Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 4 (28.1.1886)
- Article
- Wandelungen
- Date
- 1886-01-28
- Page
- 55 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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55 wir es doch auch gar zu gern, daß Andere an unfern wellbeglückenden Beruf glauben. In traulicher Unterhaltung entflohen die Stunden, cs waren die ersten ruhigen, fast heiteren, deren Adele seit dem Tode ihres Gatten sich erfreute. Ihre Selbst- Vorwürfe waren verstummt, sie athmetc wieder frei, und an dem starken Geist der Freundin fand sie die kräftige, lang entbehrte Stütze. ״Wie kann ich Dir danken, Minna? Du hast mich mir selbst wiedergegeben." ״Jede edle That findet ihren Lohn in sich selbst. Dein Bekenntniß, Theuerste, macht mich stolz und glücklich." Aber es war doch noch ein anderer Dank, auf den Minna Wiescnhein rechnete, doch davon durfte sie vorläufig nichts erwähnen; mit der Zeit, so hoffte sie, werde sich das ganz von selbst machen. Es war bereits die Rede von ihren Bestrebungen; mit leidenschaftlicher Hingebung hatte sie sich ihnen geweiht, ihr größter Schmerz war, daß ihre beschränkten Verhältnisse ihrem Wirken so häufig hindernd entgegentraten, hätte sie über den Mcrtcn'schen Neichthum verfügen können, das Heil der Welt hätte sie damit begründet. Darum war sie auch, sobald sie vernommen, daß Adele Wittwe geworden, zu ihr geeilt, die Begeisterung, die sie erfüllte, auch dieser einzuflößen. Dann sollte erst ihr Wirken beginnen, staunend sollte die Welt ihren Namen nennen. Doch als gegen Abend die kleine Bella kam, den Gutenachtkuß von der Mutter sich zu holen, da erlitten ihre Hoffnungen einen' argen Stoß. Also Adele war nicht alleinige, ja, vermuthlich nicht einmal Haupterbin. (Fortsetzung folgt.) . Israels Ewigkeit/) Ihr hasset den Stamm vom Jordanstrand, Ihr schmähet mein väterlich Blut, Mit Schmutz bewerfet ihr mein Gewand, Mir neidend den kräftigen Muth.. Und hoffet ihr uns zu vernichten? Mit Nichten! Am Morgen die göttliche Krone mich schmückt, Sein fürstliches Armband dazu. Mit dem Herrschermantel der Herr mich beglückt, Und das Haupt mir beugen willst Du? Mich mahnen die heiligen Zeichen: Nicht weichen! An der Pfoste erkennst Du des Wappens Zier? Sieh, wem ich die Stätte geweiht! Ist Jakob's Gezclt nicht ein heilig Revier? Hier trotz' ich dem Toben der. Zeit. Die göttlichen Zeichen mir winken: Nicht sinken! *) Nebersetzung des Gedichtes: ״Israels Ewigkeit". Von Ludwig A. Nosenthal, Nabbiner zu Köthen. Bereits abgedruckt Jcschurun 1883, S, 3-l3. Uebersetzt von L... S H.f, Wreschen. נצח ישראל. שנאתם הגוי מחוף ח־־ךן וכנרת, תהךפו ותנךפו דם אבותינו, ־ על בגדי הטהורים הלאה נ$ךת•. וקקנאו דוה חוק בוע^מותינו• ותיהלו׳ הרף להאבידנו? בלעדינו•! נזר בבקר יענוד ראשנו, וצמידים יקריב מפנינים, במעיל מלוכה השם .ילבישני, וראשי סחפיוץ לכוף בצנינים? אותות ד,קךש מןכיךים לאסור: לא תסור•' יקרת המופת תכיר במזזות? ראה למי הקדשתי משכני! הלא אהל יעקב קדוש בקהוזות? פיה אלחם עם לצים .ואוכל אני! אותות;ליוק חן־שנה?במוט: בל תמוט!