Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1886)
- Article
- Aus der Amsterdamer Gemeinde
- Date
- 1886-03-10
- Page
- 149 (sequence 2)
- Language
- German
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149 Wagnar im Namen von 14 Mitgliedern gegen eine Abkündignng von Parnassim in der Synagoge, daß Jeder, der etwas gegen die Gemcindeverordnungen vor zubringcn habe, sich damit an die Kommission Enperus, Walraven und Bont zu wenden habe. ״ Donnerstag, 9. August, erschien Notar Wagnar im Hause des Parnaßprüsidcnten ר' בענדיט הלפרן und kündigte die Mitgliedschaft von יהודא בן לאזי קאנטימן und הירץ בן ליב המבורגר. Sonntag, 2. Scpteinber, יום א״ דסליהות, haben die Mitglieder der sogenannten Neuen Gemeinde in ihrer Synagoge auf der Neuen Hccrcnaracht ein Fest gefeiert. Am Abend vorher war großes Festessen, dem ein Ball für die jungen Leute folgte. Die Feier galt dem Jahrestage, an welchem die Inden in Holland die Emanzipation erhalten hatten. Am 26. September, zweiter Tag des Laubhütten festes, wurde in unseren Synagogen eine Bekanntmachung der .Kommission Bont, Walraven und CuperuS ver׳ lesen, laut welcher die provisorischen Parnassim bis ans Weiteres im Amte zu verbleiben haben. Eine Finanzkommission war errichtet worden zur Verstärkung der Kapitalien für das Armenwescn der Gemeinde, indessen konnten ihre Negotiationen keinen Fortgang nehmen, in Folge der Absetzung der damaligen Parnassim. Jetzt ließen Parnassim und die Finanz׳ dircktiou an! 17. Januar 1799 bekanntmachen, daß, da Alles nun mehr wieder in Ordnung, man mit der Emfordcrung der noch ausstehendcn Gelder beginnen würde. Samstag, 6. April 1799, ר"ו*.גיבן ובי ההורים, herrschte Freude und Festesstiinmnng in der Großen Synagoge; an diesem Tage war es nach der jüdischen Zeitrechnung gerade ein Jahr, daß unsere Parnassim abgcsetzt worden waren. In der Großen und Zweiten Synagoge haben die Lichter ans dem Almernor und vor der heiligen Lade von Freitag Nachmittag bis nach Sabbathausgang durchgebrannt, alle Synagogen waren wie au Festtagen beleuchtet. In der Großen Synagoge war eine sehr zahlreiche Menge versammelt. Es ist unmöglich, die Größe der Festesfreude bei Reich und Arm, Groß und Klein, Jung und Alt zu beschreiben. ״Gelobt sei Gott, der Trauer in Freude verwandelt hat!" — ״Heute ist שמחה הורה, gelobt sei Gott, der lins bis hierher geholfen!" so ries mau einander zu. Die Spenden in der Synagoge betrugen 1520 fl. Am 1. Mai ist die sogenannte Neue Gemeinde von der Hecrengracht in die Napcnbnrgcrstraat verzogen. Das Haus haben sie gekauft; cs befindet sich darin ihre Synagoge, das ritncllc Bad, das BerathuugSzimmer. Ihr Rabbiner wohnt auch dort. Am 1. August sind in Folge Publikation der Behörde für die Hccrcsorgauisation 25 jüdische junge Leute von 18 bis 35 Jahren durch den Kolonel einberufen worden. Bon diesen 25 gehören sechs zur sephardischen, die übrigen zur hochdeutschen Gemeinde. Zwei wurden sofort zu den Grenadieren eingereiht, die anderen wissen noch nicht, was mit ihnen geschcHeu wird. Am 0. September mußten einige Bürger, worunter auch Juden, nach Muiden und Naardeu ansrückcn. Da mehrere es nicht -thnn wollten, bekamen ihre Kanteraden Befehl von ihren Offizieren, sic mit Gewalt zu holen. Sogar wurde einem jungen Manne קאשמן בן בה׳ אי צ ק ריגטל, der Krankheitshalber nicht ansrücken konnte und eine ärztliche Bescheinigung darüber erbrachte, aufgegeben, daß er am folgenden Tage, Samstag, mit militärischer Gewalt geholt werden würde, wenn er nicht gutwillig mitgingr. Welch' andere Wahl blieb ihm nun? er mußte mit. זגוויל בן אברהם קאנטר sollte geholt werden, er halte sich jedoch selbst geholfen; er tvar verschwunden, wohin weiß man nicht. Freitag, 27. September, hat die 'Nene Gemeinde ihre Synagoge in der Rapenbnrgerstraat eingeweiht, was mit sehr wenig Zeremonien geschah. Bon den Parnassim der Portugiesen waren nur zwei anwesend, von der gegenwärtigen städtischen Regierung Niemand. Am 10. Oktober erfolgten in den Indellvierteln wieder Aufrufungen zum Militärdienst, so daß wieder» junge Leute ausrücken mußten. Dies erregte großes Gejammer. Die Ursache waren zwei nichtswürdige Jungen von schlechtem Charakter, שיינגלביע und der berüchtigte בנימן בן שמואל הויזימן, welche sich NN den Kapitän des Iudenvicrtels drängten und ihm die Personen angaben, denen er Waffen geben müsse. Viele kamen jedoch Gott sei Dank frei. Am 29. Juli 1800 kam Bericht aus dem Haag, daß unsere Gemeinde im Prozesse mit der Nellen Geineinde sm־s(׳;u1m׳ erhalten habe, und am 11. Septen'.ber. daß der Prozeß an die Departemcntalverwaltung der Amstel verwiesen sei. Samstag, 3. Januar 1801, ließen Parllassim in allen Synagogen abkandigen, daß wegen der großen Theuernng der Lebensmittel, die von Tag zu Tag zunimmt, wegen des großen Sterbens, lvclches herrscht, wegen Zunahme der Armnth und der täglichen Abnähme des Handels, der Oberrabbincr und sciil Bcth- Din beschlossen hätten, daß Montag, 5. Januar (20. Thebeth), ein Fasttag von den Personen über 18 Jahre gehalten werden solle. An diesem Tage wird man nach שהריה und מנחה vor offener heiliger Lade עננו ,אבינו מלבנו und מי שענה beten, auch ״ ויהלleinen". Von den Christen wurde eine Bereinigung errichtet, der bcizutretm sie einen Jeden einluden. Jedes