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Jeschurun · 1886-06-08 · Heft 23 (8.6.1886) · p. 355

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 23 (8.6.1886)
Article
Aus der Amsterdamer Gemeinde
Date
1886-06-08
Page
355 (sequence 1)
Language
German
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855 Ideale, die als Religion, geläutertes Judenthum und wie sonst die Bezeichnungen heißen, welche man für sie ersinnt, die einzige jüdische Wahrheit trüben. לא ״ .תעשון׳ אתיI h r habet Nichts neben mir zu gestalten", dieses Gebot Gottes schließt sich unmittelbar I den ..Zehn Geboten" an. WaS der Mensch sich als Gott, als Gotteö Gebot, als göttliches Symbol gestaltet, wird immer ein Idol sein, mag eS dem Gebiete des grobsinnlichen Fetischismus oder der irdischen Vorstellungen entstammenden menschlichen Spekulation angehören. Das Heil der Menschheit und der Segen des Gottesreichs ist aber unabweisbar an die Anerkennung der einzigen Wahrheit geknüpft, daß Gott Seinen Willen den Menschen kund gethan und Ihm allein unverbrüchlichen Gehorsam zu zollen ist. בכל המקום אשר אזכיר אח שמי אבוא אליך דברכתיך. a 3V119 irr Msterdsmr Gmmdk 1795-1812. (Fortsetzung.) Am 5. Januar des Morgens wurde in allen Synagogen die neue Organisation, betrefsend Konsistorium, Parnassim und Armeuverwaltuug, adgckündigt. Unsere Gemeinde erhielt den Namen: קהל ישראל האללאנדי אשכנזי. Alle מנינים wurden verboten, ausgenommen an Sabbath-AuSgang oder מעריב כזמנו. Freitag, 6. Januar, geschah die Installation der neuen Parnassim, des Konsistoriums und der Armen- Verwaltung in der Großen Synagoge. Zuerst kam der Oberrabbiner mit dem Chef Mr. C. Asscr, daun die Parnassim, hierauf die Armenverwaltung und endlich der Sekretär -er Parnassim, E. Tall, mit ר' משה שמש. Nachdem alte anwesend waren, begann ר׳ משה הזן mit seinen Sängern מקבל שבת zu sein, dann wurde הנתן תשועה sehr schön gesungen, ebenso das Maariw- Gebet. Des Morgens waren wieder fast Alle in der Synagoge. Dr. Davids aus Rotterdam war bereits abgereist. Auch Mr. I. D. Meyers, 9. de Jongh Meyers und S. I. de Jongh Meyers konnten nicht kommen, weil sie die Morgenluft nicht vertragen konnten. Alle Uebrigcn waren da. הוצאה והבנכה hatte der Chef Mr. C. Asser. Alle wurden zur Thora gerufen. Es wurde viel gespendet, doch in gar feinem Vergleich zu den Spenden am Sabbath, 30. Juni 1.798, als die Parnassim, nach ihrer Absetzung durch das Schreckensregiment, wieder in ihre Aemter eingesetzt wurden. Damals wurde ungefähr vier Mal so viel gespendet. Mittwoch, 11. Januar, fand im Gemeindezimmer ein Disput Statt zwischen dem Oberrabbiner und den Parnassim wegen des vormaligen Schochei der sogenannten Neuen Gemeinde, weil der Obcrrabbiner ihn nicht prüfen wollte, bevor die Reglements in Ordnung wären. Ein Parnaß, 9. 9. Jacobs, ist aufgesprungen und hat zum Oberrabbiner gesagt: ״Rabbi, ich lache Euch aus; er wird doch schlachten gehen, auch wenn Ihr ihn nicht examiniren wollt." Nun kann man sich vorstellen, wie sehr der Oberrabbiner und die anderen Parnassim erschrocken waren. Der Oberrabbincr entfernte sich denn auch sofort. An demselben Abend haben Parnassim einen Bericht über das Vorgefallene beim Konsistorium eingereicht. Im Januar ließ die Armenvcrwaltung in den Synagogen abkündigen, daß sie an die Armen Marken austheilcn werde, für welche sie ״ökonomische" Suppe bekommen würden, sowie daß sie eine Lieferung von Hemden, Nöcken, Kleidern, Schuhen und Strümpfen u. s. w. für die Armen auöschreiben werde. Der König hat 15 000 fl. dazu beigesteuert. Die Differenz wegen deö Schochet der vormaligen Neuen Gemeinde war noch nicht beglichen, und eS wurde darüber viel zwischen Parnassim und Konsistorium verhandelt. Nun war Donnnerstag, 11. Februar, der Schochet der sogenannten Neuen Gemeinde, begleitet von יוזלה בן ליב שמאקפיש und S. M. Metz, zwei früheren Opposautcn, beim Oberrabbiner. Sie erersuchten den Oberrabbiner, den Schochet zu examiniren, der Oberrabbiner weigerte jedoch es zu thun, weil er, so lange die Reglements nicht in Ordnung, nicht dazu verpflichtet wäre. Hierauf gingen sie fort. Trotzdem ging der genannte Schochet am darauf folgenden Freitag Vormittag schlachten, und zwar mit Vollmacht der Halle-Verwaltung der vormaligen sogenannten Neuen Gemeinde, doch allein für die Bedürfnisse dieser Halle. Nachdem der Oberrabbiner solches vernommen, hat er nicht nachgelassen und darauf angedrungen, daß Samstag bei Minchah in allen Synagogen abgekündigt wurde: 1) ein Beschluß des Kultusministers, des Inhalts, daß laut Art. 10 des Dekrets für die jüdische Gemeinde der Schochet zwar fungiren bleibt, da der Oberrabbiner ihn jedoch noch nicht examiniren will, so darf er nicht für die ganze Gemeinde schlachten, sondern nur für die Halle der vormaligen sogcnanten Neuen Gemeinde. Hierauf ließ der Oberrabbiner in seinem eigenen Namen publizircn, daß für die Gemeinde, für die Halle in der Amstelstraat. nur die Schochetim כ״ה בערמן בן כ״ת מנרלי שוהם und כ״ה מרדכי בן כ, משה schlachten. Von der Zeit an, daß der Oberrabbiner von dem Parnaß I. I. Jacobs in dem BerathungSzimmer der Gemeinde angefallen wurde, war ersterer nicht in der Synagoge erschienen. An dem Sabbath jedoch, als die vorerwähnte Publikation erfolgte, ist er nach dem Ver-

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