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Jeschurun · 1886-05-27 · Heft 21 (27.5.1886) · p. 324

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 21 (27.5.1886)
Article
Aus der Amsterdamer Gemeinde
Date
1886-05-27
Page
324 (sequence 2)
Language
German
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r324 Deputation. C. Asser fragte, wer die Ansprache an den König halten würde; als man ihm antwortete: E. P. de Jongh, bat er diesen, dem Könige in ihrem Namen nur als Private zu gratuliren. Als mm der König im Audienzsaalc erschien, stellte sich jede Korporatio» zusammen auf, und der König ging, wie es gebräuchlich ist, in der Mitte umher. Bei der Deputativ^ der hochdeutschen indischen Gemeinde angekommen, hielt Parnaß E. P. de Jongh eine Ansprache in französischer Sprache und gratulirte dem Könige erst im Namen der ganzen jüdischen Gemeinde, dann in seinem eigenen und im Namen der bei ihm sich Befindenden; zugleich dankte er dem Könige für seine Gabe für die Armen unserer Gemeinde. Der König antwortete in freundlicher, liebenswürdiger Weise und sagte, da die Vereinigung nun zu Stande gekommen sei, erkenne er nur zwei Gemeinden an: die alte jüdische und die portugiesisch jüdische Gemeinde; er hoffe, daß sie sich nun mit der Vereinigung liecifcrn und in Frieden mir einander leben würden, und daß sie ■ vorall darauf achten würden, die armen Inden zu einer besseren Lebensweise und einem gebildeteren Betragen zu erziehen; was ihn beträfe, so wünsche er, die jüdische Gemeinde nur glücklich zu machen. — Nun kann man sich vorstellen, welch eine Niederlage die Audienz für die neuen Opposanten unter denen, die sich Mitglieder der Neuen Gemeinde nennen, war. Als unsere Parnassim von der Audienz znrückkamen, traten sie sofort zu einer Berathnng im Vcrsammlnngszimmcr der Gemeinde zusammen und ließen den Präsidenten!‘ב״ה יוסף פרע zu sich entbieten. Er kam sofort, und sic theilten ihm Alles mit, was in der Audienz vorgefallen war. Am Abend desselben Tages — inan erinnert sich, daß es Freitag war — brannten in allen Synagogen alle Kronen in voller Beleuchtung, und nach קבלת שבת haben alle Ehasonim הנותן תשועה in der Melodie der Festtage vorgctragcn. Die Stadt war großartig illuminirt. Am 24. September, שבת תשובה, erschien das Dekret des Königs, betreffend die Vereinigung der jüdischen Geincinde. Der vollständige Inhalt ist in dem Königlichen Courant ausgenommen. Am '15. November wurde Advokat C. Asser als Chef der zweiten Abtheilung im Kultusministerium angestellt. Am 26. Dezember erfolgten vom Könige die Er- Nennungen für die Organisation der hiesigen jüdischen Gemeinde und zwar der Mitglieder eines Konsistoriums der Parnassim und der Armcnverwaltung. Zu Mitgliedern des Konsistoriums wurden ernannt: Barend Boas, E. P. de Jongh, Isaak de Jongh Meyers, El. H. Kcyzer (פו״מ כ, ליזר בן ב״ה מאנס קעזר), Hartog Aben, vau Laun, Mr. JonaS Daniel McyerS, Isaak David Salomons (פו״מ ר׳אייזק בן פו״מ כ״ה דוד פרעגיר), Benjamin LcmanS, Dr. H. H. de Lcmon; von Rotterdam: Eh׳. L. Davids (כ' שלמה p ליב דאיטר); vom Haag: Meyer Edcrshcim (ר׳ מאירבן כ״ה שלמה עדרסהיים). Parnassim: Jonathan van Gelder (בי p ר׳ נתן יוקלה מאטפפורט), I. I. Jacobs (ר׳ יעקב בן ר׳ ירוהט שייקלם), P. I. de Jongh (די ליפמן בן ב״ה איזק דינטל), B. Ar. de Metz (די וואלף בן פו" מ ב״ה אברהם מארשז), Simon Zadok Philips, Joseph Aron de Prins (?ר׳ יוק בן כ׳ אחר; פרינץ), Jacob Laz. Symons (ד' יונה בן כ״ה ליזר מערצבאך). Armcnverwaltung: Tobias Asser (משה p טובי׳ שוחט), Bcncdiktus Moses (בענדט בן כ׳ משה פרינץ) — hat nicht angenommen —, Bendix Eanter Jz. (ברון׳ בן פו״מ ב״ח יצחק קאנטר), Moses Eoopman Jacobs (משה בן ב' קאפמן המבורנר), Joachim van. Embdcn (יוהנן דאקטר) — hat nicht angenommen —, Moses Simon Leoy (קלמן בן פו״ט ב״ה שמעון ריט), Harms. Alex. Kcyzer (מאנים בן פייה זיסקיגד קעזיר), David Abm. Marcus (ב״ה אברהם פעללימן P דוד) und Samuel Moses Metz (שמואל בן כ׳ משה לינטימן). — An Stelle der beiden Personen, welche ihre Erncnnung nicht annahmen, wurden ernannt und akzeplirtcn: Tobias Philip (טובי׳ בן ב״ה פי^בש מפ"פ אן אדר) und S. I. de Jongh ANcycrs (זלבזן בן ב' איצק רינסל פויאר). Mittwoch, 4. Januar 1609, hat bei der jüdischen Gemeinde die Installation stattgcfnnden. DcS Morgens versammelten sich ׳ die Mitglieder der Vereinignngskommission, sowie die ncnernanntcu Mitglieder des Konsistoriums und der frühere Vorstand der sogenannten Neuen Gemeinde in der Nogmbnrgerstraat in dem Hause, in welchem sich die Synagoge der früheren sogenannten Neuen Gemeinde befindet. Mit dem Schlage elf kam der Kultusminister I. H. MollernS mit zwei Auditeurs in der Galaeqnipage des Königs und mit einer Eskorte von Gardekürassircn dorthin. Er wurde von einigen Herren empfangen und in das prächtig geschmückte Lokal geleitet, wo ein schön verzierter erhöhtcr Sessel für ihn ausgestellt war. Nachdem er Platz genommen, hielt er eine Ansprache, in welcher er im Namen des Königs der Vcremigungskommission für ihre Thätigkeit dankte und ihnen empfahl, in Frieden mit einander zu leben. Ihm antwortete Mr. C. Asser. Hieraus sprach der Minister zu den Mitgliedern des Konsistoriums, die durch ihren provisorischeu Präsidenten, Mr. I. D. Meyers, antworteten. Von einem dem Minister und seinen Auditeurs angebotcncn seinen Dejeuner machte er keinen Gebrauch, sondern entfernte sich rasch. Die Mitglieder des Konsistorinms und die übrigen Anwesenden begaben sich hierauf, je zwei in einer Equipage, in. das Gemeinde-

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