Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1886)
- Article
- Der Neujahrsgruß der Kreuzzeitung
- Date
- 1886-02-11
- Page
- 83 (sequence 3)
- Language
- German
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8£ und fleckenlos״ dastchc, so haben wir keine Veranlassung, darüber mit ihr zu rechten. Herr Stöcker führt ja nicht unsere, dcS JudcnthumS und der Juden, Sache. Er ist ja der Mann nach dem Herzen der ״Kreuzzcitung" und der Führer der Christlich-Sozialen, und es ist darum lediglich deren Sache, wen sie ihrer Verehrnng und Liebe für würdig erachten wollen. Wir erwidern den Gruß der ״Kreuzzcitung" aber mit dem aufrichtigen und herzlichen Wunsche: möge die christlich-soziale Bewegung gegen die Juden und das Judcnthunt vor der Erkenntnis; der Wahrheit und Gerechtigkeit baldigst zum Scheitern gelangen, möge wahrhaftige Liebe und brüderliche Gesinnung Haß und Neid und Vorurthcil überwältigen, auf daß Frieden etuziehc in die Kreise der zu einem gemeinsamen Staate vereinigten Brüder; möge die ״Krcuzzeitung" ein Apostel dieses Friedens werden und so der Devise, die sie sich erwählt, treu entsprechen ״mit Gott für König und Vaterland". ' Dieser Wahlspruch ist auch der unsrige. Wir wissen uns im Dienste GottcS, der uns Seiner Offenbarung gewürdigt und die unser Wesen heiligenden Gesetze zur unverbrüchlichen Beobachtung gegeben hat, der Recht und Liebe von den Menschen geübt wissen will, wie er der Gott des Rechts und der Liebe ist. Wir wissen uuS im Dienste des Königs und des Vaterlandes, welchen wir in inniger Treue zugethan sind; deren Heil und Wohl ist unS thcucr und heilig, ihm weihen wir freudig unser Streben und Handeln. פרקי אבות. Uebersetzt und erläutert von Sunison Naphael Hirsch. (Nachdruck vcrdolcn.) (Fortsetzung.) *)4) Jose Sohn JocscrS aus Zercda und Jose Sohn JochannanS aus Jeruschalaim empfingen von ihnen. Jose Sohn JocserS aus Zercda sagt: sei dein HauS ein ZusamtnenkunfSort der Weisen, bestäube dich mit dem Staub ihre Füße, und triitkc mit Durst ihre Worte. ביתך. Sei ein solcher Freund der Wissenschaft und begegne den Pflegern und Lehrern derselben mit so freundlichem Wohlwollen, daß dieselben sich von deiner Häuslichkeit angezogen fühlen und sich gern bei dir zusammensinden. Räume ihnen den Ehrenplatz ein in deinein Hause, setze dich zu ihren Füßen und lausche mit Ernst ihrcit Unterhaltungen, denn, wie ein anderes Wort der Weisen lautet .אפילו שיחת הולין שלת״ה צריבה לימוד (Sucka 21 b.) auch das Wort 1° יוכי כן יועזר איש צררה ויוםי כן יוחנן איש ירושלים קכלו מחם יום' כן יועזר איש צ־־דה אומר יהי כיחך כיח עד לחכמים והוי כחאכק כעפר רגליהם והוי שותה בצמא אח דבריהם• gewöhnlicher Unterhaltung der Weisen will studirt sein, ist lehrreich. *)5) Jose Sohn JochannanS aus Jerusalem sagt: Sei dein Hans geöffnet der Erleichterung, und seien Arme deine Hausgenossen. Pflege nicht zu viel Geschwätz mit der Frau. Man hat das von der eigenen Frau gesagt, geschweige mit der Frau des Nächsten. Hiernach sagten die Weisen: wer zu viel Geschwätz mit der Frau pflegt, zieht sich Böseö zu, laßt ab vom Lernen der GesetzeSlchre und erbt an! Ende das Gehiunom. ,2 .לרוהד. B. M. 8, heißt דוהה Erleichterung, eigentlich Erweiterung aus Noth und Enge. Dein Haus sei stets allen Leidenden geöffnet, die Erleichtcrung und Linderung suchen, und kannst du auch Leiden und Noth nicht ganz beseitigen, sei immer bereit zu erleichtern und zu lindern wie du kannst, und Arme seien deine Hausgenossen, betrachte sie als Kinder deines HattscS. Habe dein HauS nicht nur für dich und die unmittelbar Deinen gegründet, gieb wo und wie du kannst obdachlosen Armen einen Milgcnnß an deittcr Häuslichkeit, und wenn du Arme gastlich bei dir aufuimmst, behandle sie wie die Angchörigcit deines Hauses. אל תרבה שיחה עם האשה. Es heißt nicht אל תרבה דברים oder.אל תדבר הרבה עם האשד, sprich nicht viel mit deiner Frau. Sind doch die Worte der Weisen reich an Lehren von dem hohen Werth der Frau, der dem Weibe schuldigen Achtung und Verehrung und nameittlich auch von dem hohen Wertste, den der Mann auf Meinung, Ansicht und Rath seiner Frau zu legen hat. Und nun zumal, wo eben erst vor! der Hülfsbcreitschast, Wohlthätigkeit, Milde unb Gastlichkeit geredet war. die in dem Hause und von dein Hanse geübt werden sollen. Aufgaben, deren Lösung zu so großem Theile auf der Wirksamkeit und Mittheilnahme der Frau beruht, da soll gewiß das sich daran anschließende ואל תרבה שיהה עם האשת keine Zurücksetzung der Frau bedeuten. Vielmehr dürfte gerade diesem Satz die Würdigung des ganzen Ernstes der Stellung der Frau und des Mannes für die Ausgabe des Hauses zu Grunde liegen. שיהה ist keine ernste Rede, sondern ein tändelndes Plaudern, Schwatzen. So ׳שיחת דילדים (Absch. III, 14.) מיעוט שיחה (Absch. vr, «.). Der Mann aber, der seine Frau hochachtet, wird nicht nur nichtssagende Worte und tändelnde Plaudereien für die Unterhaltung seiner Frau zu bringett wissen, die großen Anliegen des ernsten Lebens wird er mit ihr besprechen und sich des'Austausches ihrer Ansichten und Einsichten יי יוכי כן יוחנן איש ירושלים אומר יהי כיחך־ ם חי ח לרוחה ויהיו עניים כני כיחך ואד1 חרכה שיחה עם האשח :אשחר אמרו קל1 וחמר כאשח הכרו מכאן אמדו חכמים כלי המרבה שיחה עם האש ה כורם רעה לעצמו וכושל כיכרי הורה וכוכו יורש;יהגם•