Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 33 (19.8.1886)
- Article
- Die freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums
- Date
- 1886-08-19
- Page
- 516 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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516 adelte Jude nicht von dem Fürsten geadelt? Giebt cs einen andern Adel? Spricht sich nicht in dem Adel des Juden die Machtfülle und Gnade dcö Fürsten auS, und diese könnte von dem deutschen Edelmann mißachtet werden?? Wagt der deutsche Edelmann, sich über seinen Fürsten zu erheben und dessen Handluug zu tadeln? Wie ich mir Adel und adelige Gesinnung denke, muß mir deshalb die Abhandlung ״Der deutsche Edelmann und das geadelte Judenthnm" wenig adelig dünken. Ich muß cS jedoch dem Verfasser überlassen, wie er sich mit dem Adel wegen der in diesem Aussatz entwickelten Ideen auSeinandcrsctzt. Der deutsche Edelmann, wie er vor meinem Auge steht, wird sich ganz sicherlich gegen die Zumuthung verwahren, als ob hier eines deutschen Edelmanns Gesinnung' ausgesprochen wäre, mit welcher gewiß eine solche nicht zu vereinbaren ist, welche sich in dem bctauntcn Satz tundgiebt: Und der König absolut, wenn er unfern Willen thut. Wenn die hnndertmalige Wiederholung einer Un- Wahrheit die Lüge in ihr Gegcntheil verwandeln kann, und kühne Behauptungen Utopien Thatsächlichkeit zu verleihen mögen, dann hat der Versasser allerdings hier lautere Wahrheit verkündet und wirkliche Fakta berichtet. Denn was er hier, vorbringt, ist bereits unzählige Male vorgetragen, und seine Behauptungen lassen allerdings an Kühnheit nichts zu wünschen übrig, und würden der Erfindungsgabe des Schreibers alle Ehre machen, wenn sic nicht bereits gar zu oft zum Vesten gegeben wären. Nur in Betreff der Charakteristik des Adels bringt er etwas Neues, dessen Vertretung ich ihn: aber gänzlich überlassen muß. Bei meiner besseren Meinung von dem Adel'bezweifle ich allerdings die Nichtigkeit dieses Neuen. Nach der zum Uebcrmaß abgenutzten Manier der Marr, Hartmann und Konsorten wird nämlich der deutsche Adel in seinem Wesen herabgewürdigt und die geistige Kraft der Inden maßlos übertrieben, um den Glauben zu erwecken, als sei der Adel in Gefahr, von der in seine Reihen eindringenden jüdischen Invasion vcrnichtet zu werden. Er nennt ״Genußsucht und beschauliehe Indolenz" ״deS Adels Erbsünden" und beklagt dessen ״ganz unglaublichen Mangel an Widerstandskraft." Dem gegenüber sollen die Inden ״weitsichtigen Blicks und zähe wie keine zweite Nasse der Welt, nimmer müden und immer regen Geistes״ sein u. dergl. m. (Schluß folgt.) פרקי אמת. Ucbersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. 'י'(!)!achdruck verboten) (Fortsetzung.) *)13. Nabbi Schimon sagt: Sei achtsam aufs Schemalesen und ausö Gebet und mache, wenn du betest, dein Gebet nicht zu etwas gegebenen Festem, sondern Erbarmen und Gewährungswürdigkeit erzielend, denn cS ist gesagt: gcwähruugSvoll und crbarmnngSvoll ist Er, langmüthig und reich an Liebe und seinen Sinn ändernd über verhängtes Unglück und halte dich nicht als dir selbst überlassen schuldig. Wie das שמע an dich gerichtet ist und daher uubezwciselt die Bestimmung hat, behend in dich ansgenommen zn werden, so hat auch das Gebet, obgleich der Form nach an Gott gerichtet, die Bestimmung, seinem Inhalte nach von dem Betenden in sein Inneres aufgcnommcii zu werden, so, daß er das darin Ausgesprochene mit Geist und Herz sich aneigne und die darin ausgesprochenen Bekenntnisse, Bitten und GelobungSvorsähe, seine Bekenntnisse, seine Bitten und seine GelobungSvorsätze werden. Nur durch eine solche Einwirkung aus sich kann der Betende mit seinem Gebete auch eine Wirkung bei Gott erzielen, nicht wen» er das Gebet als קבע, als etwas von Außen gegebenes Festes vollzieht, dem durch das bloße AuSsprechcn sein Genüge geschieht. ,ואל תהי רשע רפד Laß dich nicht von dem anderwärts gepflegten Wahl, besangen, als sei der Mensch sich selbst überlassen, der Sündenschutd erliegend und könne nur durch die Gnade eines Andern Meister der Sünde und der Schuldlast ledig werden. In dir und nur in dir selber liegt die Kraft, dich von der Sünde zn befreien und zn einer reinen freien, Gott dienenden Pflichttreue zn erheben, und eben in dem rechten Gebete wächst dir die Kraft und gewinnst du Beistand von Gott zn jeder solchen dich von der Sünde frei machenden Arbeit an dir selber. **)14. Nabbi Elasar sagt: Sei emsig תורה zn lernen und wisse, was du einem Gesetzverachter zn erwidern hast. Wisse auch, vor wessen Angesicht du arbeitest und wer dein Arbeitgeber ist, der dir den Lohn deiner Leistung zahlen wird. Nur wer die תורה nicht gründlich kennt, scheut sich vor den Einreden der אפיקורסים. Wer aber die תורה mit cindringcnder Hingebung hinreichend und gründlich gelernt hat und lernt, der kennt die ״) רבי שמעגן אומר היה זהיר בקריאת שמע וכתפיה *כשאתה מתפלל אל תעש תפלתך קבע אלא רהטים ותחנונים «1פני המקום שנאטי כי חנון ורחום חרא ארך אפים ורב חסר ונחם על הרעה ואל תהי רשע בפני עצמך■ רבי אלעזר אומר הוה שקור לרימור תורה ודע מה שהשיב לאפיקורוס ורע לפני מי אתה עמל ומי הוא בעל מלאכתך שישלם לך שכר פעלתך•