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Jeschurun · 1886-03-25 · Heft 12 (25.3.1886) · p. 191

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 12 (25.3.1886)
Article
Erkannte Irrungen
Date
1886-03-25
Page
191 (sequence 2)
Language
German
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191 Sic schob ihm auf dem Tischchen das Blatt zu, in welchem sic gelesen hatte, und hielt den Zeigefinger auf jener Notiz, ans welche sie ihn aufmerksam machte. Rafael nahm die Zeitung und las: ״Eine zahlreiche jüdische Gesellschaft, deren manches Mitglied den besten Kreisen der jüdischen Bevölkerung unserer Stadt angchörte, fand sich gestern im großen Saale des Restaurants .Zur Sonne* zusammen, um die Grundbestimmungen eines zu gründenden Vereines festzustellcn. Wie verlautet, sollen die wesentlichsten Ziele der neuen Bereinigung sein: Ncubelcbung des jüdischen Stammes- und Neligionsbewußtseins in Verbindung mit gesteigerter Pflege der allgemeinen Menschen- und Bürgerpflichten; Erstrebnng der jüdischen Ideale, Verherrlichung der glorreichen jüdischen Vergangenheit und Kräftigung des nationalen Selbstbcwußtseins; eiserne Vcrtheidignng der jüdischen Ehre gegen Verunglimpfung von innen und außen, und endlich Ucbertragung des jüdischen Salons auf eine Basis, in welcher die Prinzipien des modernen gesellschaftlichen Lebens mit den jüdischen Elementen ihre engste Verschmelzung finden. Man bcinerktc unter den Anwesenden viele hervorragende Vertreter der jüdischen Geld׳ und Geistesaristokratie, den Oberrabbiner der Gemeinde und zahlreiche Universitätshörcr, größtenthcils aus der nrcdiziuischeu Fakultät. Wenn auch gegen die Tendenz dcS Vereins vom allgemeinen Standpunkt nichts einzuwcuden ist, so wird doch, wenn man Rücksicht nimmt auf die sozialen Verhältnisse unserer Stadt und Zeit, gegen die Opportunität desselben manches starke und nicht unbegründete Bedenken wach. Die Frage wirft sich von selbst auf, ob eS wirklich rathsam ist, die Zerklüftung offenkundig zu machen, wo, wie in unserer Stadt, eine glatte Oberfläche etwaige verborgene Differenzen vollkommen verdeckt? Das Einvernehmen der jüdischen und christlichen Bevölkerung unserer Stadt kann ein leidlich gutes genannt werden, nach solchen, in der Milte der Minderheit zu Tage tretenden Erscheinungen aber wäre es sehr gewagt, für die dauernde Erhaltung des Friedens die Garantie zu übernehmen. Gleichzeitig können wir es nicht unterlassen, die verehrlichen Herren darauf aufmerksam zu machen, daß der erste der oben angeführten Punkte ihres Programms mit sich selbst in Widerspruch steht'. Wir sind der Uebcrzeugung, daß eine ״Neubelebung des jüdischen Stammes- und Rcligiousbewußtseins" mit einer ״gesteigerten Pflege der allgenieinen Menschen- und Bürgerpflichten" nicht gut vcreinbarlich ist; nicht nur ist eine Steigerung undenkbar, sondern die im 'Nachsatz erwähnten hochheiligen Interessen niüssen sogar durch die starre Fcsthaltung am Vordersätze eine cmpsindliche und bedauerliche Schädigung erleiden. Das möchten wir den. Herren zur Erwägung geben. Es wäre ivünschenswerth, daß sic sich durch diese Anregung bewegen ließen, wenigstens den ersten Punkt aus ihrem Programm zu streichen, wenn sie schon nicht geneigt sein sollten, die ganze nicht sehr glückliche Idee fallen zu lassen." Fortsetzung folgt. Iuserarc werden die 3spalligc Peiitzcile oder deren Raum mit 25 Psg. berechnet. Für den Inhalt derselben übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung. InsertiouS- und Abonncmentö-Aunahme für Frankfurt a. M. auch bei Herrn I. Kanffmann daselbst, ohne Preiserhöhung Verlag von I. Kanffmann in Frankfnrl a. Rärin: IttttZ, die vierundzwanzig Bücher der heiligen Schrift, a. d. masorelischen Text übersetzt. Leiuewandein band Mk. 3. (50. ,־Uir Geschichte und Vitcratur. l. ׳,ein;.' Band Mk. 0.—. An-ralnrgesciiichle der synagogalen Poesie Mk. <>.50. — Nachtrag dazu Mk. 3. . — Gesammelte Schriften, 3 Bände. Ml. 10.— mm )n ifr. Ireligionsge.Iellfchast in Frankfurt tu Ä., 44. Preis-Abschlag: SC'111־ft per Pfund 00 Pfg. Fet^ 70 ״ ״ Auch zu > empfehle meine -anerkannt vortrefflichen Wurst- und Fleischwaaren. Frau kfn rl a. M. Wo je 2׳ K u n 6 Ipetm 0 v, Bvrnestraße ־.1-1־ c Das ״Centraal-Biac! voor Israelieten in Neder-!and" zu Amsterdam ist die am meisten verbreitete jüdische Zeitung Hollands. Die Inserate erweisen sich stets als sehr wirksam. Preis derselben 10 Cents Pro 4spaltigc Petitzcile. Die Verleger: Van Creveld L (50. N. Amstelstraat 31. PJ ■ In! Ji mimiuc ד R'abbincn, Lehrer oder Gemeindes st; Mitglieder, welche Fürsorge für s M brave und fleißige Leute in Deutsch. M m!and tragen, werden hofl. um gefl. jn Franko. Anfragen >'r. l;22 ernj pi beten. m ShsihsesesesjhshshshsiesS Jür e \) a ch. Seciertuch mit entsprechenden Inschriften und Abbildmigeu. Preis per Stück auf Shirting gedruckt Mk. 2, auf Atlas gedruckt Mk. 7. Frankfurt a. M. I. .Kansfnmnn, Buchhandlung.

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