Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 24 (17.6.1886)
- Article
- Nach dem Feste
- Date
- 1886-06-17
- Page
- 369 (sequence 1)
- Language
- German
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Hanuover, den jf; M 24. H* ־־V w /V^<V y ^7 'N/V׳' T^olhsllSlhrM Mmmg jüdischen Geistes und jüdischen in Hans, Gemeinde mit» Schule. Uegriindel von SllUlsött Naphncl Hirsch, Änßfiinrr 11. Isrnffiiififirii JWigionRgffrfffifinf't 311 JWRfurf (i.il Neue Folge. —— Vierter Jahrgang. Heraüsgcgcbe» unter Mitwirkung des Begründers und bewährte: Genossen von Asnac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSpreiS bei allen Voslanstalten und Buchhandlungen 2M. 5>V.^Z für daS Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbuchhandlnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang fiir!2^5 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für 14 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25>^Z f. d. :!gespaltene Petitzcile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 29. Inhalts-Verzeichnih von Nr. Nach dem Feste. — פרלןי אבות (Foilsetzung). — Die Ncrjndnng des Antisemitismus in Ungarn. — lieber die Juden in Nnssisch^Jcntralasicn. — Wandelungen (Fortsetzung). — נדהי ישראל. — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (2), Wiirzburg, Fnrlh, Wien, Pest, Rotterdam, Ncivyork. Gincinnati, Philadelphia, Panama. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung.) — Inserate. Nach hin Feste. Der Jubel des Festes ist verhallt — war er der rechte Jubel, den wir der Thora — unserer Thora — cntgegcngejanchzt? Haben wir in unseren, im reichsten Blüthcnschmuckc prangenden Gotteshäusern nicht gedankenlos das Fest, זמן סתן תורתנו, das Fest der Berlcihung unseres Gesetzes genannt., haben wir sie, diese Thora, als das Gnadengeschenk GotteS, als die Offenbarung Seines heiligen Willens, der in uns treue, hingcbeude, begeisterte Vollstrecker zu finden erwartet, begrüßt, dann war es der rechte Jubel, und der Ton dieses rechten Jubels verhallt nimmer. Er tönt in unserem Innern nach, wenn wir das Festgewand ablcgen und in das gcschLstige Treiben des Lebens cingehen. Er begleitet uns ans allen unseren Wegen, bestimmt unsere Handlungen und Empsiudnngen und verleiht unserer Seele die Kraft der Er- Hebung zu jener Höhe, von welcher wir aus alle Schwierigkeiten dcS Erdcmvallens ruhigen Sinns herabblicken und gleich den Seraphim nur von dem einen großen Gedanken ersüllt sind: zu vollbringen, was Gott geheißen, die Bahn zu wandeln, die Er uns gezeigt, ohne Zandern und Zögern GotteS Stimme zu folgen zu dem Ziele hin, wohin unö Sein Gebot winkt. Haben wir in dem auf Sinai geoffenbarten Gesetze GotteS Gesetz in Wahrheit erkannt, nicht das Gesetz, welches der weise und große Moseü für sein damals noch auf einer nicdcrn Stufe der Kultur stehendes Volk als am geeignetsten ersonnen und in frommer Täuschung für GotteS Wort anSgcgeben hat, — haben wir in ihm unser Gesetz erkannt, das Gesetz, welches nicht allein für ferne vergangene Zeiten berechnet gewesen, sondern uns, unscrn Kindern und spätesten Enkeln von Gott gegeben worden ist, ans daß wir cS erfüllen in jedem Augenblicke unseres Daseins, mit jeder Fiber unserer Kraft — o, dann müßten wir aus unserer Mitte bannen alle anderen Götter, den Eigennutz und die Genußsucht, die Vergötterung unseres Wissens, unseres Geistes, unserer Bildung und unseres Reichthums, dann müßten wir nichts weiter sein wollen.