Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1886)
- Article
- Aus dem Treiben der "Mission"
- Date
- 1886-02-11
- Page
- 89 (sequence 1)
- Language
- German
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JK6. Jeschnrun. 89 h. Ans dm mlm\ kr ״IHiflioii“.! V.! Eine lindere Gesellschaft, die sich dem edlen \יa 11 b- ׳ werke der Seelenfäugerei widmet, ist die 13״rit isli,Socioty for 111c* PropaRation of tho Oospel ainoug• the J< \vs.u nicht pi verwechseln mit der großen Londoner Gesellschuft, über die ich Ihnen demnächst rescriren werde. Sic ist im Jahre 1842 gegründet ivorden, steht unter dem Protektorate der Bischöfe von London und Cyerer, hat ein eigenes Organ ,.DIio .se^visli Ickoialck" nnd ein Budget von 8<>00 Piund Sterling. Das Missionshaus ,/Pin׳ •Tewisb Mission Honst*“ ist 2Gb Chnrchstr., SpitalfieldS. Daselbst befinden sich: das Lesezimmer mit freiem Zutritt für Jedermann; die Nähschul c. Montags Nstuchmittag: die Bibelnnd Thec-Meetings, Donnerstags Nachmittag: Die Abendschule, Freitag und Sonnabend Abend; ,דרי׳צד ליהודים, wie der offizielle Ausdruck lautet. Sonnabend Nachmittag: und die M cdi;i na l- A bt h e i l u ng, 0י1ו Juden und Jüdinnen ärztliche Hülse und Medikamente umsonst erhalten; Di׳. Woodrofs ist N?issiouSa:zt Das Heim für alte Konvertiten ,.4410 Horn,; for־ A,־<׳im1 Oln ist in 11 ]sraolitos־‘ befindet sich 44 Ferntowcr road, Newington grccu, und steht unter Behandlung von Di׳. Marphcrson, Ehren- Sekretär der Gesellschaft ist Adolph Saphir, derLitcralor der Gesellschaft für MissionSschriften; sein ״All lsnao! slmll be savck׳' ist in deutscher Uebcr sctznug mit einer Vorrede von Professor Delitzsch von dem lnsbitiii um .luckaicum in Leipzig heranSgcgcbeii worden. Vertreter für Australien ist S. I. Grün, der Vertreter in K a n a da, Anschcl Schuster, ist voriges Jahr gestorben. Den stereotypen Titel ״Reverend" lasse ich fort. Weitere bezahlte Handlanger der Gesellschaft sind für London: Louis Hcrschell, Aron Sternberg, LazarnS, Leo Zucker, I. Flccker. Bst Aachim (die beiden Letzteren ״arbeiten״ auch im Wartezimmer der Meizinal- Abtheilnng), Isaae Lcvinsohn. Frl. Znckermandel; für Liottingham: I. Brunner: Bristol: W. Brunner (hat auch die Frechheit in die Synagogen zu gehen): Leeds und Manchester: M. L. Mollis: Birmingham: I. Friedbergcr (hat den Hcnoch Ginsbnrg hernmbe kommen); s)iord-Engl and: Aron MalthewS: Breslau und Dresden: G. F. Schwartz; Königsberg: B. F. Iaeobi (erhielt im vorigen Jahre den Nollpn Adlerorden); H a m b u r g : Nen!na1.m: N ü r n b erg: P. Iasfe; Stuttgart: P. E. Gottheil (präscntirt in der jüngsten Nummer des ״Iewish Hcrald" die Photographicn zweier von ihm ״Bekehrten": Immanuel A. und Mirjam F.): L c m b erg: Vater Pick sammt Töchtern; Wien: F. A. Schönberger und E. Weiß; Odessa: B. Bcnzion; Warschau: P. Dworkowiez; Nom: A. Ben Olicl; Adrianopel: L. Nosenbcrg (hat, wie er sagt, bei Ehajim Obadjah und einem gewissen Nosenthal Erfolge erzielt.) — ES sind daS alle getaufte Juden, die natürlich ans reiner Ucberzcugung ihren Glauben abgcschworen haben und ans der gleichen reinen lleberzeugnng arme und kranke Juden (denn nicht jeden Tag glückt e S, einen Dr. Iulinö Simon in Hannover zu fischen!!) zu dem gleichen Schritte zu verlocken und zu verführen suchen. Daß daö Handwerk so gut seinen Mann nährt, das ist ja auch bei anderen Handwerken der Fall, nnd waS dem Einen recht ist, ist dem Andern billig.-Ich behalte mir vor, auf diese Gesellschaft noch znrückzukommcn. Auch Wunder passiren in der ״heiligen Sache" des Seelenschachers und, Wunder über Wunder, die gleichen Wunder zu gleicher Zeit in Ncwyork und in London. Eigentlich würde cs genügen, dieselbe mit schlichten Worten zu erzählen, aber der Styl, in welchem sie urbi ot orbi verkündet werden, ist zu charakteristisch, um sic nicht in wörtlicher Ucbcrsctzung mitznthcilen. Der Ehrenmann Jakob F r e s h m a n in N c w York, .,d>«»n 0!' a Convortod Jowis'li Itabbi“ wie er sich nennt, den Lesern dieser Zeitschrift in früheren Korrespondenzen eines meiner dortigen Kollegen bereits in Freiheit drcssirt vorgesührt, erzählt: ״Wir besaßen einen Wechsel über 2 to Dollars nnd hatten dem Baumeister laut Uebereinknnst l 000 Dollar abschläglich zu zahlen. Nach einer Woche angestrengtester Arbeit (d. h. SchnorrenS) war es unmöglich, selbst den kleiucreu Theil der Summe beisammen zu bringen. Wir vergegenwärtigen 11110, daß wenn Hülfe käme, sic von Oben kommen müsse. Wir warfen uns ans Gott und dabei drängten sich mit aller Macht jene Worte in unseren Geist: ״Beim Beginne Deines Gebetes erging der Befehl" Dan. 9, 23. Wir fühlten, daß der Gott Daniels auch heute lebe/ und daß bei dem Beginne n nscreS Gebets Er einem Seiner Diener Befehl geben könne, sortzngchen und daS Herz eincS Seiner Kinder, welches Er mit Weltliehen (Gütern gesegnet, zu rühren, nnS einen Ehcck von ]000 Dollar zu senden. Warum nicht'? Wir glauben, Gott konnte es thun, — cS ist Sein Werk, das wir vollbringen — und ivir hielten au bei Ihm. Der Sonnabend kam herbei - - Montag halten wir Zahlung zu leisten ein Bote brachte einen Brief, Madame Frcshman öffnete ihn, und, wir mußten Frendcnthränen vergießen, denn, Nahm sei Gott, welcher daS Gebet erhört hatte, da war ein Ehcck, nicht nur für 1000, sondern sogar für 1500 Dollars 11. s. w." DaS war also ein Füufzehuhnndert-DollarS-Wunder, und NUN kommt ein Hnndert-PfnnV Sterlings Wunder. Der Held des letzteren ist Nev. John Wilkinson in London, dem mein jüngster Bericht gewidmet war. Unter dem Motto: ״Bevor sie rufen werde Ich