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Jeschurun · 1886-02-25 · Heft 8 (25.2.1886) · p. 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 8 (25.2.1886)
Article
Pirqe avot
Date
1886-02-25
Page
117 (sequence 3)
Language
German
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117 trage?, nehmen das Irrige, als angeblich von ihrem | Lehrer gelehrt, in sich aiif und gehen sittlich zu Grunde.! Diese Verirrung eines Lehrvortragenden wird auch גלה j genannt. Er verläßt die wohlgeschütztc Heimaih der Wahrheit und wandert in das Ungefähr eines Gebietes, das ihm hätte fremd bleiben sollen. Möglich auch, daß das ותגלו nicht von כלה answandern, sondern von dem gleich lautenden גלה aufdecken ist. Denn auch ' im Kal heißt גלה ansdecken, und es wäre dann gesagt׳, der Redner deckt Brunnen giftiger Wasser ans, läßt sie unbedeckt, statt sie mit schützendem Deckel zuzudeckeu. (Fortsetzung folgt.) a Ans -er AMr-mer Gemeitl-e 1705—1812. (Fortsetzung.) Rach Ablauf des Gottesdienstes begaben Parnassiin sich mit unserer Kommission,׳ sowie zweien der Mauhigim. in das Berathungszimmer, wo Alle? vom Notar van Varik versiegelt wurde. Die Fleischhalle ׳sollte bis Sontag, 1. Juli, von den von Manhigim augcstellten Direktoren weiter verwaltet werden. Im Bcrathuugszimmer wurde die Liste mit den Rainen der Parnassiin, welche die Manhigim hatten entfernen lassen, wieder ausgehängt. Nachdem Alles geschehen war, kehrten die Parnassitn in ihre Wohnungen zurück. Das Volk umringte sie ans der Straße und ries: ״Hurrah, die braven Parnassim! Hurrah. die brave Negierung! Hurrah, der l 2. Juni!" — Rieht unerwähnt soll bleiben, daß Herr Iesaia Häring sich für unsere Gemunde sehr in die Bresche gestellt unb sich um sie und Parnassim sehr verdient gemacht hat. Donnerstag früh waren wiedersehr viele Menschen in der Großen Synagoge, um die Parnassim wieder in der Parnaßbank sitzen zu sehen. Die Mitzwoß haben an diesem Morgen sehr viel eingebracht. Am folgenden Sabbath war in allen Synagogen quasi Simchaß - Thora: Mitzwoß und Spenden brachten viel Geld, besonders in der Großen Synagoge, wo sie den Betrag von 2000 fl. erreichten. Sonntag, 1. Juli, kam Bericht aus dem Haag, daß die intermediäre ׳Verwaltung der Exekntivregierung Alles gutheiße, was am Mittwoch zuvor in der Großen Synagoge durch, die Negierungskonunission geschehen war, und zugleich wurden Parnassim beauftragt, ihre Aemter zur Wahrnehmung der Gemeiudeintercssen so lange ,;u behalten, bis die Prüfung der Gemeinde- Verordnungen in Gemeinschaft mit der erwähnten Regierungskommission beendet sein würde. | Am 2. Juli waren Parnassitn im VcrathungS-! zimmer versantmelt, um von den gewesenen Manhigim! NechnnngSablage. sowie die Gelder und Akten entgegen zu nehmen. Die Manhigim wollten sich jedoch nur dann daraus einlassen, wenn Parnassim ihnen vollständige Dec!)arge ertheilten. Das konnten Parnassim nicht. Eine Deputation von ihnen begab sich zu der aus den drei Advokaten bestehenden Kommission und theiltc ihr Alles mit. Am folgenden Morgen ging die Deputation zu dem Präsidenten van Hasselt und erstattete auch ihm von bem Borge falle neu Bericht. Roch an demselben Tage entpsingen die Manhigim einen eigenhändigen Brief von ihm, worin ihnen befehlen wurde, am folgenden Morgen inn 9 Uhr in der Gemeindestube Alles den Parnassim zu übergeben. Mittwoch, 4. Juli, des Morgens, waren Parnassim mit ihrem Notar van Varik versammelt, da kamen zwei der früheren Manhigim, דוד פעללינזאן und יוזפא קריין, mit ihrem Notar Wagnar ebenfalls dorthin. Letzterer forderte im Rarncn der früheren Manhigim die Parnissim auf, ihre schriftliche Anstellung und Vollmacht, daß sie berechtigt seien, von den Manhigim Nechuuugsablage zu fordern, vorzulegen. Bon dieser Aufforderung ist sofort unserer Kommission Kenntniß gegeben worden, welche sich unverzüglich zu ihren Advokaten und dem Präsidenten van Hasselt hat begeben, um Rapport auszubringen. Sofort sandte der Präsident zu dem Maire Mnöqnctier und ersuchte ihn, sich in die Sitzung der Parnassim zu verfügen, um die Sache in Ordnung zu bringen. Inzwischen hatte man nach bem früheren Manhig Samuel Hartog gesucht, endlich fand man ihn in der Zandstraat in der Herberge ״De Noeiner". Zwei Polizisten geleiteten ihn in die Gemeindestube. Man kann sich denken, welche Bewegung das unter dem gemeinen Volke verursachte. Fortwährend rief inan: ״Ho, ho, Samueltje ho!" Als ein großes Gedränge entstand, schrien die Polizisten: ״Schlagen und Drängen dürft ihr nicht, aber ,Samueltje ho!‘ dürft ihr rufen, so lange ihr wollt!" Als das Kerlchen in die Versammlung kam, nahm die Geschichte erst recht ihren Anfang. Als der Notar van Varik die Parnassiin srng, ob er mit der Aufstellung des Inventars beginnen sollte, verlangte דוד פעללייזאן auf's Reue, die Vollmacht der Parnassim zu sehen. Der Maire Musquetier fragte ihn hierauf, ob sie denn der Unterschrift des Präsidenten van Hassclt nicht glaubten. David erwiderte: ״Wir wissen nicht, ob das seine Unterschrift ist." Als der Maire hierauf sagte: ״Dafür will ich bürgen," entgegnete David: ״Damit sind wir nicht zufrieden, weil wir unserer Gemeinde verantwortlich sind." — ״Dann werde ich als Mitglied der.Kommission mit unterzeichnen/' gab der Maire zur Antwort. — ״Das können wir nicht zu-

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