Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 34 (26.8.1886)
- Article
- Die freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums
- Date
- 1886-08-26
- Page
- 530 (sequence 2)
- Language
- German
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530 Vor Allem Ansehen und Einfluß, das ist die Parole der BundcSleitung, die cs auch ruhig hin׳- nimmt, wenn kurzsichtige Reformer, ihre weise diplomalische Haltung mißdeutend, sie des ״LiebangelnS mit der Orthodoxie" zeihen. Gerade dann ist sie mit sich recht zufrieden. Sie sieht ihre Saat in hoffnungSvollster Vlüthe und schaut vorahnend die Zeit, in welcher die Orthodoxie ihr ungetheilt Hcercsfolge leistet und nur noch von der Gnade der zum StaatSjndenthum erhobenen Reform ein kümmerliches Dasein fristet. Daßdie speziellen Interessen des orthodoxen IudcnthnmS von dem Deutsch-israelitischen Gemeindebnude nicht aufrichtig und ernst wahrgenonnnen werden, wird von keiner Seite bestritten. Derselbe lehnt selbst eine solche Wahrnehmung ab. Wir glauben aber auch uachgcwicsen zu haben, daß der Deutsch-israelitische Gcmeindcbund den speziellen Interessen des orthodoxen JudcnthumS cntgcgenarbcitet und dieselben gefährlich bedroht. Demnach wird auf keinem Fall widersprochen werden können, wenn wir behaupten, daß die Schaffung eines besonder» Zcntralorgans für die Interessen des orthodoxen JudeuthumS eine dringende Nothwendigkeit für die GcsetzeStreuen gewesen ist. Wir glauben, daß die Wirksamkeit dieses OrganeS, der eben ins Leben getretenen Freien Bercinignng sich vor Allem und zunächst durch positives Schassen für die Anliegen des orthodoxen -Judenthumzu bcthätigcu hat. Es eröffnet sich hierfür ein weites Gebiet rühriger Kraftentfaltung, welches in den Statuten, trotz deren Ausführlichkeit, kaum mehr als angedeutet ist. Die Freie Vereinigung hat nicht den Kampf aufzusuchcn. Sie wird ihm aber auch nicht ausweichcn, wenn er ihr anfgcdrungen wird. Die Freie Vereinigung wendet sich an jeden Mann in Israel, der sich zum gcsetzcStreuen Indent hum bekennt, und fordert ihn zum Anschluß an ihre Beslrcbungen und zur rüstigen Mitarbeit auf. Sie hat cs verschmäht, sich an die Verwaltungen der Gemeinden zu wenden, welche durch einen einfachen Beschluß am grünen Tisch ohne Wissen und oft gegen den Willen der Gcmeiudcmitgliedcr den Anschluß der von ihnen verwalteten Gemeinden anssprechcn könnten. Die Freie Bereinigung will sich keine größere Anzahl von Mitgliedern zu zahlen lassen, als Lhatsächlich und im vollem Bewußtsein sich ihr zngcsellen wollen. Wir erachten eö als Pflicht eines jeden gesetzeStreuen jüdischen Mannes, dieser für die Förderung des Heiligsten geschaffenen Bereinigung sich anzuschließcn. Aber mit der Erklärung des Anschlusses sollte sich Keiner ein Genüge sein Lassen. Ein jedes Mitglied sollte eine innige Befriedigung darin finden, auch wirklich mitthätig zu sein. Möchte doch Niemand sich der Mitarbeit durch die bequeme Erwägung überhoben wähnen, daß er als Einzelner in einer seiner religiösen Ueberzeugung vielleicht fremden Umgebung überhaupt nichts wirken könne. Diese Lässigkeit, welche einerseits dieser mattherzigen Empfindung, andererseits aber auch vielfach dem unbedingten Vertrauen auf die. Kraft der jüdischen Wahrheit entspringt, die auch ohne unser besolideres Wirken doch endlich zum Siege gelangen wird, hat viel geschädigt. Wir sollten Alle eingedenk sein, daß, wenn auch לא עליך המלאכה לגמור, das große Werk, welches Gott durch Israel für das Heil der Gesammtmenschheit schaffen will, nicht von dem Einzelnen vollendet werden kann, dennoch ולא אתה בן חורין להבטל ממנה, dennoch Niemand sich von der Arbeit dispensiren darj. Stein für Stein muß zu dem Ganzen gefügt werden. Jeder von uns ist berufen, sein Pensum 511 leisten, und Niemand darf feiern. So möge die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums Anregung gewähren für die Entfaltung rüstigen Lebens und Schaffens an allen Orten, להגדיל תורה ולד,אדירת. Uebcrsetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) .ג *)1. Akabja, Sohn Mahalalctö, sagt: Betrachte drei Dinge, so kommst du nicht in die Hand der Sünde: wisse, woher du gekommen, wohin du gehst und vor wem dn einst Rechenschaft und Rechnung zu geben haben wirst. Woher Du gekommen? Bon einem der Fäulniß verfallenden Keim. Wohin du gehst? Zu einem Ort des Staubes, des Moders und Gewürmes. Vor wem du einst Rechenschaft und Rechnung zu geben haben wirft? Vor dem König der Könige von Königen, dem Heiligen, gesegnet sei Er. Unsere meisten Versündigungen entspringen ans einer lleberschätznng unseres sinnlich leiblichen Wesens und seiner Anforderungen, sowie aus einer Nichtachtung, wenigstens Mindcrachtnng unseres geistig sittlichen Wesens und dessen Bestimmung, über deren Lösung oder Nichtlösung cS einst Rechenschaft zu geben haben wird. Wir werden daher erinnert, uns immer gegenwärtig zu halten, daß unsere ganze sinnliche Leiblichkeit. ^בשלישה דכריס ואין אתה בא?1ידי ענל Sprcn <• עקכיא כן סהליליאלי אומר ו ר ם: י מי אתה עתיד דיתן דין והשנון מאין -Hn דע מאין באת ודיאן אתה כאח מטפה סיוחה וייאן אתה היל'!־־?'מקום עפר יכה ותולעת ולסני מי אתה עתיד יייחן דין ותשכון ליפני מ^- מ^כי המבכים הקרוש ברוך הוא•