Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 8 (25.2.1886)
- Article
- Die Begeisterung für das Judenthum
- Date
- 1886-02-25
- Page
- 113 (sequence 1)
- Language
- German
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Hamwvcr, den 20. Adar 5646■ 25. Februar 188<S. M 8. U^lllhbltsrhrlü zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. von Snmssu 3iflpl)flCl Hirsch, cfiußfiimr 11. Jstncfitifificn firfigiousgefrilfifmft zn Pmulftat a. Ä 9!ene Folge. - Vierter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isüitc KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonncinentSpreiS bei allen Postailstalten und B n ch!;» n b I n!1 tj c n t2e/m r>0 .J) für das Vicrtctjahr. Der Bnchhandel verkehrt ditrch die Hc lw i it g'sche ÄerlagSbuchhüNo» lnng zn Hannover. — Die Expedition versendet auch dircet und franko unter Z-treisbaild den Jahrgang für 1*2 da oder ל Gulden Öftcn. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für k l ,16. oder 18 Fr. nach der! Ländern des Weltpostvereins. — A n; cigcn rverden mit, 25s. d. .!gespallcue Petitzerle oder deren Raum berechnet.—Expedition׳. Hannover, Artillericstr. 2N Inhalts ׳׳Verz»׳ichttr'sr von Nr. 8. Die Begeisterung für das Jndcnthnin. — Das P reust. Jndenedilt vom 11. Ätür; 1812 (Fortsetzung). —פרקי אבות (Fortsetzung)!. — Aus der Amsterdamer Geinernde 17!).')—1812 (Fortsetzung!. — Wandelungen ('Fortsetzungi. — Die Inden in in Jerncir. — Korrespondenzen und Nachrichlcn: Würzburg, Burgprcppach, Wien, Prcran, Pest >:}>, Lemberg, Titbnrg, ,Uopcu« Hagen. Paris (2), Aus West-Nustland, Warschau, Petersburg, 5ilschineff,VCinclnnatl. — Erkannte Irrungen (Fortsetzung-. — Inserate. Dir Dkgrißenmii für dus Ziidrntlim!!. Des Menschen göttliches Wesen gicbt sich in keiner Fähigkeit offenbarer knnd, als in. der Fähigkeit der Begeisterung. Daß seine Seele von der Vorstellung des Wahren, Guten und Schönen sich über das Niedere und Gemeine zu erheben vermag und ans dieser Höhe die der Verwirklichung ihrer Borstcllnug sich entgegenstemmenden .Hindernisse ihr gering erscheinen, so daß sie vorahnend die Seligkeit des erst noch zu erringenden Sieges lostet und sich an der Vollendung des Werkes ergötzt, das sie erstehen sehen möchte — das dürste ein unwiderlegbarer Erweis sein von der außerirdischen, göttlichen Eigenschaft des in sterblicher, hinfälliger Hülle webenden Geistes. ׳ ... Es giebt aber eine ächte, wirkliche Begeisterung und eine falsche, eingebildete Begeisterung. In jener ist die Seele in Wahrheit von der Gewalt einer Idee ergriffen, tvelche sic in ihrer innersten Tiefe ersaßt und beherrscht; in dieser verharrt der Mensch in der Sphäre des Gewöhnlichen und tältscht sich und Andere über die Acchthcit der zur Schau getragenen Erregtheit. Jene gleicht der Licht und Wärme in sich tragenden und anöströmcnden Sonne, diese einem leicht entzündeten und schnell verlöschenden Strohfeuer. Die Begeisterung kann aber ebenso eine reine und heilige, wie eine getrübte und unhcilige sein, je nachdem das Gemüth von der Vorstellung der Wahrheit und Tugend oder dcö Wahnes und Truges ergriffen ist, je nachdem der Mensch sich in den Dienst des Guten oder des Schlechten, der Wahrheit oder der Lüge stellen will. Der wahnwitzige Pöbel, der die brennenden Scheiierhanfen umlanzte, ans welchen die seiner Meinung nach ungläubigen und verdammten Juden endeten, gab sich einer Begeisterung hin, wie die hcldenmüthigen Märtyrer, von ihrer Ucberzcugnng begeistert, unter den entsetzlichen Qualen ihr Leben auöhgnchten. Jener war von der Lüge, dem Wahne in Extase versetzt und vollbrachte das Entsetzliche, diese erglühten für Wahrheit und Tugend nnd vollbrachten das Erhabenste. Wenn wir uns in den Kreisen unserer nächsten Um«