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Jeschurun · 1886-02-18 · Heft 7 (18.2.1886) · p. 97

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 7 (18.2.1886)
Article
Die Egelsünde und die Reform
Date
1886-02-18
Page
97 (sequence 1)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Hannover, Vc» M 7. U^cilhbttscljrtü zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. Acgrüuäei non SaillM Raphael Hirsch, clias'Iiineill. ^rnesiWnl AesiMonsgkl'cll'sll'mst zu^miissnr! a.Ä Neue Folge. Vierter Jahrgang. Hcrauögcgebcn uutcr Mitwirkung des Begriinders und bewährter Genossen von Asaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemcniSprciS bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2 ,-kL stO für das Bierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Berlagsbuchhand. tnng zu Hannover. — Die Expedition versende: auch direet und franko unter Streifband den Jahrgang für!2.lL oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für 11 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25>.^ f. d. .'^gespaltene Petitzcile oder deren sllanm berechnet. — Expedition: Hannover, Artillcricstr. 2U Inhalts BerFi ichttisr von Nr. 7- Die Egclsünde nnd die stiesorm. — Das Prenst. Judencdikt vom II. Biärz 1812. — Jur Frage des häufigeren Bor. komuteuS von Taubstummen bei den Juden. — Wandelungen (Fortsetzung). — .Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin <B), Fraulsurt a. M. (2), Aus Mecklenburg, Siegen, Me-r;ig, Jnlz, Wien (2). Prag, Pest, Krakau, Kalusz, Tilburg. Paris, Peters, bürg, Bukarest. — Inserate. Die Wluilde ttüti die Uefonn. Die erschütterndsten Episoden der jüdischen Geschichte führt uns die dicsivöchenlliche Verlesung der Thora und der Propheten vor die Seele erschütternd und erhebend. Die tiefste Gefunken heit des Menschcnkreiscs, in dessen Milte Gott den Baum des ewigen. Lebens gepflanzt, der seinen Schatten weithin ansznbrcilcn bestimmt ist über die ganze Erde hin; die Allem obsiegende Kraft des GotteswortcS; die Ewigkeit der Israel gestellten Aufgabe; die unerschöpfliche Gnade und Barmherzigkeit Gottes, der zu jeder Zeit bereit ist, dem reuigen Kind die Vatcrarmc zu öffnen. Das aus Aegypten von der Hand Gottes geführte Volk, welches in der kurzen Spanne Zeit weniger Wochen die Wunderallmacht Gottes, Seine stete, unmittelbare Nähe und fürsorgcnde Wallung erfahren, dem die einzig große Stunde in dem Leben der Menschheit beschiedcn, in welcher Gott Seinen heiligen Willen am Sinai knndgegcbcu, — dieses Volk vermochte die kurze Entfernung seines Führers Moses nicht zu ertragen, ohne dem Irrt hum zu verfallen und noch im Anblicke der Stätte der GottcSoffenbarung sich von dem Wahne umgarnen zu lassen, daß der Mensch sich seinen Gott zu schaffen habe, oder etwas Anderes als des Gehorsams gegen Gottes Gebot bedürfe, um sich des Schutzes und der Gnade Gottes und. des irdischen Heils zu versichern. Die großen Erlebnisse der eben verflossenen Tage hatten nicht genügt, um das Hcrz^dicscs Volkes mit dem erhebenden unerschütterlichen Bewußtsein zu erfüllen, daß der Mensch durch die Erfüllung des göttlichen Willens in unmittelbarer Nähe seines Herrn und Vaters stets weile, nnd daß jede Verletzung des GottcsgebotS ihn dieser 'Nähe entrücke. Es schuf sich ein Idol als Mittler zwischen sich und Gott und erhoffte von dieser Vermittelung Schutz und Beistand für den Weg, den es vor sich sah, durch die Wüste in daS Land, welches von Milch und Honig nberfließt. MoseS stieg hinab vom Sinai, die Tafeln des Zeugnisses des göttlichen Gesetzes in seiner Hand. Da

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