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Jeschurun · 1886-08-26 · Heft 34 (26.8.1886) · p. 531

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 34 (26.8.1886)
Article
Pirqe avot
Date
1886-08-26
Page
531 (sequence 2)
Language
German
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531 von vornhmcili etwas der Verwesung Verfallendes ist und nur das sittlich Geistige in uns, das ein über sich selbst entscheidendes und sich selbst richtendes Bewußtsein von seiner Bestimmung hat, die Verwesung des sinnlich Leiblichen überdauert und in die Ewigkeit cinzieht, um dort Rechenschaft zu geben, wie von ihm seine Aufgabe hicnicden gelöst oder unerfüllt geblieben, und Rechnung darüber zu legen, wie es mit den ihm zur Lösung dieser Aufgaben verliehenen Kräften und Mitteln hauSgehaltcn, und zwar Rechenschaft und Rechnung vor dem, der die absolute Herrschaft über Alles und Alle hat und sich den endlichen Gehorsam von Allem und Allen zu sichern weiß. *)2. Rabbi Chanina, der Assistent der Priester, sagt: Bete für das Wohl der Negierung; denn wäre nicht die Furcht vor ihr, sie würden Einer den Andern lebend verschlingen. Die in der vorigen Mischna enthaltenen drei Er- Wägungen sollten allerdings genügen, um jede AuSschrcitung zum Unrechte hintanzuhalten, ohne daß es des Einschreitens einer menschlichen Macht bedürfte; und dem reinen Menschen genügen sie auch vollkommen. Allein in dem Zustand sittlicher Unvollkommenheit, in welcher sich die menschliche Gesellschaft annoch befindet, und die kleinste sichtbare menschliche Machthohcit mehr gefürchtet wird, als die unsichtbare Allmacht des Königs aller Könige, da beruht allerdings die ruhige ungestörte Entwickelung zum berechtigten Menschenhcil ans der ungebrochenen Macht menschlicher Hoheit. Darum, wo du bist, da achte die örtliche und Landcs-Obrigkcit und bete, wie eS dem Inden (Jerem. 29,7) bei seiner Hinauswanderung in die verschiedensten Länder und Staaten zur Pflicht gemacht wurde, nicht nur לדרוש, nicht mir Alles zu thun, was die Wohlfahrt der Staaten und Länder zu fördern geneigt ist, sondern להתהלל auch vor Gott, mit den 'nur von Gott geschauten und von Gott vernommenen Gesinnungen ein treuer Unterthan zu sein und für das Wohl der Obrigkeit zu beten. Denn ohne die Machthohcit der Obrigkeit würde sich die Gesellschaft in einen Krieg Aller gegen Alle auflösen. *)3. Rabbi Chananja, Sohn Teradjons, sagt: Zwei, die sitzen und cS sind nicht Worte der תורה ihre Unterhaltung, so ist dies ein Spöttcrsitz, denn cS ist gesagt: und wo Spötter sitzen, saß er nie. Aber zwei, die sitzen und Worte der תורת sind ihre Unterhaltung, weilt Gottes Gegenwart bei ihnen, denn eS ist gesagt: da besprachen •> דכי הגינא סנן הכהנים אגמי הוי מחם SS כשאומה של1 מ^בית עזא^א מוראה איש אח רעהו חיים כ^<ו• •״] יכי הנניא בן הרריו ן אומר שנים שיושכין ואין ביניהם דניי הורה הרי זה מושב o^cS שנאמד ובמשב r-iS D'xS ישב sich Gottesfürchtige Einer mit dem Andern, und Gott merkte auf und hörte und cö schrieb sich ein Buch des Gedächtnisses vor Ihm für die, die Gott fürchten und seinen Ramm denke». ES sind hier uns Zwei genannt, woher selbst Einer der sitzt und sich mit der תורת beschäftigt, daß der Heilige, gesegnet sei Er, ihm Lohn bestimmt, denn cs ist gesagt: er sitze auch allein und sei beruhigt, denn er hat empfangen, waS über ihn bestimmt worden. לצים sind Feinde des göttlichen Gesetzes, die mit ihrer Redegewandtheit die hochachtende Verehrung desselben untergraben. Nun weist schon der hier zur Erläuterung gebrachte Satz: אז נדברו über 'ליראי ד ולחשבי שמו darauf hin, daß das רברי תורת hier nicht nur in dem engeren Sinne des N^-Lerncns, der zn lernenden und zu erläuternden ״Worte" der תורה verstanden sein kann. Es sind ja nicht 'למורי ר, sondern 'יראי ר und חושבי שמו genannt, Bezeichnungen, die sich mehr auf die praktische Erfüllung als theoretisches Lernen beziehen. Sind ja nach Erläuterung der Weisen (Berachot 6, a.) חושבי שמו Diejenigen, deren Gedanken auf die Erfüllung einer מצוח gerichtet sind und knüpfen sie hieran die Lehre, daß השב אדם לעשות מצרה ונאנס ולא עשאה מעלה עליו הכתוב באילו עשאה hat Einer den Gedanken gehabt, eine Mizwa zu thun, ward aber an deren Ausführung gehindert, so wird eS ihm angcrcchner, als hätte er sie ausgeführt, oder, wie cs (Kiduschin 40, a.) heißt, מהשבח טובח מצרפה למעשה, einen guten iu der Ausführung verhindert geblicbencn Gedanken rechnet Gott mit zur That. Ohnehin kann ja רברי תורה hier nicht füglich im engem Sinne verstanden sein. Menschen, die sich davon unterhalten, wie sie am besten eine מצות zur Ausführung bringen könnten, deren Sitz ist gewiß kein מושב לצים. Ja. יעב״ץ bemerkt zu dieser Mischna, daß unmöglich auch ein Besprechen zum menschlichen Leben nothwendiger Dinge als מושב לצים betrachtet werden könne, vielmehr könne hier nur die Rede sein von Menschen, die statt sich mit דברי תורה zu beschäftigen, sich von דברים בטלים, von völlig nutz- und wcrthloscn Dingen unterhalten. Wir glauben daher, daß unter דברי תורה hier sowohl der Lehrinhalt der תורה.selbst, als Alles aus diesem Inhalt für die Gestaltung der menschlichen Verhältnisse Fließende, sowie Alles nach diesem Inhalt sich Gestaltende unter dem Geiste dieses Inhalts zu Vollbringende verstanden ist. Diejenigen allerdings, die statt dem LebcnS-Ernste im weitesten Sinne ihre Muße frivolen, nichtSwürdigen Unterhaltungen zuwendcn, deren Sitz rechnet die Mischna allerdings bereits zu מושב לצים, wenn auch ihre Rede nicht gradczu auf Herabwürdigung der תורה gerichtet ist, das Nichtrcden von דבדי תודה zeigt schon eine Nichtachtung derselben.

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