Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 31 (5.8.1886)
- Article
- Israels Trauer - Israels Trost
- Date
- 1886-08-05
- Page
- 481 (sequence 1)
- Language
- German
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- Gera 1× ep/1044610
- Taganrog 1× ep/1000958
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Hannover, den 1 Cr rCA-CCr 1 jnhischen Geistes itttb pliftfjeit Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. ^egriuiliet von Smnson Nllphllet Hüsch, i?aßßiner 11. Isrnffilifdini Uffigi;•:-. ’gpfeffftfmfl z» JrrnaKftitt a. 4H. Neue Folge. - Vierter Jahrgang. Hcrausgcgcben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 dt*. 50 -*J für das Biertcljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Ieschurun zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für V2J6 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für 14- JC oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^Z f. d. :)gespaltene Petitzcile oder deren Raum berechnet. — Expediti on: Hannover, Artillerieftr. 29. Inhalts-Verzeichnisvon Nr. 31. Israels Trauer — Israels Trost. — Die Lehrcrversamm׳ lnng zu Kaffcl. — Zur rnsstschelt Judcnfrage (Schluß). — Wandelungen (Fortsetzung). — Nach der Schlacht bei Emmaus. Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover (2), Karlsruhe, Kissiugcn, Gera, Ostrowo, Stettin, Oesterreich-Ungarn, Lemberg, Nagy-Halmadi, Nom, Livorno, Petersburg (2), Taganrog, Pili;, Kuba, Jassy. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung.) — Inserate. Israels Trauer - Israels Trost. Von K. Weiß, Rabbiner zu Karlsburg (Siebenbürgen). In den Tagen vom siebzehnten TamnS bis neunten Aw, in welchen die Katastrophen des Unterganges des judäischen Reiches, der Zerstörung deS heiligen Zionstcmpels und des damit anhebendcn Gatnths au nnserm geistigen Auge vorüberziehcu, in wclchcu die alten Trauertöne in erneutem Schmerze unser Gcmnth dewegen — sollte es in dieser Zeit' ני] המצרים nicht angemessen, erscheinen, den Gedanken auf die Ergründung der Ursachen des Untergangs des GotteSreichs und der Zerstörung deS Gottestempels zu lenken, um auch zu erkennen, warum noch intmer die laugst verheißene Geula nicht gekommen, warum noch iinmer! das בית המקדיש in Trümmer liegt und noch innner j düstere Rächt die ehedem sonnigen Gefilde Judäas umhüllt? Doch sollten wir uns nicht täuschen? Scheu wir denn nicht das mitleidige Lächeln auf den Lippen der Kinder der Gegenwart, die kein Vcrständniß haben für die Trauer um Jerusalems und Zion? Was soll die Klage um Judäas Fall? spricht dieses Lächeln. Wollt ihr denn wirklich den alten Traum des Wiedererstehen den palästinensischen Staates, des wiederanfgerichteten Tempels in Zion noch immer weiter träumen? Was soll euch und uns diese unfruchtbare Gefühlsschwärmerei? Was in Trümmer liegt, das gehört der Vergangenheit an; wir weihen ihm gern pietätsvoll eine flüchtige Erinnernng, za wir vorenthalten unserer Jugend die Geschichte ihrer altersgrauen Ahnenzcit nicht; Trauer aber und Klage und nun gar Hoffnung und Sehnsucht knüpfen wir an Jerusalems und ZionS Fall nimmer. Wir leben in der Gegenwart und schreiten mit dem Geist der Zeit. Wir haben die Gleichstellung unseres Stammes und unseres Glaubens endlich errungenunser Jerusalem sind die Emporien des Abendlandes, unser Zion die Stätten europäischer Wissenschaft und Bildung. Diese Stimme zeitgenössischer Weisheit enthält die Antwort auf die Frage nach der Ursache der zweimaligen Vernichtung Judäas und Zions, welchem das