Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1886-05-20 · Heft 20 (20.5.1886) · p. 305

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 20 (20.5.1886)
Article
Über die Kolonisationsbestrebungen für das Heilige Land
Date
1886-05-20
Page
305 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2933154-2933174-2965616--21952-2965671
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ÖClJ Jjar 5646. $>anuuuer, verr 2i} mai 1886 in Haus, Gemeinde und Schule. von Samson Naphael Hirsch, Aa^I>>l!n׳ >s. Ä^iPoi^gefeMast z» Fmil^suri a. Neue Folge. Vierter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSpreiS bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2M 50 J, für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche VerlagSbuchhandlnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 J6 oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für t 1 J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^Z f. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Narr::: berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 20. Inhalts-Verzeichnisvon Nr. 20. Ueber die KolonisationSbestrebnngcn für das Heilige Land. — Bemerkungen zu Wiese's Memoiren (Fortsetzung). — Die heilige Sprache und der moderne Zionismus (Fortsetzung). — Wandelungen (Fortsetzung). — Jüdische Lieder. — Herrn S. Mandelkern, Leipzig. Näthscl PlTn. — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin, Altona, Wöllstein, Wien, Wiener- Neustadt, Meran, Pest, Vrody, Lemberg, Nogaseu, Amsterdam (2), Warschau, Odeffa, Bulgarien, Marokko, Ostindien. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung). — Inserate. Jeder die KoloilisMoitsdeßrebrulgen für das Heilige laad. Die Nothwendigkeit, den durch fanatische Versalgung und Bedrückung ihrer Hennath und ihres VermvgenS verlustig gewordenen Glanbcnsbrüdern eine neue Wohnstätte und Existenz finden zu helfen, hat zu verschiedenen Versuchen geführt, von welchen leider bis zu dieser Stunde keiner als gelungen bezeichnet werden kann. Denen, die in Deutschland ein Asyl gefunden zu haben glaubten, ist das für kurze Zeit gewährte Gastrecht gekündigt worden. Aus England, Holland und Frankreich liegen Berichte vor, welche eine Anhäufung von Hülfsb'cdürftigen konstatiren, die in keinem Verhältnisse zu den ErwerbSgelegenheiten steht, die sich ihnen dort darbieten können. Die aus Amerika hierher gelangenden Nachrichten lauten nicht weniger trübe. Es handelt sich um die Existenz von nach Zchntausenden zählenden Unglücklichen, die jetzt schon unstät und flüchtig mit Weib und Kind um die ersten Bedingungen ihrer Erhaltung ringen. Dabei haben sich' die Zustände in Rumänien und Rußland bis heute noch nicht günstiger gestaltet, so daß die Zahl der Nothlcidenden in.fortwährendem Steigen begriffen ist, welche ihre Heimath zu verlassen sich gezwungen sehen und einer trostleeren Zukunft entgegenschanen. ES ist sehr erklärlich, daß bald nach den mit Mord und Plünderung verbundenen russischen Judenverfolgungen des Jahres 1882, welche Taufende über die Grenzen trieb, der Gedanke anftauchte, für einen Theil dieser Flüchtigen im Heiligen Lande Unterkunft zu schaffen. Indessen fand diese Idee damals nur geringen Anklang. Als jedoch der Angst- und Nothschrei der Elenden, welche nach dem jenseitigen Gestade des Atlantischen Ozeans verschifft worden waren, zu nns herüber drang, und Schaaren jüdischer Flüchtlinge gebrochen und arm wieder von dort zurückkamen, um hier zu finden, was sie dort vergebens gesucht, da richtete man sein Augenmerk von Neuem auf Palästina und nahm den Gedanken einer Ansiedelung daselbst wiederum auf. Wenn die politischen und sonstigen Verhältnisse des Heiligen Landes Ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.