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Jeschurun · 1886-08-26 · Heft 34 (26.8.1886) · p. 532

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 34 (26.8.1886)
Article
Pirqe avot
Date
1886-08-26
Page
532 (sequence 3)
Language
German
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532 bau! cs I)ci§t: במושב לצים לא ישב כי אש תורת ד׳ הפצו וגר, er sab nie im Sitz von לצים, weil vielmehr in bei* i׳cl)1*c Gottes fein Streben war, und alle seine Gedanken Tags und Nachts sich in seiner Lehre bewcgtcn. בל שאפשר לו לעסוק בתורה ואינו עוסק, wer sich mit der תורת beschäftigen könnte und thut cs nicht, heißt cs Sanhedrin 90, a., der wird schon zu denen gerechnet, von denen gesagt ist בי דבר ד׳ בזת. (Fortsetzung folgt.) Eine Rede des Rabbi Icheslrel' landa. Des gelehrten und gefeierten Obcrrabbincr der Prager Gemeinde, R. Jecheskek Landa, Rede bei Gelcgcnhcit dcS Ablebens der $aifcrin Maria Theresia ist seinerzeit im Druck erschienen unter dem Titel: ״Trauerrede auf den betrübtesten Todesfall weiland Ihrer Kaiser!. Königl. Apoftol. Majestät Maria Theresia, in jüdischer Mundart gehalten in der sogenannten ,MeisclS-SchuL zu Prag; in Gegenwart des Juden-PrimatoriS, der Acltesten und Gemeinde- Aeltcsten, wie auch anderer Ansehnlichen der Juden- Gemeinde, den!2. des Monats Kislew im Jahre 0 041, den 10. Dezember 1780, von dem Prager Ober- Rabbiner Iccheskcl Landa ans dem Geschlecht Lewi; in das Deutsche übersetzt; gedruckt zu Prag; vid. Leopold Tirsch Revisor Keg. et Gen. Consist. Libr. llebraiconiin." Dieselbe ist in sogenannter Nascht- Schrift gedruckt und weist zum Schlüsse die Gen ehmiguug für die Drucklegung nebst Verwarnung gegen Nachdruck in hebräischer Sprache seitens des Redners auf. ES ist nicht uninteressant, diese Rede des großen Mannes, welche gewiß jetzt wenig bekannt ist, im Anszuge weiteren Kreisen mitzutheiien. Sie ist ein rnhmwürdiges Zeugniß für die warme patriotische Gesinnung des Redners und der Prager Jndenschast ebensowohl, wie für die Gewandtheit, den Takt und den Geist des Redners. Es mag in der Kürze daran erinnert werden, daß Maria Theresia den Juden im Allgemeinen nicht günstiger gesinnt war, als ihre Vorgänger Leopold 1. und Karl V!., daß sie aber dennoch, von GerechtigkeitSgefühl und Milde getrieben, sich ihnen insofern gütig und gnädig erwies, als sic der Willkür der Beamten gegen sie steuerte und manche heilsame und erleichternde Verordnungen zu ihrem Gunsten erließ. R. Jechcskel Landa begann seine Rede mit der Ansührnng Iccheskcl 21,7 1t. ff.: ״Du, Menschenkind, sollst klagen, seufzen n. s. 1ט." und schilderte die allgemeine Trauer und den Schmerz aller Landcskindcr ob des Hinscheidens der Kaiserin. ״Wir seien freilich gleich wie vormals höchst beschmerzt und wie Einer; der Leid trägt über seine erblichene Mutter, von großen Schmerzen beklemmt, indem unsere allerbeste, gütigste, wohlthätigstc Mutter, die durchlauchtigste Kaiserin- Königin Maria Theresia, die Mutter unseres geliebtesten Vaterlandes, die Mutter so vieler durchlauchtigster Sprossen, von uns, leider! abgeschieden ist." Er hätte sofort, nachdem die Trancrkunde. eingelaufen, die Gemeinde versammelt, um zu klagen, aber man bedurfte der Fassung, um das geeignete Wort der Trauer zu finden. ״In Koheleth," so hebt der Redner an, ״da einem jeden Dinge und Vornehmen dcS Menschen die Zeit und Stunde bestimmt wird, heißt cs u. A.: Es ist eine Zeit zu gebären und eine Zeit zu sterben u. s. w. Nun, bei allen obbemeldeten Zeiten steht das Wort davor mit einem עת ללדת ועת לפות) ל עת לבבות ועת לשתוק). Nun sinder man solche achtundzwanzig Zeiten, nämlich vierzehn sein zum Guten und vierzehn wiedernm zum Bösen; und bei allen findet sich voran die ל. Aber ספוד ורקוד steht ohne ל. Nun fragt eS sich: was ist des Königs Salomo Grund gewesen, daß er bei allen Vorigen ein ל zusetzt und bei ספוד lttiö רקוד die ל ausgelassen hat?" Er weist nach, daß alle anderen Verhältnisse einer fremden Veranlassung bedürfen, welche die Zeit dafür günstig stimme. Die Umstände bewirken oder befördern es. daß cs an der Zeit sei zu weinen oder zu lachen. Dafür sei das ל der geeignete Ausdruck. Bei ספוד und דקור aber fehle dieses ל, weil es Zeiten gebe, die an und für sich Zeiten der Trauer und der Lust seien, עת ספוד und עת דקור. Es gicbt eine Klagezeit und eine Frendcnzeit. ״Diese zwei Satze machen den Inhalt meines heutigen Vortrages aus. — Ihr aber, meine Brüder, gönnt mir eure Aufmcrksamkeit. Folgendes משל wird meinen Vortrag mehr aufklären. Setzen wir den Fall, cs stürbe ein Mann, der dem Gemeinwesen zwar nützliche Dienste geleistet hat, aber wenig bekannt unter den Leuten war. Dessen Verlust wird also von sehr Wenigen bemerkt und bedauert. So ist eS benöthigt, daß Einer austrete, der seine guten Werke zu wissen thut, um ihn zu bedauern. — So aber ein Mensch, der von viel Tugenden besessen ist, die alle Welt erkennen, dessen Vollkommenheit beliebt bei aller Welt ist, — da seibiger mit Tode abgcht, so ist sein Name in dem Herzen eines Jeden unauslöschlich und jede Ausmnnternng zum Trauern und Klagen nnnöthig, weil diesen Verlust unser Herz von selbst fühlt — die Zeit trauert von selbst. So wie wir den Verlust des Lichtes von selbst fühlen werden, ohne daß eS nöthig wäre, uns zu sagen: cS ist finster. Das משל ist: Wenn die Sonne mit ihrer Hctlung auf die Erde scheinen will und durch finstere Wolken verhindert wird, ebenso, meine

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