Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 28 (15.7.1886)
- Article
- Die freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums
- Date
- 1886-07-15
- Page
- 433 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2933154-2933182-2966244--22398-2966285- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
in Haus, Gemeinde und Schule. ^egrüittiet von SlMlsM Raphael Hirsch, JMfnnpr 11. IsrntfiliPffini HfPigioiisgcfpffPImf{ jufrniiflfiirt a.üt ׳•׳ Neue Folge. - Vierter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2«//fe 50^ für das Dierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschurun zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für V2J& oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für U W6 ober 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostverein«. — Anzeigen werden mit 25^Z s. d. :!gespaltene Petitzcile oder deren Nauru berechnet. — Expediti ou: Hannover, Artilleriestr. 29. Inhalts-Verzlkichruh von Nr. 28. Die freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Jndenthnms (Fortsetzung). — פרקי אבות (Fortsetzung). — DaS Schreiben am Sabbath (Fortsetzung). — Zur russischen Jndenfrage (Fortsetzung). — Wandelungen (Fortsetzung). — Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover, Berlin, Köln, Königsberg, Wollstein, Obornik, Kattowitz, Stryi, Amsterdam (2), Leenwarden, Paris, Kiew, Dolhinow. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung.) — Inserate. Die freie Amimßmrg M die Mmssen des orthodoxen Ilidenthluns. (Fortsetzung.) Wenn cs sich z. B. darum handeln sollte, bei zuständigen Behörden für die gleiche Berücksichtigung der jüdischen Sabbathe und Festtage nachznsuchcn, welche den Christen für die ihrigen gewährt wird, so könnte man der Ansicht sein, das sei doch gewiß eine allgemeine jüdische Angelegenheit, für welche es gleich gelte, ob eine von orthodox jüdischem Geiste beseelte oder völlig indifferente oder reformistische Korporation Namens der Gesammtheit an die Oefsentlichkeit trete. So könnte man meinen. Thatsachen beweisen aber das Gegentheil und zeigen, daß auch für ein solches allgemeine Interesse das gesetzestrene, orthodoxe Judenthnm von sich ״freisinnig", ״rationalistisch" oder reformistisch nennender Seite unmöglich vertreten werden kann. Wir erinnern uns beispielsweise der Petition, welche der Deutsch-israelitische Gemeindebund seinerzeit an das Neichskanzleramt richtete, um dem Jom-Kippur in Bezug aus die Honorinmg von Wechseln und die Erfüllung von vandelsgeschäften für jüdische Kaufleute die Qualität eines anerkannten Feiertags beilegen zn lassen. In dieser Petition war 11. A. die Behauptung ausgesprochen worden, daß der Jude, so lange als kein Gesetz ihn für den Jom-Kippur von seinen bürgerlichen Pflichten befreit, sich durch sein Gewissen und seine religiöse Ueberzeugnng nicht in der Ucbung-derselben beirren lassen dürfe. ES war darin ferner behauptet worden, daß der Jom-Kippur sich vor alten anderen Ruhe- und Festtagen durch ein strengeres Werkverbot und seine für olle Zeiten bestehende Gültigkcit, sowie durch eine schärfere Strafandrohung für dessen Ucbertretnng auszeichnet. Man wird in solchen Argnmeatirnngen und Behauptungen eine schwere Ver« letzung der Interessen des orthodoxen JudenthumS erblicken müssen, da im Widerspruch mit der Wahrheit das nicht minder strenge Werkverbot des SabbathS, dessen nicht geringere ewige LerpflichtungSkrast und die nicht minder scharfe Strafvorjchrift hier verleugnet wird. Ebenso war im Gegensatz zu der Wahrheit ganz