Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 30 (29.7.1886)
- Article
- Die freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums
- Date
- 1886-07-29
- Page
- 465 (sequence 1)
- Language
- German
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ז m $kb Hannover, oeu 29> J«!z 188s. M 30. ץ> W^arlisttschnü Dischelt Geistes mb jVischez! Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. begründet 0011 ©CUltfoil Nclslhtlcl Hllich, An^'iiikr!1. fsrnefiti|illen fuTiijioiisßffcfffiEaft z» Jtnntfurt a. Ä Neue Folge. - Vierter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers imb bewährter Genossen von Isnnc cQtrf$״ Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemcntspreiS bei allen Postanstalten und B nchHandlungen 2J6.50.^ für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschurun zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für s2v\ix oder 7 Gulden österr. LLähr. nach Deutschland nnd Oesterreich; snr 14 J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^ s. d. :;gespaltene Petitzcile oder deren Raum berechnet. — Expediti ou: Hannover, Artist criestr. 29. Inhalts-Verzeichttih von Nr. 30. Die freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Jndcnthnms (Fortsetzung). — Die Agitation gegen die Schcchita. — Statuten der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthmns. — Wandelungen (Fortsetzung). — Der cvang -lutherische Zentralvercin für Mission unter Israel.— Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin. Pest, Graz, Ungvür, Krakau, Amsterdam, Bern, Baden, London, Plozk, Wolosin, Kurenz, Marokko, Indien. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung.) — Briefkasten. — Inserate. Die freie DereimMZ fiir die Itlterejscn des orthsdoren I1tdc!lt!j81l1s. (Fortsetzung.) Als sie aber mit einander Nalh gepflogen, da fanden die Rabbiner der Reform, daß sie völlig rathlos wären. Jeder hatte gehofft, der Andere würde etwas nach Kassel mitbringen, von welchem er Nutzen ziehen könnte, aber sie waren Alle mit leeren Händen gekommen, und je mehr sie ihren Witz anstrengtcn, um gemeinsam etwas zu erklügeln, was den schmählichen Bankrott der Reform anfhalten könnte, desto überzeugter würden sie von der eigenen Geisteslcere und Betlelarmuth. Mir dieser.schrecklichen Selbsterkenntuiß dankte das Reformrabbinerthnm von der Führerschaft ab, die ihm vier Jahrzehnte lang willig zugestanden worden war. Es blieb ihm nur noch übrig, diesen schmählichen Sturz mit möglichstem Anstand zu vollziehen. Um nicht unter Hohn und Spott der Reformgemeinschasten hinabgestürzt zu werden, dckcetirte das Ncformrabbinerthlim in Kassel seine eigene Absetzung, indem es im niederschmetternden Bewußtsein des eigenen Nichts beschloß, die Lösung der brennenden Frage: ״wie rettet man die Reform?" Synoden zu überlassen, welche aus Rabbinern, Gcmeindcvcrtretern und Gelehrten geschaffen werden sollten. Das Reformrabbinerthnm gedachte für sich in diesein Sturz wenigstens noch einen Anthcil an der Herrschaft zu retten. DaS Volk, d. h. die reformistischen Inden, aber war nicht gesonnen, fernerhin ihrer ״Geistlichkeit" die Zügel zu belassen. Als im darauf folgenden Jahre wirklich eine sogenannte israelitische Synode in Leipzig znsammentrat, da waren neue Männer aus dem ״Laienstände" ans den Plan getreten, die.dem Neformrabbinerthume den Fuß in den Nacken setzten und es von der Herrschaft im Neformlager ausschlossen. Da war ״Advokat 1;nd Vorstandsmitglied" Emil Lehmann aus Dresden aufgestandcn und mit ihm der ״Vorsteher und ׳Stadtrath" Moritz Kohner aus Leipzig mit der Gründung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Die Rabbiner