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Jeschurun · 1886-01-21 · Heft 3 (21.1.1886) · p. 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 3 (21.1.1886)
Article
Rahmer contra Frankel
Date
1886-01-21
Page
39 (sequence 3)
Language
German
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39 von der frühesten Zeit an in diesem Punkte ans den religiösen Vorschriften mit äußerster Strenge behänden, geht ans der Thatsachc hervor, daß die in 'Alexandrien unter den Ptolemäern wohnenden selbst die Malerei als verboten ansahcu. In Palästina ging man nicht so weit und erlaubte die Kunst der Malerei; aber bestimmt kann bemerkt werden, daß das Verbot, Statuen zu errichten, eine sehr alte historische Grundlage hat. Nach dieser kurzen historischen Skizze gehe ich zu den religiösen Quellen über, in welchen dieses Verbot am ausführlichsten besprochen wird. Diese sind: Dalmud R08c31-T3a5e3lana 24, Ahoda Sara 4:4. Tosafotli in locis und Joma 04, Rambam Accum 3. § 3 0,31, »Tore dea 3 41. g 34 et 86g. Und nun die Antworten ans Ihre Anfragen Ihrer Zuschrift der Reihe nach: Zu I. 3) Die Errichtung eitler Statue zu Ehren eines Israeliten sowohl, als cillcs anderen Menschen ist durch das jüdische Rcligionsgcsetz verboten. (Siche .Tore dea 141, 4.) Zu I. 2) Die Errichtung eitles Monuments in der in dieser Frage beschriebenen Weise ist ohne Bedenken gestattet. Zn IT 1) Zit subskribircn ist nicht verboten (siehe V08. Roseh-Haschana 24 und Jure dea 3, c 3 7.), ebenso wenig thätigen Antheil zu nehmen, mit Ausnahme der Errichtung selbst, d. h. der Bildhauerarbeit daran. Zu II. 2) Die Ausübung der Bildhauerkunst in Betreff der Anfertigung menschlicher Gestalten ist verboten, in Betreff anderer Wesen ist dieselbe nicht verboten. (Siche Jore dea §§ 4, (>.) Die Gravirknnst ist gestattet. Zn IT. 3) Israeliten dürfen Statuen oder Statuetten von menschlichen Gestalten in ihren Häusern nicht haben (Siche .Tore dea 3 e. g 4.) Aber wenn solche an Nase oder Augen verstümmelt sind, so können sic einen Platz in eines Israeliten Halls erhalten — uno so ist auch die Praxis. (Siehe Talimid Rosch-Haseliaua (.סמי עיגון דדין .> .3 Stal neu von T hiercn können in den Häusern von Isrealitcn sein (Jore dea l e. g 7.) und unter manchen Umständen auch solche von Drachen. (Siehe Jore dea g 3.) Zu 13 3. Der Schluß ans allem diesen oben Angeführten ist: Daß die Israeliten von NcivorlcanS nach den religiösen Satzungen auf keine Weise dem verslorbenen Inda To uro eine Statue setzen können, weder selbst, noch in Verbindung mit Nichtisraclitcn. Die Errichtung eines Monuments, nämlich eines Denkfteins, wie einer Säule oder eines ObeliskS zu Ehren Inda Tonro'S ist gestattet und kann ohne Bedenken und All st and geschehen. Ich, habe die Ehre zu zeichnen Achtungsvoll und ergebenst I)r. Z. Frankel. Breslau, den 10. Juli 1860." Fürwahr, ein interessantes Schquspiel. Wer nunmehr wohl den Sieg davontragen wird: Frankel oder Na hm er? Uilndelllilgkn. von Friedrich Rott. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ״Nicht recht," wiederholte er entschieden. ״Du rufst Deinen Papa und willst, daß er auf Dich höre — aber weißt Dn denn nicht, wer Deinen Papa gerufen hat? — weißt Du cs nicht, so will ich es Dir sagen." Und dieselben Worte wiederholend, die er am Morgen von ihr vernommen, begann er mit leiser, bebender Stimme: ״Gott hat die Welt erschaffen, Dich und Deine Mama und Deinen Papa auch, und die ganze Welt und Alles, was darin ist, gehört Ihm. — Aber Sein ist nicht mir die Welt, Er hat sie nicht nur erschaffen, Er erhält sie auch fort und fort. -- Gegen Seinen Willen fall! kein Apfel vom Baum, ohne Sein Geheiß beugt kein Luftzug den Grashalm, nur ans Seinen Nus kehrt der Mensch zu ihm zurück. — Gott hat Deinen lieben .Papa;u sich gerufen, all Dein Rusen bringt ihn nicht zu Dir zurück. — Aber wenn Du ihn auch zurückruscn könntest, Du würdest cs nicht thnn, — nicht wahr, meine liebe,- gute Bella, gegen GotteS Willen nicht?" * Die Kleine schaute zu ihm ans mit den großen, blauen, thränenumflortcn Angen und schüttelte die blonden Locken Es lag solch unsäglicher Schmer; und doch in diesem Augenblick solch innige Resignation in dem bleichen, lieblichen Gesichtcheu, daß Walther erschüttert die mühsam errungene Fassung auf's Nene zu verliercn fürchtete. Er zog die willenlos ihm Folgende in ein anderes Zimmer. Die Räume waren wie sonst erhellt, aber nicht wie sonst von heiter geschäftigen Menschen belebt, Alles öde, wie auSgestorben. Er wollte die Kleine zu ihrer Bonne führen, attfr zu viel hatte er im Laufe dieses Tages seiner Natur geboten, die Kräfte versagten ihm, er tanmeltc und nur mit Mühe erreichte er den nächsten Sessel. Angstvoll hielt das Kind seine -Hand mit ihren beiden umschlossen.

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