Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1886)
- Article
- Der Jahresbericht der Amsterdamer Gemeinde
- Date
- 1886-02-04
- Page
- 74 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2932754-2933154-2933160-2964299--21031-2964342- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
mit Verständnis; und Begeisterung sich dem wahrhaften Gottesdienste eines pflichtgctrcuen jüdischen Gebens weihen. Was aber;11 allen Zeiten eine Wahrheit war, das ge-׳ winnt für die Zeit unsere Gegenwart ja eine noch nnverglcichlich höhere Bedcutnng. Die heilige Sache unseres Judenlhums ist ja היו völlig prcisgegeben, wenn cs. nicht gelingt, die Kinder der Neichen für תורה ועבודה ZN begeistern und ZN ächten יהודיים herauzubildcn; für sie hat ja die Zeit die allcraröstcn Verlockungen, die gehen ja am allerersten dem Judcnlhum verloren, wenn sic nicht durch den erleuchtenden und wärmenden Geist der תודה gründliche Kcnntniß und dadurch Achtung und begeisterte Liebe für die Hoheit unserer verkannten und ans Unkenntnis im Leben verschmähten תודה gewill neu. Nur durch למוד התודה sind sie zu retten, und erst wenn wieder unsere כ^ידם und ihre Kinder ihren Stol; darin setzen בד תודה und מכבדי התורה ולומדיה ZN sein, wird auch unser Mittelstand der Treue an Gott und sein Gesetz erhalten bleiben, und wird auch der leitende Einfluß in unsern Gemeinden nur Männern in Händen kommen, die mit Geist und Begeisternng für die תודה und ihre Institutionen einstchcn. In unserer Zeit ist die Sorge für תלמוד תודה der Armen eine Wohlthat, die Sorge für תלמוד תודה der Neichen aber eine rettende That für Gott und sein Gesetz." KmrcsMdcilzcil nud Nachrichten. Deutschland. -#■ Hannover, 2. Februar. Aus dem Nachlasse des in England verstorbenen Herrn Detmold ist dem Wohlthätigkeitsvercin als Beitrag zur Errichtung einer israelitischen Alterversorgnugsanstalt und Krankeustation, bezw. zur Stiftung von Frcibetten für Kranke und Sieche, eine Schenkung von 10000 J(x zngcgangcn, nachdem der hochherzige Erblasser bereits früher zum gleichen Zwecke die Summe von (>000 J(. gespendet hatte. —?er Talmnd-Thorä-Verein veranstaltet auch in diesem Jahre wiederum einige össentlichc Vorträge. Die Reihe derselben eröffnete am 30. v. M. Herr Scminardirektor 01׳. Krön er über ״das Gebet des jüdischen Gotteshauses." Ein zahlreiches Andilorinm, ivclchcs der Saal im Hotel Spanier kaum fassen konnte, hatte sich cingcsundcn und folgte mit sichtlichem Interesse dem formvollendeten Vortrage des redegewandten Sprechers. Derselbe wies nach, wie die Synagoge und das gemeinsame Gebet keineswegs erst den Zeiten des Exils entstammen, wie vielmehr der Tempel zu Jerusalem nur die einzige Stätte der heiligen Opfer- Handlungen gewesen, welchen sich überall im jüdischen Laude Gotteshäuser und Gebet anschlossen. Er wies hin auf die weise Ordnung der תפלה, welche auch ein unerreichtes Muster der ästhetischen und logischen Gliederung sei, der sich die herkömmliche Nezilirungsart als die geeignetste nud das Berständniß fördernde Kantilene anschmiegt. An einigen Beispielen erläuterte er in geschickter Weise die Entstehungsgeschichte mancher liturgischer Gebetsstücke. In der kurzen Dauer eines andcrthalbstündigen Vortrags konnte das weite Thema nicht bewältigt werden. Der Redner vermochte nur anregende Andeutungen zu geben, welche zu einem Nachdenken Veranlassung gewähren. Es wäre nur zu wünschen, daß er bei einer zukünstigen Veranlassung eingehender die von ihm ausgestellten drei Kategorien des Gebets, als: תכלה ,ברבה und ימיר inhaltlich erläutere. Laute Beifallsäußerungcu bezeugten das Interesse, welches die Zuhörer dem Vorträge enkgegcnbrachten. — Der Verein zur Unterstützung der Schüler der Bildungsaustalt für jüdische Lehrer hat soeben seinen sechsten Jahresbericht ausgegeben. Derselbe zählt 243 hiesige und 330 auswärtige Mitglieder, von ivelchcn im Ganzen .37M.8.3 dk an Beiträgen und Geschenken eingingen. Außerdem gingen 2400 dk ein, wogegen der Verein die Verpflichtung zur Beobachtung von Jahrzeitstagen übernahm, und ferner 203.30 dk, wofür eine immerwährende Mitgliedschaft gestiftet wurde. Die verschiedenen Stiftungen, deren Erträgniß den Vereinszwcckcu gewidmet ist, erfuhren eine Vermehrung von 301 dk. Es wurden 20 Schüler im Internate und 17 Schüler anderweitig in Pension untergebracht; 6 Schüler erhielten Beihülfcn. Unter Leistungen von Zuschüssen seitens der Angehörigen der Betreffenden wurde hierfür die Summe von 10 901.30 vcrausgabt. Der Verein hat zum Frühjahr eine Er- Weiterung des Internats in Aussicht genommen, in welchem dann Raum für 30 Schüler ist. Er strebt jedoch die Erwerbung eines eigenen Grundstücks an, um daselbst ein Internat für sämmtliche Schüler zu errichten: Hierfür mangeln noch die Mittel. Er hofft auf die allscingste Unterstützung zur Förderung dieses Ziels. Sein Vermögen besteht jetzt incl. der StistungSfonds aus 19 911.94 JL. Möge das Wohlwollen aller Edlen dem segensreich wirkenden Vereine auch ferner zur Seite stehen. k. Bremen, 24. Januar. Die heutige Nummer der ״Weser - Zeitung" beginnt ein Feuilleton ״Eine Reise in Rußland", dessen Tendenz wohl am besten sich in folgendem Passus ansspricht: ״Und nun diese Juden!" Die schmutzigen, schrecklichen Juden, wie sie in jenen Ländern ihr allerdings vielfach nothwendigcS, aber auch wenig erfreuliches Wesen treiben. Und diese Juden sind in solchen Massen vertreten (Rf. spricht