Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 14 (8.4.1886)
- Article
- Stöcker, die Juden und die Anarchie
- Date
- 1886-04-08
- Page
- 211 (sequence 3)
- Language
- German
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211 Grundlage des Bestehenden bedrohen", die eine ״Himmelschreiende Persidie des öfscntlichcn Lebens״ erzeugen?'? (Schluß folgt.) פרקי אבות. Uebersetzt unb erläutert von Sumsou 9!»phael Hirsch. OJiad;brmf verboten.) (Fortsetzung.) ב *)1. Rabbi sagt: welches ist der gerade Weg, den der Mensch sich wählen soll? Jeder, der an sich dem, der ihn vollbringt, zur Ehre acreicht, und ihm auch vor den Menschen Ehre bringt, und sei achtsam auf ein leichtes Gebot wie auf das schwere, denn du kennst nicht die Lohngcwährung der Gebote; und rechne die Einbüße eines Gebotes gegen seinen Lohn nud den Lohn einer Sünde gegen ihre Einbuße. Betrachte drei Dinge, so kouuust du nicht in die Gewalt einer Sünde, wisse was über dir ist: ein schauendes Auge, ein hörendes Ohr, 1111b daß alle deine Handlungen in das Buch geschrieben werden. Wenn uns eine Handlung zur Wahl steht, so sollen wir ein Zweifaches erwägen, einmal, das; die Handltuig eine solche sei, die mit dun göttlichen Willen und seinem Pslichtgebot übereinslimmt, so daß deren Ucbnng an sich uns zur Ehre gereicht, dann aber auch in zweiter Linie, daß sie keiner Mißdcutting in den Augen der Menschen unterliegt. Es ist dies ganz der Grundsatz, der sonst mit der Forderung וחיתם נקיים מד׳ ומישראל ausgesprochen ist. Und wenn es sich um die Erfüllung einer Pflicht handelt, so übe die dir leicht scheinende oder leicht werdende ganz mit derselben Gewissenhaftigkeit und Achtsamkeit wie die, die dir die schlvercre scheint, oder deren Erfüllung die schwerere sei, denn du kennst nicht den Maßstab, mit welchem Gott den Lohn unserer GuttHalen zumißt. Es heißt hier מתן שבק, wohl zur Unterscheidung von dem folgenden שפר מצוה ועברה. Der Lohn unserer Gutthalen und Vergehungen ist nämlich ein zweifacher. Einmal der äußere, der durch Gottes Fügung unb Verhängung früher oder später, in diesem oder jenem Leben, uns wird, auf diesen bezieht sich das מתן שברן. Es giebt aber einen andern, einen iunern Lohn, den שהיא תסאיוז לעשה Sd ״> דבי או:•ר איזו היא דרך ישרה שיכור מ הארה והסא־ה ל^ו דן הארס והוי זהיר בדצוה קדה בנרזב־ורה שאין אהד, יורע דהן שכרן שד11דצוה והוי •נדזש: הפסדה בנגר שכרה ושלד עברה בנגר הפסרה הסהב^ בשרשה דברי ס ואין אהה בא רירי עברה דע דה י^דעדיה דדך עין רואה ואוזן שידעת ובל דעשיך בספר גכהכיס• sofort jede Gutthat und jede Bosheit mit sich bringt, cö ist dies die Erhöhung unseres sittlichen WcrtheS, die Steigerung unserer sittlichen Kraft, das wie nichts Anderes glückselige, uns der Nahe Gottes würdigende Bewußtsein treu erfüllter Pflicht, womit jede gewissenhafte Pflichterfüllung sofort nnS lohnt, so wie die Einbuße sittlicher Reinheit, die Herabstimmung sittlicher Kraft, die größere Geneigtheit zu weiterem Schlechten, das wie nichts Anderes niedcrschlageud quälende, uns den ruhigen Aufblick zu Gott raubende Bewußtsein unsere Bestimmung verfehlt, gegen unsere Bestimmung gcsrcoclt und damit die Zufriedenheit unseres Gottcö mit uns, ja unsere eigene Zufriedenheit verscherzt zu haben. Diesen Lohn jeder Gutthat und diese Eiubilße mit jeder BüSthat, vermögen wir sehr wohl zu ertucsscn und von ihnen spricht das שבר מצות und הפסד ((ברח unseres Satzes und mahnt uns, die Opfer an Gütern und Genüssen, die etwa eine Pflichterfüllung von uns fordern möchte, gegen den Alles überwiegenden Gewinnst des beglückenden Bewußtseins in Anschlag zu bringen, mit welchem jedes in Pflichttreue bewährte Beharren und Vollbringen uns, und zwar mit um jo größerer Glückseligkeit erfüllt, je größer die Opfer sind, die wir unserer Pflichttreue zu bringen hatten; und ebenso die durch nichts zu ersetzende Einbuße innerer Reinheit tmd innerer Ruhe, und die dauernd niederschlagende Oual sich selbst verurtheilenden die Zujricdettheit unseres Gottes uns versagenden SchuldbewußtsciuS, gegen jeden Gewinnst uttrechtlicher Güter und unhciliger Genüsse in Anschlag zu bringen, mit welchem etwa ein sündhafter Reiz at!S der Pflicht bahn zil entlocken uns versuchen möchte. Nichts aber erleichtert das freudige Vollbringen alles Guten und das standhafte Meiden alles Schlechten mehr, als die stete Bcrgegeuwärtigung der drei hier genannten Dinge, des anS der Höhe aus all ttnscr Thun und Reden gcrichteten schauenden Auges und hörenden Ohres, und daß all unser Thun in ״das Buch" geschrieben werde. Das Bewußtsein von einem über uns unb Alles gebietenden Höchsten, bei allem unseren Thun und Reden geschaut und gehört zti werden, ist gewiß der mächligstc Sporn, vorsichtig und freudig mit allem Thun und Reden zu sein. Erhöht wird.aber diese Vorsicht und Freudigkeit, wenn!vir wissen, daß Alles, was wir thun בספר, in ״das Buch" geschrieben wird. Es heißt nicht בספר, sondern בספר, wie wir bereits zu 2.V. M. 32, 32 unter Anführung der betressendeu Stelle bo merkt, wird die ganze durch Gott geleitete Weltentwickelung als ein einheitliches Ganze, als ״ein Buch" betrachtet, in welchem alles für diese Weltcntwickelung Bedeutsame seiner! Platz hat. Vergiß es nie,!!!ahnt unser Satz, daß Alles, rvaS du thust, mit seinen Wirhingen und Folgen weit über die kurze Spanne seines