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Jeschurun · 1886-02-04 · Heft 5 (4.2.1886) · p. 68

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 5 (4.2.1886)
Article
Das wahre Licht
Date
1886-02-04
Page
68 (sequence 2)
Language
German
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68 Leuchtstoff cntgegensührt, der willig sich von diesem göttlichen Feuer dnrchdringcn läßt und zn einem weithin strahlenden Träger des GoltcSlichteS wird. So sagen auch unsere Weisen sinnig גדולה דעה שנהנה בין שתי אותרה. Groß und bedeutend ist die Erkenntniß, sie ist;wischen zwei heilige GotteSbezeichunngen gegeben, 'שנאבד בי אל — ״דעות״ — ד, jede wahre Erkenntniß, jede ächte Wisscuschast entspringt anö der göttlichen Weisheit nnd führt zur wahren Erkenntniß Gottes. Nur dasjenige Wissen ist wahr und groß, welches sich zwischen den heiligen GotteSnamen bewegt, welches feinen AnSgangS- 1111b Endpunkt in Gott und seiner heiligen Lehre hat. Eitel und nichtig ist aber jede vermeintliche Wissenschuft, deren Anfang nnd Ziel nicht diese Bahn wandelt. Trügerisch ist der Strahl, der nicht diesem Lichtqnell entstammt. Jedes Wissen, das als wahr von uns anerkannt werden will, muß seine Legitiuration ans diesem Ursprung und der Richtung nach diesem Ziele erweisen. Bielen Erscheinungen der Gegenwart gegenüber, welche sich als ächte jüdische Wissenschaft auSgebcn. haben wir uns darum abwchrcnd zn verhalten und vielen so Wräuschnnd prunkvoll austrctendcn Prütensioncn unser entschiedenes Veto entgegenznstcllen: eS ist Trug und Lüge, eS ist nicht daS einzige, ächte Licht, cS sind Irrlichter, welche dem Moraste entstammen, wo sie ihr schwächliches Sumpflicht leuchten lassen, da ist es finster, da weilt Todesschattcn — und nur da, wo des heiligen reinen Lichtes des הודה gewartet wird, da ist eS wirklich hell. Mehr als je hat eS unsere angelegentliche Sorge zu sein, dieses Lichtes in unseren eigensten Greifen zu warten, denn mehr als je tauchen Irrlicher ans in düsterer Nacht, die noch immer nicht dem Hellen Tage gewichen, und größer als je ist die Gefahr, daß jene Irrlichter für das wahre, ächte, gottentstammcnde Licht gehalten werden. ES gilt unser nnd unser Kinder -Veil. Erlischt in unseren Häusern das heilige Sinailicht, zünden wir unseren Kindern alle sieben Leuchten menschlicher Wissenschaft an, verabsänmei! cs aber, ihnen das Gotteslicht in die Hand zu geben, von dessen Strahl getroffen auch jene.Leuchten zu Trägern ächten, heiligen Lichtes werden können, dann laufen wir Gefahr, daß auch unsere Kinder dem salben Schimmer jener Irrwische folgen und in den Sumpf des Abfalls hinabgelockt worden. Nicht umsonst lehren nnS unsere Weisen הרגיל בנר הווי; לי׳ בנים תלמידי חכמים, nur wer selber des Lichtes wartet, wer selbst aus dem Borne der Thora unaufhörlich schöpft, nur der wird seine Kinder der תודה in die Arme führen, nur der wird in ihnen Träger der hohen israelitischen Aufgabe erziehen. Vor dem wahren Lichte schwinden endlich die Schatten der Nacht, nur seinem Strahle weichet endlich die Finderniß. Jeder, der sein Haus zu einer Stätte dieses Lichtes werden läßt, sördcrt das Nahen der Zeit, in welcher das Reich der Dunkelheit sein Ende nimmt, in welcher נעקר יצד מן העולם, die Macht der Sünde, der Leidenschaft, des Wahns gebrochen, in welcher אודה ושמחה בעולם, das Reich des Lichtes anhcbt und ungetrübtes Glück und ewige Wonne die Welt erfüllt. Air Mre Mtzel MM. Die ״N. fr. Pr." schreibt unter bem Titel ״Ein Kampf umS Recht" znrAsfairc Rachel Stieglitz Folgendes: In einer ansehnlichen Stadt im Osten unseres Reiches hat sich vor Kurzem eine seltsame Begebenheit zugetragen. Dort lebt ein reicher jüdischer Bankier mit seiner Frau und seinem Töchterchen, und in der Nähe dieser Stadt besitzt der reiche Mann eine prächtige Billa mit ausgedehnten Parkanlagen und Gärten. Die Pflege dieser letzteren ist ein paar GärtncrSlenten anvertraut, die, wie ihr Herr, auch ein Töchterchen besitzen. Oie beiden Kinder, die reiche BankicrS-Tochter und die arme GärtnerStochter, wurden in der Zeit, während weicher die Familie des Besitzers in dem Landhause weilte, mit einander bekannt, und da sie in den! glückliehen Alter sich befanden, daS den Unterschied, den Stand, Vermögen und Konfession für uns ältere und klügere Leute begründen, noch nicht kennt, so wurden sie auch Freundinnen, wirkliche, einander zärtlich zugcthanc Freundinnen, nnd daS reiche Kind, dem die Eltern keinen Wnnsch zn versagen vermochten, setzte eö cS auch alsbald durch, daß ihre kleine, liebe Freundin vom Lande wie ihre Schwester in das elterliche Haus ausgenommen wurde, damit sie sich nicht mehr von derselben trennen müsse. So kam daS arme Gärtnerskind in das reiche HauS, erhielt Alles, was das Leben bietet, in Fülle, thcilte nicht bloS den Luxus, sondern auch den Unterricht ihrer Freundin, und die armen GärtncrSlcutc waren cS wohl zufrieden, ihr einziges Kind so gut aufgehoben .;t! wissen. Aber wie gesagt, der reiche Mann, der daS arme Kind in sein Hans ausgenommen hatte, war ein 3110c, nnd zwar ein fanatischer, orthodoxer Jude, und mochte eS nicht leiden, daß seine Tochter ihr Her; an eine kleine Christin gehängt hatte, nnd da er nicht stark genug war, seinem Kinde eine Bitte zn versagen, so faßte er den Plan, ans der kleinen Christin eine Jüdin zu machen. Spielend und ohne daß sic cS merkte, wurde daS GärtnerSkind von ihren Lehrern mit den Satzungen des Glaubens ihrer Freundin bekannt gemacht; waS daS Beispiel nicht bewirkte, das erreichten Schmeichelei, Ueberrcdung, Ver-

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