit, ihre Frönunigkeit und Gottergcbeuhcit. Er geht dann auf ihr Familienleben über, auf die Erziehung ihrer Kinder, deren vortresflichstes Kaiser Josef sei — פורת יוסף p, und erfleht für ihn und seine Negierung Segen und Gedeihen von Gott.- Die Rede schließt: Verleihe endlich auch gnädigst, daß wir Inden vor ihm und seinen kaiserlichen Augen Gnade, Milde und Barmherzigkeit finden mögen, und wir werden demselben, sowie cö ohnehin unsere Pflicht erfordert, lieben, loben, segnen und benedeien; — cS sprechen nun Alle mir mit lauter Stimme von ganzem Herzen nach: Es lebe unser allerdurchlauchtigstcr, großmächtigster Kaiser Josef II. in Ewigkeit — Amen! a A,s der Meftmer Staeiniit 1795-1812. (Fortsetzung.) Donnerstag, 30. November, ist durch einen Boten den folgenden Personen angesagt worden, Abends vor dem Justiz- und Polizei-Minister zu erscheinen, nämlich: Parnaß Abraham Aron Prins, לה פיסה p לה וואלף לה יוסף בן ב״ה אהרן פרידא ,וואהג und mir', בענדיבז לה אייזק ווינג p. Wir haben uns Alle dorthin degeben und sind sehr liebenswürdig empfangen worden, nicht durch den Minister selbst, sondern durch den Chef der ersten Abtheilung, Herrn Burret. Dieser cntschuldigte den Minister, daß er wegen unerwartet dazwischen gekommener Umstande uns nicht persönlich empfangen könne, daß aber er (Burret) hellte Abend den Minister vertrete. Er sagte uns, daß schwere Klagen gegen uns eingelausen seien, daß wir nämlich der Anwerbung für das Judenkorps entgegen arbeiteten; daß wir bei der jüdischen Gemeinde sehr großen Einfluß hätten, namentlich bei den armen Leuten, die durch unser Abrathen zurückgehalten würden, in jenem Korps Dienst zu nehmen, und mehr solches Geschwätz. — Doch, gelobt sei Gott! Wir haben von einander nichts gewußt und waren auch nicht auf dieselbe Zeit beschieden. Ich war der erste, nach mir kan!en וואלף וואהג und יוסף פרידא, zuletzt Herr PrinS. Wir Alle haben UNgefähr dasselbe geantwortet, und zwar, daß wir jetzt unterdrückt würden von einigen sogenannten Juden, welche die jüdischell Gesetze abschaffen wollen, und durch einen gewissen, schlecht beleumundeten Kerl, Jakob Marcus und noch durch Andere, die gleichgesinnt sind. Gegen sic alle sind wir gesinnt, dock wir arbeiten dem Befehle des Königs nicht entgegen'; wir haben einen guten, braven König, und cS ist uns bekannt, daß der König bereits vor drei Wochen den Plan eines Indenkorps anfgegeben hat, aber der schlecht beleumundete Jakob MarcnS und seine Komplizen, denen es nur darum zu thun ist, groß zu werden, nicht als Juden, sondern als Christen, wußten cS -dahin zu bringen, daß unser König aufs Neue den Plan zur Verwirklichuug bringen will. Das ist in Streit mit der menschlichen Natur und namentlich für Juden. Wir ersuchten deshalb vernehmen zu dürfen, wer uns angeklagt habe. Er antwortete, dem Minister selbst unseren Rapport und unsere Frage miltheilcn zu wollen. Hiervon ist jedoch nichts gekommen, da auf unsere Erkundigung uns gesagt worden ist, daß ein Minister niemals mittheilt, wer der Ankläger von Jemand ist. Mittwoch, 6. Dezember, ist der zweite Lieutenant des Judenkorps הלח ל מיסה בן פו״מ לה אברהם נייאמעגן gestorben. Auf seinem Krankenbette hat er große Nene gezeigt 1111b bekannt, daß er dazu — Gott bessere cS! — durch Armuth gekommen und er, der ihn dazu verleitet habe, Barend BoaS, Mitglied deS Konsistoriums, gewesen sei. Er wünsche auch, daß bei seiner Beerdigung keine militärischen Ehrenbezeugungen geschehen sollten. Diesem seinem letzten Willen wurde jedoch von den Unterdrückern, die, wegen unserer vielen Sünden, jetzt die Oberhand haben, nicht nachgekommen. Denn Abends erhielten Parnassim in ihrer Sitzung ein Schreiben des Chefs C. Affer, daß aus Befehl des Kultusministers das Militär dem Verstorbenen die letzte Ehre beweisen, und daß der Vizepräsident der Parnassim dabei assiftiren müsse. Ein Familicnglied des Berstorbenen war Abends in der Sitzung der Parnassim, um, wenn möglich, zu erlangen, daß dem Beschlüsse des Ministers keine Folge gegeben werde. Doch Alles half nichts, der Chef ließ nochmals im Namen deS Ministers wissen, daß es geschehen müsse. In der Thal geschah auch Donnerstag nach dem MorgengoltcSdienste die Beerdigung aus folgende Weise. Der

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