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Jeschurun · 1886-06-17 · Heft 24 (17.6.1886) · p. 371

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 24 (17.6.1886)
Article
Nach dem Feste
Date
1886-06-17
Page
371 (sequence 3)
Language
German
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371 vor Menschen Spott und Tadel. Wir retten uns und unsere Kinder aus dem Abfall nur, wenn wir einmüthig gegen die aus eigensten Kreisen drohenden Gefahren Zusammenhalten, wenn wir nicht folgen den verlockenden Stimmen in den andern Lagern, die, unserer Eitelkeit, unserem Eigennutz, unserer Selbstliebe schmeichelnd, uns abhalten möchten von dem begeisterten ernsten Wirken für die einzige Wahrheit des Judenthums. Wenn darum im Lager Israels für Euch, die יראי ד׳, der Nuf ergangen ist: הבו לכם דבר ועצה הלם, so möge Keiner fehlen, so mögen Alle zusammenwirken, dem Abfall zu steuern und die Bedingungen zu schaffen für ein neues Erwachen der gesunkenen Treue und der erschlafftem Begeisterung für das Judenthum. פרקי אבות. Uebersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. '׳'"'־ ' (Nachdruck verboten ) (Fortsetzung.) *)9. Er sagte zu ihnen: geht einmal hin und sehet, welches ist der gute Weg, an dem sich der Mensch scsthaltcn soll. Nabbi Eliescr sagt: ein gutes Auge. Nabbi Jehoschua sagt: ein guter Genosse. Nabbi Joßi sagt: ein guter Nachbar. Nabbi Schimon sagt: der die Folgen bedenkt. Nabbi Elasar sagt: ein gutes Herz. Er sagte ihnen: mir leuchten Nabbi Elasar Sohn Arachs Worte mehr ein als eure Worte, denn in seinen Worten sind eure Worte mit enthalten. Er sagte zu ihnen: geht einmal hin und sehet, welches ist der schlechte Weg, von dem sich der Mensch fernhalten soll. Nabbi Eliescr sagt: ein böses Auge. Rabbi Jehoschua sagt: ein schlechter Genoffe. Rabbi Joßi sagt: ein schlechter Nachbar. Nabbi Schimon sagt: der borgt und nicht bezahlt, einerlei, ob Einer von Gott borgt, oder von Menschen borgt, denn eS ist gesagt: Ein Gesetzloser macht immer Schulden und zahlet nie, ein Gerechter aber ist ein Gewahrer und Geber. (Pf. 37,21.) Nabbi Elasar sagt: ein schlechtes Herz. Darauf sagte er zu ihnen: mir leuchten Nabbi Elasar Sohn ArachS Worte mehr ein als eure Worte, denn in seinem Worte sind eure Worte mit enthalten. Geht einmal hinaus in den Kreis des wirk- •> אמר ליהם צאו וראו איזו היא דיר טובה שידבק כה האדם רבי אלייעזר אומר עין טובה רבי יהושע אומר הבר טוב י רבי יוסי אומר שכן טוב רבי שמעון אימר הרואה את הנודד דבי אליעזר אומר ליב טוב אמד להם רואה אני אח רכרי אליעזר כן ערך מדבריכם שככלל' דבריו דבריכם אמר להם צאו וראו איזו היא דדך רעה שיתרחק מכנה האדם רבי אלייעזר אומר עין רעה רבי יהושע אומר חבר רע רבי מסי אומר שכן רע רבי שמעון אומר הליוה ואינו משלים אחר הליגה מן האדם כליוה מן המקום שנאמר ליוה רשע ולא ישלים וצדיק חונן ונותן רבי אליעזר אומר ליב רע אסר להם רואה אני את דברי אליעזר בן ערך מדבריכם שככלילי דבריו דבריכם• licheu Lebens und suchet einen ״Weg", eine. Richtung, ein leitendes Prinzip, an das man unter allen Umständen sich festhalten könne, um auf dem Wege zum Guten zu bleiben. עין טובה, ein gutes Auge, bezeichnet diejenige GemüthSart, die alle Mitmenschen und ihre Angelegenheiten, Alles, was sie erstreben, erringen und besitzen, mit freundlicher, wohlwollender Gesinnung anschaut. Ein ״gutes Auge" freut sich über das Gedcihen des Nächsten, wünscht allen Menschen alles Gute und kennt keinen Neid, keine Mißgunst, keine Scheel- und Eifersucht. Eine solche GemüthSart schützt gewiß davor, dem Wohle und den! Gedeihen des Nächsten irgend wie hindernd in den Weg zu treten und läßt mit freudiger Bereitwilligkeit Alles leisten, was das Wohl und das Gedeihen des Nächsten irgendwie zu fördern im Stande ist. Daß חבר טוב, ein Genosse, der nur das Gute will, und mehr vielleicht noch, weil die Nähe einen häufigeru Umgang gestattet, — שכן טוב, ein Nachbar, der nur das Gute will, uns, wenn wir uns ihnen anschließcn, einen mächtigen Schutz vor Bcrirrung und eine mächtige Stütze und Förderung zu allem Guten zu gewähren im Stande sind, ist an sich selbst klar. הרואה את הנולד, wer die Folgen übersieht, bei Allein, was er thut, die Folgen bedenkt, wird sich gewiß keines gedankenlosen Leichtsinnes schuldig machen. Ihn wird nie der Reiz deö Augenblicks ver״ führen, wie auch das Bittere einer Gegenwart nie vom Guten znrückschrccken. Er sieht die bitteren Folgen eines vorübergehenden süßen Genusses, er gedenkt des seligen Bewußtseins, das mit jeder opferfreudigen Hingebnng an das Gute und für das Gute erkauft wird, und bleibt stark im Kampf mit dem Schlechten, und stark in Vollbringung des Guten. לב טוב ist mehr, ist unendlich mehr als das, was inan gewöhnlich mit dem Ausdruck ״ein gutes Herz" bezeichnet, worunter man zunächst die HerzenSgüte versteht, die gern wohlthut, gefällig ist und so leicht keine Bitte abschlägt. לב ist ein jüdischer Begriff, der Grundborn alles Empfindens, alles Wollens, alles Bestrebens, aller geistigen und sittlichen Regung und Bewegung, auch des Gedankens und der Gesinnung, somit die Wurzel, und der Ausgang alles Wollens und VollbringenS. Ist daher das ״Herz" ״gut", nur für das Gute empfänglich, nur auf das Gute gerichtet, so steht der ganze Mensch unter der Herrschaft des Guten, kann nichts BöseS wollen, ist zu allem Guten bereit, und לב טוב umfaßt in Wahrheit alle Wege und Mittel zum Guten. Die entgegengesetzte GeurüthSart עין רעה, ein böses Auge, die nicht nur keine Freude hat an dem Wohlergehen der Menschen, die cs betrübt, wenn es Andern gut geht, und die sich beglückt fühlt durch den Schaden, den Jammer, den Schnterz und das Elend der Mitmenschen, und so auch לב רע שכן רע

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