Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 16-17 (29.4.1886)
- Article
- Pirqe avot
- Date
- 1886-04-29
- Page
- 253 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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253 und Elend zu Unrechtem verleiten zu lassen. Schwer ist eS, den Jdeengang zu finden, in welchem der Zusammenhang des Satzes וכל העוסקים mit dein Vorher gehenden beruht. Wir glauben: Nach dem Tode dcS ר׳ יהודה הנשיא des Verfassers der Mischna, in den Zeiten seines Sohnes, begann das Aufblühen der Lehrakademien und des größeren GcmcindelebenS in Babylon und damit die immer häufiger werdenden außerpalästinensischen Ansiedelungen. Mit Hinblick auf diese bevorstehende neue Zukunft durfte Rabbenu Jehuda Hannassi'S Sohn diejenigen Momente zur besonderen Beachtung hervorgchobcn haben, auf welchen der Bestand und die Fortcrhaltung unseres Einzeln- und und Gcsammtlebcns beruht. Es find dies: ,הודה דרך אדץ unb מלאכה für den Einzelnen und die gewissenhaste Pflege der Gemeindeangclegcnhciten für die Gesamutlheitcn. Hinsichtlich der letzteren heißt cS nun hier, daß Alle, die sich mit Angelegenheiten der Gemeindc beschäftigen, dies לשם שמים thun sollen, ein Begriff, der vorzugsweise den jüdischen Anschauungen eigen und geläufig ist. Es bezeichnet das Handeln aus reinem Pflichtgefühl, ohne Interesse und Nebenrücksichten. Dabei wird auf die hohe ewige Bedeutung der Gemeinde aufincrksam gemacht. Die Gemeinde ist das eigentlich Ewige in der Judenheit. In jeder Gemeindcgegcnwart lebt das Verdienst, das Gute, das die Vorfahren geweckt haben, fort und ist der Grundstock, daS Hülfskapital. auf welchem und mit welchem sich die Gegenwart erbaut, und ebenso alles Gute, alles Pflichtgetrcue. das die Gegenwart stiftet und vollbringt, lebt in allen Fotgegeschlechtcrn der Gemeinde weiter, ואהם, ihr aber, die ihr mit reinem, treuem Sinn für die Erledigung der Gemcindeoblicgenheiten sorgt und cS versteht, die Gemeinde für die Pflege der ihr obliegenden Institutionen zu begeistern und die euren Händen für diesen Zweck anvcrtrauten Mittel mit ängstlicher Gewissenhaftigkeit und weiser Lcrständigkcit für ihre Zwecke zu verwenden, eurer wartet der reichste Lohn, als hättet ihr Alles ans eigenen Mitteln geleistet. Ist doch nach dem andern Ausdruck der Weisen גדול המעשה יוהד מ; העושה (B. B. 9, a.) das Gute dessen, der Andere zur Erfüllung dcS Guten und Pflichtgemäßen veranlaßt und vcrhilft, ein noch viel Höheres als dessen, der dasselbe aus eigenen Mitteln bestreitet. Gehört doch dazn eine viel größere Selbst. Verleugnung und anhaltende Hingebung und Treue, als zu dem Entschlüsse dessen, der die Mittel dazu hat, aus diesen Mitteln das Gute zu 'schaffen. *)3. Seiet vorsichtig mit Machthabern, sie lassen den Menschen nur näher zu sich in ihrem *> הוו זהירין כרשות שאין מקירין רו לאדם אלא?1«רך עצמן גדאץ באוד;׳«* בשעת הנאתן ואין עומרי ן רו לארם כשעת רהקו• eigenen Interesse, scheinen wie Freunde zur Zeit ihres Nutzens und stehen dem Menschen nicht bei zur Zeit seines Bedrängnisse-. Ist unsere zum Vorigen gegebene Auffassung nicht irrig, so dürfte auch dieser Satz, daö Vorangehende ergänzend, im Hinblick auf die neuen Verhältnisse gtsprechen sein, welche unser Volk mit dem Anbeginn der immer größer werdenden Zerstreuung und Anficdluug unter fremden Herrschaften anzutrcten hatte. ־שוה} fast gleichbedeutend mit ישות Erlaubniß, Befugniß, bezeichnet jede mit Machtbefuguiß bekleidete Herrschaft. *) 4. Er pflegte zu sagen: Erfülle feinen Willen wie deinen Witten, dann wird er deinen Witten wie seinen Willen erfüllen. Versage dir deinen Willen wegen seines Willens, dann wird er den Willen Anderer versagen wegen deines Willens. Diese Sätze fordern von uns ein vollendetes Aufgehen unseres Willens in den göttlichen Willen, so daß wir alles Gott Wohlgefällige mit bereitwilligster Freudigkeit als das von uns Gewollte vollbringen und uichtS in unserem Streben Nanm geben, was nicht dem Willen Gottes gemäß ist. Wenn so unsere Wünsche nur das wünschen was Gott wünscht, so dürfen wir mehr als irgend wer sonst die Erfüllung unserer Wünsche erhoffen und haben weniger als irgend wie sonst die uns sciudlichcn Wünsche Anderer zu fürchten. **)5. Hille! sagt: sondere dich nicht von der Gemeinde, setze keine Zuversicht in dich bis zu deiner Sterbestunde. Fälle kein Urtheil über deinen Nächsten bis du an seine Stelle gekommen, sage auch von keinem Worte, es sei nicht möglich, daß cS gehört werde, denn eS gelangt doch endlich dahin, daß ihui Gehör wird. Sage auch nicht: wenn ich Mnße haben werde, werde ich lernen, vielleicht wird dir keine Muße. Nicht dein Einzelnen, der Gesamnltheit, מודשה קהלה ישראל, hat Gott seine הודה Zur Vererbung an alle Folgegcschlcchtcr übergeben, darum hat jeder Einzelnc, so lauge seine Gemeinde sich als ächte treue Trägerin und Pflegerin der הודה bewährt, in Gesinunng, Wort und Thar sich seiner Gemeinde anzuschließen und alle ihre Lasten und Aufgaben hingebungSvoll mitzutragcu. Aber auch zur Lösung seiner eigenen Aufgabe bedarf der Einzelne der Geuicinschaft mit einer Gesammtheit Nicht nur ist Alles, was der Einzelne vermag, unzulänglich und von weniger Dauer, hat Bedeutuug nur in Vereinigung mit den Leistungen Aller, ") הוא היה אורג עשה רצונו כרצגך ברי. שיעשה רצונך ברצונו בג*?1 רצונך מפני רציני ברי «Sur רצון אתרימ מסגי רצונך- 9•> 1.SS אומר Sn הפת ש מן הצרור ואד תאמין כעצמך ער מב מידך ואד הרין את הניד עד שתגיע למקומי?Sn תאמי דנר שאי אפשר רשמוע שריפי?1השמע ואל* תאמר לכשאפנה אשנה שמא דא תפנה•