Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1886)
- Article
- Der Neujahrsgruß der Kreuzzeitung
- Date
- 1886-02-04
- Page
- 65 (sequence 1)
- Language
- German
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M. 5. zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens iu Haus, Gemeinde und Schule. -§>eAnimIei von SiüIlslNi 31l1ph!1kl Hie sch, i^aßfunor!1. ^srncfilifdini JMiiionsflelrll’fifm{’{ jii frmiSfucl a.A Nene Folge. Vierter Jahrgang. HeranSgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asclcic Lirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindcstniS 2 Bogen stark. — AbonncnientSpreiS bei alten Boftanstalten «ub Bnchhnndlnngcn 2 J6 50 .J, sür bnö Biertcljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Hclwing'schc BerlagSbnchhand- Inng;» Hannover. — Die (Spedition versendet auch direct und franko nittcr Streifband den Jahrgang f«r!2c.iL oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland nnd Oesterreichfür!1 J6. oder!8 Fr. nach den Väubcni des Weltpostvereins. — A n; eigen tverden mit 25..3 f. d. :!gespaltene Petiftcilc oder deren!!Nanul berechnet. — Grpedition: Haitnover, Artifteriestr. 20 Inhalts-VrrFeichttist von Nr. 5. Der NeujahrSgrnf; der.streu;׳,eirung (Fortsetzung). — Daö wahre ^.'icht. — ^ftir Äsfaire Rächet Stieglitz. — Die vereinigten ji'dischcn Wohlrhäliifteiiogesellschafteu in den Bereinigten Staaten von Nord-Amerila. — Wandelungen 'Fortsetzung-, — .;iim! Jahresbericht der Amsterdamer Gemeinde (Schluß). Korrespondenzen nnd Nachrichten: Hannover, Bremen. Würzbarg, Nenstettin, Wien, Pest (2), Amsterdam, Paris, Charkow, Jassy. — Grkannte Irrungen (Fortsetzung). — Inserate. Der iIf11jnlj1T>0n1f| kr KmiMitniilj. (Fortsetzung.) Im rein christlichen Sinne, und doch nur in diesem will die..Krenzzcitung" und ganz unzweifelhaft auch die christlich-soziale Partei unter Anführung cincs Priesters wirken, giebt es unseres Wissens nur einen ״guten" Kamps, und das ist der Kampf gegen die Sünde, der aber zu allererst und zunächst gegen das eigene Wesen zu führen ist. Je christlicher Jemand denkt und cmpsindct, einen desto strengeren Maßstab wird er an sich anlcgen, desto unerbittlicher wird er sich selbst richten und desto energischer wird der Kantpf sein, den er gegen seine eigenen Fehler führt, gegen die Hofsahrt nnd Sclbstbespicgelnng, die Begierde und Schcinheiligkeit, den Neid und Haß nnd alle anderen Dämonen, die in [einem Innern um die Herrschaft seines bessern Thcils streiten. Je christlicher Jemand denkt nnd enipfindet, desto mehr wird er an sich selbst;1! bessern finden, und diese Sclbstläuternng, dieser Kamps mit der eigenen Sünde, wird ihn! wenig Muße gönnen der Neben Menschen Fehler anfzuspüren, um sie zu schmähen nnd zu strafen, ja die Crkenntniß der eigenen Sünde wird ihn, der gegen sich so streng und nncrbittlich ist, milde nnd nachsichtig gegen fremde Sünde sein lassen. Der ״Kreuzzeiinng", den Christlich- Sozialen und Herrn Hofnnd Domprcdiger Stöcker ist doch nnzweiselhast das achtzehnte Kapitel Matthäi vom Aergerniß und brüderlicher Versöhnung stets gegenwärtig: ״Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist cS genug siebenmal? — Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal. Darum ist das .Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte; und als er nnsing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig; da er es nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn,, nnd sein Weib, nnd seine Kinder, und Alles, was er hatte, und bezahlen. Da siel der Knecht nieder, nnd betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Da jammerte den