Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1886)
- Article
- Der Kampf gegen das Judenthum
- Date
- 1886-03-03
- Page
- 129 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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m 27. 3(bßC 504:6• Wo ft U^oll^ttSlhriü zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens «)»״»״ז״־ף. 5nx hflt» 27. 'ilbrtC «>64( in Hans, Gemeinde wtb Schule. ficgriindt’t von SlUIlW dillphUtl Hlych, duiGRiim3 .11 ־Wnefitiflni diffigionsurfflffJmft z» ifranßfiirl a. .Ä Nene Folge. - Vierter Jahrgang. .Heraußgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isttüc KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSpreiö bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2c.iL 50-Z für das Biertetsahr. Der Buchhandel verkehrt dnrch die Hclwing'schc VerlagSbnchhandlnng zn Hannover. — Die Expedition versendet auch direct 1111b f 1־ a u t 0 nnter Streifband den Jahrgang fürober 7 Gulden österr. Wahr, nach Deutschland und Oesterreich׳, für i 1 f-/6 nhn; )8 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzcigen lvcrden mit 25,.s. b. :;gespaltene Petit;cilc oder deren Nanm berechnet.— Expediti on: Hannover, Artillcriestr. 2st Inhalts-Verzeichnisr von Nr. Der Kampf gegen das Indenthnm. — Das Prellst. Inden-? edikt vom 1!. 1812 (Fortsetzung). — Juden in der! Wüste Sahara. — Wandelungen (Fortsetzung). — Korrespon--! denken und Nachrichten: Bcrtill, Worms. 2Liirchnrg (2^, Nogasen, Gollub, Biblis, Bon der russischen Grenze. Preran, Prestbnrg, A!:S Ungarn, Holiisch, Papa, Grost - T»po!es:'>ny, Diakovür, Jassy, Petersburg, Kiew, Ans Bessarabicn, Newyork. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung). — Inserate. Der Kliiüpf gtgtii das I,,dk!1ilst>11!. In Unterdrückung, Verfolgung, Beraubung, Ermordnng erschöpft sich nicht das Leid, welches Menschen über ihre Mitmenschen zu verhängen die Macht haben. Der Gewaltige tnag den Schwächer!! mit eiserner Fällst geknebelt haben, er mag ihn verfolgen, ausplündcrn und endlich den Tödesstreich gegen ihn führen, -לder Gefesselte, Gejagte, Beraubte fühlt sich dennoch nicht elend und selbst die Todesqualen machen ihn nicht elend; hat doch der Gewaltige sein eigentliches- Wesen nicht getroffen. Der Tyrann kann immerhin den nnter seinem Fußtritt Verendenden achten, dieser kann in dem Bewußtsein seines auch von dem Feinde nicht verlcngnetcn Wcrthcs die Bürde des härtesten Geschicks ertragen, ohne sich unglücklich zu fühlen. Spott, Hohn, Verachtung, Veschimpfung stellen ein lcidvvlleres Geschick dar. Sie treffen daS cigentliche Wesen des Menschen. Der Verspottete, Verhöhnte, Verachtete und Beschimpfte weiß sich unglücklich und elend. Im streife der Mitmenschen wird seine Menschenwürde verleugnet. Man hält ihn nicht einmal der Feindschaft würdig, man führt gegen ihn nicht Speer und Lanze, man speit ihn an und giebt ihn den Troßbuben preis, die ihre rohe Lust an ihm üben. ES ist leichter, alle Marter des Hasses über sich ergehen zu lassen, als zum Stichbiatt dcS plumpen Spottes des Pöbels sich erniedrigt zu sehen. ES erfordert die ganze Energie der Seele, nicht die Kraft zur Selbstachtung zu verlieren, wenn man wie ein räudiger Hund gepeitscht, wie ein ekles Reptil getreten wird, wie ein lächerlicher Popanz zur Belustigung der ausgelassenen Menge dienen muß. Der Kelch des Leids wird aber erst dann voll, wenn der Mensch sein Heiligstes und Höchstes gemißhandelt, von rohem Pöbelwitz verhöhnt, von Buben- Hand besudelt, von trügerischem Munde begeifert, von Lug und Bosheit in den Koth gezerrt sieht. Dann dringt sein Wchschrei zum Himmel empor, die Klage des Elendesten, dem die Menschen Alles geraubt, dem