Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 19 (13.5.1886)
- Article
- Bemerkungen zu Wiese's Memoiren [Rezension]
- Date
- 1886-05-13
- Page
- 291 (sequence 3)
- Language
- German
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_291 ziehung stets nicht der wissende, sondern der frei thatige Mensch. Hier stellte sich die Wissenschaft voll und ganz in den Dienst der Religion. Sentenzen, wie ראשית הבמה יראת ד/ לא המדרש עקר אלא המעשה, das י Fundament aller Weisheit ist die Gottesfurcht, nicht! das Wissen ist das Vornehmliche, sondern die That n. dergl. m. bildeten buchstäblich die Prinzipien, auf welchen in vollem Bewußtsein des Ziels die Erziehung und Wissenschaft sich gründeten und gepflegt wurden. (Fortsetzung folgt.) פרקי אמית. Uebersetzt und erläutert von Samson Nophael Hirsch. (Nachdruck verboten) (Fortsetzung.) *) Kennt er die Lage und die Versuchungen, in welchen sein fehlender Bruder sich befunden, und weiß er, ob er an seiner Stelle, in gleicher Lage und gleichen Bersnchungen, seine Pflichttreue besser bewahrt hätte? ואל תאמר. Dieser Satz unterliegt den verschiedenartigsten Auffassungen. Im Zusammenhänge mit dem Vorigen glauben wir ihn dahin zu verstehen: Auch wenn du mit einer Ansicht in deiner Gemeinde allein stehst, so sage nicht, es sei unmöglich, daß du dir im Kreise deiner Gemcindegenossen Gehör verschaffest. Ist nur deine Absicht die wirklich richtige, das Wahre und Gute bezweckende, so halte deine Ansicht nimmer zurück. Vertrete Jahre laug uucrmüdet und unverzagt das Rechte und Gute, , zuletzt — vorausgesetzt, daß du rein mir die Sache, und keinerlei eigenes Interesse verfichtst — zuletzt wirst du gehört. ואל תאמר כשאפנה. Und wie du immer im Zusammenhänge mit deiner Gemeinde bleiben sollst, so bleibe auch in stetem Zusammenhänge mit dem Quell aller Wahrheit für Einzel- und Ge^ sammtleben, mit der Kunde der GesetzcSlehre. Wie groß auch der Drang deiner Geschäfte sein möge, halte dir, wie dies schon oben gesagt ist, täglich eine feste Zeit zum Lernen, und verschiebe dein Lernen nie bis auf eine vielleicht bessere Mußezeit. Eine solche bessere Mußezeit könnte dir vielleicht, wie du gehofft, nimmer kommen, und du in eine stets weitere Entfernung von der Quelle der Bereicherung und Berichtigung deiner Kenütniß und Gesinnung für das einzig Wahre und Rechte gerathen. **) 0. Er pflegte zu sagen: ein Unwissender wird nicht sündenscheu, ein Uuunterrichtetcr nicht 1הפ-־־וש מן הצבור ואל* האמין בעצמך ער יום מוהך ואל Sn •> הלל1 אוומד הדין את הבןך ער שתגיע למקומו ואל1 האדר דבר שאי אפשר לשמוע שסופו ל השמע ואד תאמר לכשאפנה אשנה עמא לא הפגה- הוא היה אמר אין כור ירא חטא ו?1» עס הארץ הסיר ו^א הבישן ^מר המרבה בטהורה מהביט ובמקום שאין אנשים השהר^ S3 ו^א הקפדן מלמר ולא איש■ mviS fromm, ein Schüchterner lernt nicht, ein Heftiger lehrt nicht, und wer sich zu viel dem Geschäfte hingiebt, nimmt nicht an Weisheit zu, und wo es an Männern fehlt, da bemühe dich, ein Mann zu sein: 9m Vorhergehenden war gemahnt, in stetem Zusammenhaug mit der Gesetzeslehre zu bleiben, daran schließen sich die Sätze: Unwissenheit ist keine Mutter der Tugend; בור, der völlig Unwissende hat keinen Begriff von den Verhältnissen, in denen er sich bewegt, noch von den Pflichten, die er zu erfüllen hat, er sündigt und weiß gar nicht, daß er sündigt. עם הארק. Wer wohl durch Erziehung und Erfahrung die Verhältnisse und Pflichten kennt, wird sich wohl vor Unrecht hüten, allein, wenn er nicht in der GesetzcSlehre unterrichtet ist, und, wie namentlich die Weisen betonen, aus dem lebendigen Verkehr und Beispiel wahrer Weisen die richtige, praktische Erfüllung der Lebensaufgaben kennt — ein solcher wird zunächst unter עם הארק begriffen, — der wird das ächte המידות, die ächte jüdische Tugendhaftigkeit nicht kennen, ihm wird WcrthloseS bedeutsam und das Bedeutsamste oft wcrthlos erscheinen und er wird seinen frommen Sinn meist nicht in dem Rechten bethatigeu. לא הבישן- Wer sich schämt, im Kreise seiner Mitgenoflen ׳im Lernen durch Fragen seine Unwissenheit an den Tag zu legen und lieber auf Belehrung verzichtet, der wird nichts lernen, und der Heftige, der nicht Geduld hat mit dem oft noch schwachen Fassungsvermögen angehender Jünger, kann kein Lehrer sein. Er schreckt seine Schüler zurück und sie lernen nichts bei ihm. ובמקום. Wo die Angclegenheiten der Gesammtheit gut versorgt und daS Rechte und Gute hinreichend vertreten ist, da dränge dich nicht vor, da ist Bescheidenheit eine Tugend und dein Hervortretcn vielleicht Anmaßung und Verdrängung besserer und tüchtigerer Männer aus ihrer Wirksamkeit. Wo cS aber an Männern gebricht, wo d-7S Allgemeine auS Mange! an rechter Leitung zurückgeht, das Gute und Wahre aus Mangel an rechter Vertretung unerkannt und unerfüllt bleibt, da bemühe dich, ein für die Leitung und Vertretung fähiger und tüchtiger Mann zu werden, und bist du es, bemühe dich, an der Leitung und Vertretung Thcil zu nehmen, da wäre ein Zurück׳ bleiben nicht Bescheidenheit, sondern Verbrechen. . *)7.. Er sah auch einen Schädel auf dem Wasser schwimmen und sagte zu ihm: Hat man, weil du ertränkt, dich ertränkt, so werden doch deine Ertränkcr zuletzt ertrinken. Daß Der, dessen Schädel Hillel auf dem Waffer schwimmen sah, nicht verunglückt, sondern eines gewaltsamen Todes gestorben war, konnte er wohl schließen. פני המים אמד רה על1 ראטפת Sy אהת שצפה nS13Sj •» אף הוא ראה אטפוך וסוף מטיפיך יטופון•