Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 12 (25.3.1886)
- Article
- Zur Lage der Juden in Rumänien
- Date
- 1886-03-25
- Page
- 177 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIX. Jahrgang. Hannover, den ,8. Adar N. 5646 g5. März »886. M 12. zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. Begründe} von SiUIlson Mphncl Hirsch, imf>(nmT 11.?srnefilififirn flfigioiisgffclITlaf{ 311 itnulfurt a. fl Nene Folge. - Vierter Jahrgang. Hcraußgcgcbcii unter Nkitwirkung dcS Begründers und bewährter Genossen von Asaac Kirsch. Diese Wochenschvist erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Nbonnementspreis bei allen P ostanstalten nnd Bnchh andln u gen 2 JO. f>0 für das Bicrteijahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwin g'sche BerlagSbuchhandlnng zu Hannover. — Die Expedition versendet anch direct nnd franko unter Streifband den Jahrgang für 12 ji oder 7 Gulden österr. Währ, nach Dentschland nnd Oesterreich - für U d6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — A n; eige n tverden mit 25.^ f. d. :;gespaltene Petit;eile oder deren Nanm berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 20. Alt schleunigste Grucitcrung betf Vltioiuicmcnti?, namentlich bei der Post, wirb hierdurch erinnert. <ptc Expedition des ,,)esliinrun". Inhalts - Verzrichttifr von Nr. 1*2. Zur Lage der Juden in Nlunünien. — Das Prcntz. Indenrdikt vom 11. März 1812 eFoxtsetziing). — פרקי אבות ׳(Fortsetzung-. - Ant'rscmitifche Gefühlsduselei oder Geschäft L — Wandelungen (Fortsetzung). :— Weohalb die heilige Sprache verwaist ist. אל מורי יי^ךיאל. — Büch erschau. — Kor respondenzen nnd dtachrichlen: Hannover, Berlin (2), Bromberg, Ncndeck, Posen, Wien ,2'5 .׳torilfchan, Pest -2), Prag, Lemberg, Bosnien, Paris. Warschau :2), Philadelphia. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung). — Inserate. Jur luge brr Iiidkil lil Nriiiiiiilikli. Man wird nicht in Abrede nehmen können, daß Nnmänicn in der Kunst der Judcnbedrückuug cs zu einer Virtuosität gebracht hat, welche dem jungen Königreiche, dem Belgien des europäischen Orients, wie cs sich gern nennen hört, einen hervorragenden Platz in der Geschichte des Autisemilismus sichert. Der bedeutendste und fruchtbarste Gedanke, mit welchem die rumänische Politik die antisemitische Weisheit bcreichert, ist die konsequent durchgcsührte Idee, die Juden auf völlig gesetzliche Weise zu unterdrücken und zu quälen, ohne daß in den zahlreichen legislatorischen Handlungen auch nur mit einer Silbe deren Name genannt wird. In all den veratorischen Gesetzen und j Verordnungen, die in dem auf seiner vermeintlichen Zivi- | lisation und seinem vorgeblichen Liberalismus stolzen .. barbarischen Rumänien während dieses Dezenniums ' gegen die Juden erlassen worden sind, sucht man ver-! gebcns nach der Bezeichnung ״Jude". Es ist immer 1 nur die Rede von Fremden und Nichtnaturalisirten.! Daß mau die Inden als Fremde betrachtet und be-! handelt, ist nicht neu und nicht spezifisch rumänisch, j Nicht nur hat Eduard von Hartmann, der deutsche Phi- | losoph, den Ausdruck ..Gastvolk" für die Juden im > Gegensatz zu dem ״Wirthsvolk" der berechtigten Be-; Völkeruug erfunden, sondern die ihren jüdischen An-! gehörigen eine Ausnahmestellung anweisenden Staaten haben von scher die Juden als Fremde betrachtet,! denen man nur so viel aus Gnade zu gewähren braucht, j wie cs gerade dem eigenen Vortheil frommt. In den zahlreichen ״Judeugesctzeu" wird aber klar nnd deutlich von den Juden, Israeliten oder Hebräern gesprochen. Dem die Gleichheit aller Konfessionen proklamirenden Rumänien der Gegenwart war es Vorbehalten, das volle Maß des Elends über seine jüdischen Bürger zu verhängen, ohne deren zu erwähnen. Es hat verstanden, dem ausdrücklichen Verlangen Europas, das seine Selbst.׳ ständigkeit nur unter der. Bedingung der Emanzipation