Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 21 (27.5.1886)
- Article
- Bemerkungen zu Wiese's Memoiren [Rezension]
- Date
- 1886-05-27
- Page
- 321 (sequence 1)
- Language
- German
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H"»"°ver, de» M 21. xfSfy A/v׳ v׳^׳ zur Förderung Wischen Geistes und jüdischen Lebens in Hans, Geinciilde und Schule. ßcgniintel «011 Slvllsvtt Näphiktl Hirsch, iiußCiiKcr 11. HWncfilifdicii .■flcfiiiimiRjiofcirfifiafl 511 ^auiEfiirl 1t. Netie Folge. Vierter Jahrgang. HcrauSgegkbcn untcr Mitwirkung dcs Bcgründcrs und bewährter Genossen von Asauc Kirslh. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindesten«'2 Bogen stark. — Abonncmentsprcis bei allen 0 '1־ fl a 1t fl n f ten nnd B11 chhnndlnngen l2,f0 50 ..Z für da« Vierteljahr. Der Buchhandel vcrkchrt^dnrch die Heltving'sche Bcrlag«bnchl1a>kr>. lnng zu Hannover. — Die Erpedition versendet auch dircet nnd franko unter Streifband den Jahrgang für \2 JO. oder 7 Gulden ösierr. Währ, nach Deutschland nnd Oesterreich׳, für U <10 oder IS Fr. nach den Ländern de« Weltpostverein«. — All zeigen lvcrden mit t2r> f. d. :;gespaltene Petitzeilc oder deren :Uaum berechnet. — Gxpediti on: Hannover, Artillericstr. 20 Irthalts-Verzeichnis von 9!r. 21. Bemerkungen;11 Wiese'« Meulviren (Schluß-. — Au« der Amsterdamer Gemeinde!705—1H12 (Fortsetzung!. — ^^->2!Fortsetzung). — Wandelungen lForts<׳tzung). .Karrespondcusen nnd Nachrichten: Berlin!2), W1"1r;bnrg, Pyritz, Wien (2!, Lemberg, Pest, Znrawno, London, Warschau, Kod.;, Liban, Brcst-Litow«k, Minkowitz, Jassy (21, Nnstschnek. New- Bork (2). — Erkannte Irrungen (Fortsetzung). — Inserate. Kklüttiilingkn s,t Wiksk's Mtinoircil. (Schluß.) Herr v. Vethniann-Holllvcg, der einen solchen die Juden im Allgemeinen und den jüdischen Lehrers!und int Besonderen so uitcudlich hcrabwürdigcndcn Ausspruch thnn konnte, nicht minder oder and) Herr Wiese, der ihn als den Ansfluß einer ״innigen Ncligiosität" für so bedeutsam hält, daß er ihn zum ehrenden Gedächtniß seines EhcfS der Mitnnd Nachwelt überliefert, haben damit dem Götzen dcS Borurtheilö eine Huldigung dargcbracht, die uns wahrhaft erschüttert. Wenn der niedere Pöbel mit Knittel, Messer und Feuer auf den Juden cindringt,!nenn der höhere Pöbel den Namen Jude nicht denkt und nennt, ohne Anathema j sit! über ihn anSzusprechen, dann fühlen wir wohl! bei! Schlag, dann empfinden wir wohl daö Weh dcS Fluchs — aber unsere Seele wird nicht so schmerzlich davon bewegt, wie von der unendlichen Verachtung, welche diese beiden geistig und sittlich hochstehenden Männer, denen die geistigen und sittlichen Interessen eines großen Staates zur Hut lind Förderung an« vertrant gewesen, nnS entgegcnbringcn. Wir gestehen, daß diese Unterhaltung des Ministers nnd seines ersten Naths uns viel tiefer ergriffen hat, als die wüste Leidem schaft des gcsammtcn antisemitischen Lärms dcö TageS. Die nnS dadurch zugleich gewordene Erkenntnis; ist aber ungemein lehrreich. Der Einblick, welchen Herr Wiese uns hiermit in das lVchcimniß der die geistige Entwickelung der Nation lenkenden unb leitenden Kräfte gewährt, vermittelt ein Bcrständniß für eine der trübsten Erscheinungen der Gegenwart: die jndcnfeindliche Ströttmng. Wir lernen begreifen, wie in minder edel augelegten Naturen der von Neid und Scheelsucht untcrstützte Fanatismus sogenannter besserer Gesellschaftskreise die häßliche Gestalt annehmen konnte!velche sich als AntijcmitiSnmS giebt. Man kann sich ja kaum eine größere Verachtung vorstcllcn, als diese Unterhaltung der Herren v. Bcthmann-Hollweg nnd Wiese über die Inden lind den jüdischen Lchrerstand enthüllt. Wie erbärmlich muß ihnen der Jude überhaupt und der