Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 32 (12.8.1886)
- Article
- Erkannte Irrungen
- Date
- 1886-08-12
- Page
- 511 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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511 der Scstwdc.nten flogen in derselben Sekunde herzu, — zwei schlugen die zum Todesstreich emporsausende Klinge Franz' zurück, wahrend die anderen zwei ihn, da er nun jeder Deckung entbehrte, gegen einen etwaigen Angriff Rafaels schützten. ״Herr Rittmeister," rief ein Sekundant von der Gegenpartei erregt, ״das ist wider die Abmachung! Wenn Sie daraus Anspruch machen, daß wir diesen Kampf für ein ritterliches Rencontre anschen sollen, dann müssen Sie die fcstgestcllten Bedingungen besser in Ehren halten" Franz von Colmar biß sich auf die Lippen. ״Gestatten Sie, meine Herren, daß der Kampf fortgesetzt werde," sagte er kurz. Die Sekundanten traten zurück und die Klingen begannen wieder ihre schaurige, klirrende Melodie. Franz büßte mit jeder verstreichenden Minute einen Thcil seiner Kaltblütigkeit ein; seine Hiebe wurden immer wüthcnder, immer unbesonnener. Seine Freunde machten mit tiefer Besorgniß diese Wahrnehmung und zitterten vor den Folgen dieser vcrhängnißvollen Heißblütigkeit. Sic zeigten sich bald. Wider alle Regeln der Fechtknnst führte er einen so ungestümen Hieb nach der Schulter Rafaels, daß dessen Wucht ihn ans dem strengen Gleichgewicht brachte und nach vorwärts riß. Rafael nahm sofort seinen Borthcil in Acht, er parirte nicht den ungefährlichen Hieb, welcher sein Ziel verfehlen mußte, sondern hielt, sich ein wenig auf die Seite neigend, seinen Säbel plötzlich in wagercchtcr Richtung ruhig vor sich hin: im nächsten Momente mußte die Spitze desselben sich in das Herz seines Gegners tauchen. Wieder blitzten die vier lauernden Klingen heran und beschworen noch einmal das drohende Verhängniß. Der Säbel Rafaels wurde niedergedrückt und der Hieb Franz' in der Luft anfgefangen. ״Wir sind quitt, Herr Bergbach," sagte einer von Colmars Sekundanten mit einiger Befriedigung. ״Künftig lassen Sie aber ihren Degen nicht so unvorsichtig herumlnngern." Die Geduld war hüben und drüben erschöpft, und ans beiden Seiten wurde der Kampf in erbitterter Weite fortgesetzt. Plötzlich fuhr sich Rafael mit der linken Hand nach der Stirn, während zu gleicher Zeit der Arm des Rittmeisters mit der Klinge schlaff herabsank; Rafael hatte einen Hieb an die Stirn erhalten, während sein Stahl die Muskel am rechten Arm seines Gegners durchschnitten hatte. Franz von Colmar biß sich in maßlosem Ingrimm die Lippen blutig. Der Kampf war aus. Rafael hatte nur eine unbedeutende Hautabschürfung erlitten, er wischte ruhig das Blut von seinem Sabel, ging dann zur Quelle, tauchte sein Taschentuch ins Wasser und verband sich damit die Stirne. Dann ging er mit seinen Sekundanten, ohne sich nach seinem Gegner, dem der. Arzt einen Verband anlegte, mit einem Blicke mnzuschauen, zu seinem Wagen und fuhr davon. Franz von Colmar konnte sich nicht enthalten, zwischen den zusammengcknirschten Zähnen hervorzustoßen: ״Die Rechnung ist noch nicht abgeschlossen!" Der Arzt sagte nichts, aber er machte ein sehr ernstes Gesicht. Er wollte dem aufgeregten Eanne nicht neuen Stoff zur Bitterkeit zuführen, ihn bedünkte cS aber, als ob die Rechnung, die mit der Waffe in der Hand geordnet zu werden pflegt, für Franz von Colmar ein für atlcmat abgeschlossen wäre, er zweifelte stark, ob dieser sich je mehr seines rechten Armes zur Wasfenführung werde bedienen können. (Fortsetzung folgt.) Inserate werden die :!spaltige Petitzcile oder deren Raum mit 25 Pfg. berechnet. Für den Inhalt derselben übernimmt dir Redaktion keinerlei Verantwortung. Insertions- und Abonnements-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kaufsmann daselbst, ohne Preiserhöhung. ־''כשרfed־iwr i™™1‘־ ״ , , . , ,! Sanatorium für Hotel Lanaskron. ן israel. Nervenleidende «. j Wasserheilanstalt. ■יכשר Fallenstein im. Taunus. Dr. med. Hirsch’s KlMshe ManM und r״. ..״.״!rau[Ißü für Brustkranke, Blutarme un- Ncrvcuteidcndc, durch Neubau be. deutend vergrößert und mit allem Komfort- Wintergarten rc. versehen. — Wittterkur. Hauptpoststraßeneckk. Hotel 1.!Ra.rLg’es.. Ncftanraion, Pension, streng koschere, kurgenläße seine Küche. Synagoge im Hanse. Bei aufmerksamer Bedienung und billigen Preisen bestens empfohlen Wwe. G. Borg:. Empfehle mich zur Uebernahme von Hochzeiten; auch nach auswärts. Mektrolyerclpie. Gesunde Lage, am Fuße des Taunus, nahe eines hübschen Waldes. — Arzt im Hause. — Bei komfortabler Einrichtung mäßige Pensionspreise. — Näheres enthalten die Prospekte. Br. med. Rossnbaum Frankfurt a. M. 6561