Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1886)
- Article
- Aus der Amsterdamer Gemeinde
- Date
- 1886-02-11
- Page
- 86 (sequence 3)
- Language
- German
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15 Männer, die, wie früher berichtet, zu Manhigim gewählt worden,;11 Mitverwaltcrn mit den Parnassim haben wollten. Hierauf rief die Menge einstimmig: ״Wir kennen absolut kein Manhigim!" Der Präsident sagte hierauf, da er nun gesehen, daß die BolkSstimme allein für die Parnassim sei, so stelle er dieselbe hiermit für die Zeit von dreimal 24 Stunden an. Inzwischen würde er einen Kurier au die Negierung im Haag senden und über die Stimmung deS Volkes berichten. Er besaht ferner der Menge, sich ordentlich und ruhig;11 betragen und thciltc ferner mit, daß drei stichtjuden, die Advokaten Enperns und Baut und Proknreur Walraven, crnauut seien, um alle unsere Reglements zu prüfen. Auch wünsche er im Vereine mit der Negierung von Herzen, daß recht bald eine vollständige Versöhnung zu Stande koinmcn möge. Hierauf rief er die Namen der Parnassim ans: cS waren dies die Herren בענדיט הלפון ,זנזלוז פייטלס ,דוד לוי ,ליב קייזר, Abraham van Oven, Joseph PrinS und 'ליפיץ רינטל. — Man kann sich denken, welche Freude unter der Menge herrschte. Jeder der Parnassim wurde in die Parnassimbauk getragen und mit ברוך הבא begrüßt. — Einer der abgesetzten Manhigim wollte Etwas reden, die Menge ließ cS jedoch nicht zu. — Als die Kommission ihren Auftrag vollbracht hatte, verließ sie die Synagoge, und die Herren בער בועז und ליזר ■קייזר. die nun in Funktion getreten waren, machten bei ihr die Honneurs, dankte ihr und geleitete sic hinaus. Nun war Zeit für das Minchah- und Maariw- Gebet. Diese Gebete wurden von dem Chasan mit seinen Assistenten mit den Jointanw-Mclodien vor׳. . getragen. תהנון wollte Niemand sagen, mau ries allgemein: ״Dieser Tag ist für uns Jonitanw!" Wir können nicht genug vermelden, welche Freude und Glückseligkeit überall herrschte, in allen Straßen wurde Fest gefeiert. Man vernahm i'.ichtS Anderes als: Gott sei Dank, daß unsere Parnassim wieder in ihre Funktionen eingesetzt sind, fort mit den unwürdigen Manhigim!" (Fortsetzung folgt.) : Die 1!t11k!trAii!sl!1!11l!l im Wille 1m- DWr ÄtllreliiiiMii. ״Laß dich nicht verblüffen" ist gar oft leichter gesagt als befolgt, wie ich erst neuerdings wieder an mir selbst erfahren habe. ES kann uns eine Sache, die die Wahrheit vollständig ans den Kopf stellt, mit so brutaler Kühnheit vorgetragcn werden, daß wir im ersten Momente uuS unwillkürlich an den Kopf greifen, ob es denn nicht ein Traum ist, was wir da vernommcn haben. So ist cS mir mit Nr. 4 der Nahmerscheu ״Wochenschrift" ergangen. Zu meiner Entschuldigung sei indcß gesagt, daß ich daö Blatt nur selten;11 Gesicht bekomme, an derartige Kost also nicht gewohnt bin. Herr Di׳. Nahm er ist in Folge des von orthodoxer Seite seiner Agitation für das MendelSsohu-Dcnkuial entgcgengehaltencn F rau k e l' scheu Gutachtens bliudivüthig geworden, und um sich ans der Klemme zu retten, begeht er, der die Stirn hat, die Orthodoxie Fälschungen .zu zeihen, eine kleine, — 11411, eine große, plumpe Fälschung. Er scheint zu wissen, daß und was er Alles seinen Lesern bieten darr. Die Art und Weise, wie dieser Vertreter pur cxcellcnee der ״historisch-kritischen Schule" mit historischen Dokumenten umspringt, ist zu bezeichnend, um nicht festgenagelt;11 werden. — In Nr. 3 des ״Jcschurun" habe ich mir gestattet, in ״Nahmer conti׳;! Frankel" das Frankel'sehe Gutachten zu reproduziren, habe aber zugleich, — nicht als ob ich an die Möglichkeit einer Fälschung von Jrankel'scher Seite gedacht hätte, sondern zum richtigen Verständnisse desselben — auch die von dem Tonre-Monnment-Verein gestellten Fragen wiedergegeben. Herr Di׳. Nahmer widmet diesem Gutachten nun einen Leitartikel in Nr. 4 seines Blattes, nennt Zacharias Frankel einen von uuS nicht weniger hoch als Mendelssohn verehrten Manu", fügt dem Namen, den;11 mißbrauchen er im Begriffe steht, noch ein pietätvolles "זצ״ל" hinzu, und nachdem er einen Thcil deS Begleitschreibens deS Toiiro-Monumeut-Bercins abgedruckt, fährt er fort: ״Wir können uuS den Abdruck" der eine volle Druckseite füllenden ״Fragen" wohl sparen, da dieselben aus den prägnanten Antworten Frankel'S ersichtlich sind, .... die sich genau an die Anfragen der Reihe nach anschiießen. Sie lauten: und dann folgt, nachdem der historische Thcil des Gutachtens, der sich ebenfalls gegen die Errichtung eines Denkmals für einen Juden ansspricht, ״vorerst" noch jortgclassen wird: ״Zn I. l) 11. s. w." ״Zu I. 2) 11. s. w." ״Zn II. l) Zn snbskribiren sd. h. wörtlich: nnterschrciben, seine Unterschrift geben, sei eS zu Ansrufen oder auf Sammellisten. Ned. der Wochmschr. (sie!)] ist nicht verboten (siche. Dos. I40sc.11. Hasch. 24 und Jore Dea 1 c. 17) ebenso wenig thäligen Anthcil zu nehmen mit Ausnahme der Errichtnng selbst, d h. der Bildhaucrarbcit daran." Die gesperrt oder fettgedruckten Stellen sind in dieser Weise in der.״Wochenschrift" hcrvorgchobcn. ״Schluß folgt", ist aber bis heute noch nicht erschienen, dafür aber in Nr. 6 eine lange Briefkasten-Notiz in Nahmerschein Jargon über Nanmmangel; ein Jcl lin ek'schcs ״Pschättcl": DaS Denkmal gelte nicht dem Juden